Auf Campingplatz in Upleward  Urlaub in Ostfriesland – drei Generationen auf Reise

Pia Pentzlin
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Von Pia Pentzlin
| 27.07.2024 15:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Familie Gehrling/Friedrich spielt gerne zusammen Karten. Von links nach rechts: Inke Gehrling, ihre Mutter Marion Friedrich (rechts), samt Tante und Schwägerin Inge Friedrich (hinten). Mit dabei sind auch Gehrlings Kinder Elise und Anton. Fotos: Wagenaar
Familie Gehrling/Friedrich spielt gerne zusammen Karten. Von links nach rechts: Inke Gehrling, ihre Mutter Marion Friedrich (rechts), samt Tante und Schwägerin Inge Friedrich (hinten). Mit dabei sind auch Gehrlings Kinder Elise und Anton. Fotos: Wagenaar
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Immer mehr Menschen verbringen ihren Urlaub in Deutschland. Auch Familie Gehrling/Friedrich hat sich erneut für das Umland entschieden. Wir haben sie auf dem Campingplatz in Upleward besucht.

Upleward - Der Campingplatz am Deich in Upleward wird oft als einer der beliebtesten Campingplätze in ganz Deutschland gelistet. Auf Platz 24 stand er im vergangenen Jahr auf einer Bewertungsplattform des ADAC.

Was den Campingplatz so besonders macht? Es ist die Lage. Der Platz befindet sich direkt am Deich, dem bundesweit einzigartigen Trockenstrand und dem Watt. Wir durften uns auf dem Platz umschauen.

Drei Hauptgebäude gibt es auf dem Platz: Die Rezeption mit kleinem Supermarkt, den Wellnessbereich und das Restaurant. Foto: Wagenaar
Drei Hauptgebäude gibt es auf dem Platz: Die Rezeption mit kleinem Supermarkt, den Wellnessbereich und das Restaurant. Foto: Wagenaar

Drei-Generationen-Urlaub

„Es ist so schön, dass die Kinder hier einfach frei raumlaufen können“, freut sich Inke Gehrling. In Osnabrück bewohnt die Familie zwar ein Haus mit Garten, aber so ein Campingplatz biete doch etwas mehr Freiheiten. Ihre Kinder Anton und Elisa hätten schnell Anschluss und eine Gruppe zum Spielen gefunden. Dabei mangelt es an Gesellschaft eher weniger. Denn mit dabei sind auch Inkes Mutter Marion Friedrich samt Bruder und seiner Frau Inge. Die drei Generationen bewohnen auf drei verschiedenen Stellplätzen ein Zelt, einen Wohnwagen und ein größeres Wohnmobil. Die Wäsche weht im Wind, das E-Bike steht für kleine Entdeckungstouren bereit. Echte Campingfreuden, könnte man meinen.

Inke Gehrling ist mit ihrem Zelt in Upleward. Während sie es sich mit Tochter Elise bei Serien gemütlich macht, schläft Anton bei seiner Oma Marion. Foto: Wagenaar
Inke Gehrling ist mit ihrem Zelt in Upleward. Während sie es sich mit Tochter Elise bei Serien gemütlich macht, schläft Anton bei seiner Oma Marion. Foto: Wagenaar

Und so ist es. Inke Gehrling arbeitet nicht nur als professionelle Fotografin, sie betreibt auch einen Reiseblog. Ihr Themenschwerpunkt: Camping und Zelten. Das liebevoll eingerichtete Vorzelt, der ausgelegte Teppich, die kleinen Beistelltische und Pflanzen wirken nun weniger gestellt. Hier sind einfach nur echte Profis am Werk.

Wasser satt

Der erste gemeinsame Campingurlaub ist das für die Familie also nicht. Auch nach Ostfriesland ging es nicht das erste Mal. Auch wenn das Herz von Inge Friedrich für einen anderen Campingplatz schlägt: „Der Platz in Kühlungsborn ist super, da bin ich gerne“, platzt es förmlich aus ihr heraus. Der Urlaub am Deich in Upleward wird trotzdem genossen - und hat auch so seine Vorteile. Gehrling schwärmt vom Platz. Als Mutter von kleinen Kindern - die Teenager sind zu Hause geblieben - sei es purer Luxus, dass es bei den Duschen ohne Begrenzung Wasser gibt. Das sei auf Campingplätzen nicht immer gegeben. So könne es auch mal vorkommen, dass nur die Kinder vom Sand befreit werden können und für die Mutter nichts mehr übrig bleibt.

Inge und Marion hingegen begeistern ganz andere Dinge. Sie hätten gestern Abend den „Camping Clean“ ausprobiert - ein Gerät, dass die eigene Camping-Toilette für einen reinigt. Das sei eine große Arbeitserleichterung, sonst müsste man das alles selbst machen. Es sind die weniger glamourösen Themen des Camper-Daseins. Aber auch die gehören nun eben dazu.

Vom Deich aus noch besser zu sehen: Zwischen den Wohnwagen ist viel Freiraum. Nur 60 Prozent der Stellplätze sind belegt. Foto: Wagenaar
Vom Deich aus noch besser zu sehen: Zwischen den Wohnwagen ist viel Freiraum. Nur 60 Prozent der Stellplätze sind belegt. Foto: Wagenaar

Auf dem Campingplatz haben auch die Erwachsenen Freizeit

Aber immer nur campen? Wird das nicht langweilig? Marion Friedrich legt sich da weniger fest, für sie kann es auch mal das Flugzeug oder das Kreuzfahrtschiff sein. Wenn sie von den Campingfahrten mit ihren Enkeln erzählt, kommt sie aber besonders ins Strahlen. Nirgendswo sei es so leicht für die Kinder Anschluss zu finden.

„Und wenn es mal nicht passt zwischen den Kleinen, wird mit Sand geworfen und die Sache ist erledigt.“ Inge sieht es pragmatisch und freut sich auch über die Zeit, die den Erwachsenen unter sich bleibt. Am Abend will die Familie mal den Wellnessbereich auf dem Platz testen, bei dem schönen Wetter sei das bisher keine Option gewesen. Auch wenn es bisher trocken geblieben ist, auf einen schönen Sonnenuntergang wartet die Familie bisher vergebens. „Den wollen wir unbedingt noch sehen“, sagt Tochter Elise.

Selbst bei schlechtem Wetter gibt es Alternativen

Und während die Gehrlings und Friedrichs auf einen klaren Himmel und einen bildreifen Sonnenuntergang hoffen, gibt es auf dem Platz und in der Umgebung noch viel zu entdecken. Der einzige Mann in der Runde - Richard Friedrich - ist während des Besuchs tanken, lässt aber ausrichten: Auf so einem liebevoll eingerichteten Campingplatz wäre er selten gewesen. Überall gebe es Plätze zum Verweilen.

Auf dem Platz verteilt gibt es immer wieder Sitzmöglichkeiten. Wer die Feuerschale verwenden möchte, bekommt vom Platzbetreiber Holz gestellt. Foto: Wagenaar.
Auf dem Platz verteilt gibt es immer wieder Sitzmöglichkeiten. Wer die Feuerschale verwenden möchte, bekommt vom Platzbetreiber Holz gestellt. Foto: Wagenaar.

Nichte Inke Gehrling ergänzt - selbst wenn es doch mal regnet, bietet der Campingplatz am Deich genügend Indoor-Spielplätze und Aufenthaltsräume an. Sie kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Hört sich nach einem gelungenen Familienurlaub an.

Familien in den Ferien und Senioren im Rest des Jahres

Komplimente, die Platz-Managerin Maria Ferrer gerne annimmt, auch wenn sie fast schon peinlich berührt zu sein scheint. „Da werde ich ja fast rot“, lacht sie. Ferrer führt über den Platz, hält sich aber bei den Gesprächen mit den Campern im Hintergrund. Die Urlauber würden im Mittelpunkt stehen und sie freue sich, wenn die eine schöne Zeit in Ostfriesland verbringen.

Dass der Platz derzeit nur eine Auslastung von 60 Prozent habe, sei normal, sagt Ferrer. Das sei in den vergangenen Jahren auch so gewesen und nicht unüblich. Der einzige Unterschied im Sommer: Es seien mehr Familien mit Kindern da. Außerhalb der Schulferien seien eher ältere Paare auf dem Platz. Dass zwischen den insgesamt 350 Stellplätzen viel grüne Fläche frei ist, sei laut Ferrer sogar ein Vorteil - zumindest für die Urlauber. So hätten die Kinder mehr Platz zum Spielen und können sich freier bewegen.

In den Sommerferien sind viele Familien mit Kindern auf dem Platz. Die Schulpause wird sichtlich genossen. Foto: Wagenaar
In den Sommerferien sind viele Familien mit Kindern auf dem Platz. Die Schulpause wird sichtlich genossen. Foto: Wagenaar

Zu früh sollten sich die Urlauber aber nicht freuen: Am 25. Juli sind auch die Baden-Württemberger in die Ferien gestartet, am 29. Juli folgt Bayern. Ferrer erwartet deshalb in den nächsten Wochen einen deutlichen Zuwachs an Gästen.

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