Berlin  Giftstoffe in alltäglichen Lebensmitteln: So gefährlich sind dieses Obst und Gemüse

Sophie Wehmeyer
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Von Sophie Wehmeyer
| 29.07.2024 19:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Wie gefährlich ist das eigentlich, wenn Kartoffeln keimen oder grüne Stellen haben? Foto: IMAGO/Zoonar
Wie gefährlich ist das eigentlich, wenn Kartoffeln keimen oder grüne Stellen haben? Foto: IMAGO/Zoonar
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Gesundheitsgefahr durch pflanzliche Gifte: Was ist dran an der Annahme, dass grüne Kartoffeln und Tomaten, rohe Bohnen und Bittermandeln schädlich sind? Tipps, wie Sie das Risiko minimieren können und wann ein unbedachter Verzehr sogar tödlich für Kinder enden kann.

Die Kartoffeln, die beim letzten Essen nicht gebraucht wurden, treiben langsam aus und bekommen grüne Stellen: Darf ich sie jetzt noch verwenden und die verfärbten Stellen einfach wegschneiden oder ist das gefährlich? Die Frage zu den giftigen Kartoffeln ist nicht die einzige, die in Bezug auf alltägliche Lebensmittel kursiert. Viele Pflanzen enthalten natürliche Giftstoffe, die eigentlich zur Abwehr von Schädlingen und Fressfeinden gedacht sind, aber leider auch dem Menschen gefährlich werden können.

Eine Übersicht der Verbraucherzentrale zeigt, in welchen alltäglichen Lebensmittel Giftstoffe enthalten sind und worauf Sie beim Verzehr achten sollten.

Es gibt einige Lebensmittel, die natürlicherweise eine hohe Konzentration an Blausäure-Verbindungen wie Amygdalin enthalten. Dazu zählen vor allem Bittermandeln, aber auch Pfirsich- und Aprikosenkerne. Bereits der Verzehr von fünf bis zehn rohen Bittermandeln kann tödlich für Kinder enden. Dazu komme es aufgrund des bitteren Geschmacks jedoch äußerst selten.

Auch andere Lebensmittel wie Leinsamen oder Maniok und Tapiokamehl enthalten Blausäure-Verbindungen, wenn auch in äußerst geringer Form. Seit 2023 gibt es außerdem eine EU-Verordnung, die die Grenzwerte regelt.

Bittermandeln:

Aprikosenkerne:

Um sich vor Schädlingen zu schützen, produzieren Tomaten und Kartoffeln Alkaloide, zu denen auch Tomatin und Solanin gehören. Vor allem bei unreifen grünen Tomaten oder überreifen Kartoffeln, die grüne Stellen haben oder bereits keimen, kann die Konzentration der pflanzlichen Gifte so hoch sein, dass sie für den Menschen schädlich sein können.

Toxisch wird der Verzehr von Kartoffeln bei Erwachsenen erst bei einer Dosis von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, informiert das BfR. Bei einem Körpergewicht von 80 Kilogramm, müsste die Person demnach mehr als vier Kilogramm Kartoffeln essen, bis eine bedenkliche Dosis erreicht wäre. Bei Kindern liegt das Risiko einer Vergiftung mit einer Dosis von 0,5 Milligramm deutlich höher. Im Vergleich zu Solanin ist Tomatin deutlich weniger giftig.

Kartoffeln:

Tomaten:

Phasin ist eine Eiweißverbindung in Pflanzen, die dem Menschen schon in geringen Dosen schaden kann. Vor allem Hülsenfrüchte wie grüne Gartenbohnen oder Kidneybohnen enthalten im rohen Zustand viel Phasin. Bereits der Verzehr von ein paar rohen Bohnen kann zu Beschwerden führen.

Bohnen und Hülsenfrüchte:

Neben Mangold, Spinat, Rote Beten und Rhabarber kommt Oxalsäure auch in Süßkartoffeln, Bambussprossen und Kakao vor, teilt die Verbraucherzentrale mit. Oxalsäure führt beim Menschen zum Stumpfwerden der Zähne und einem pelzigen Gefühl im Mund.

Mangold, Spinat, Rote Bete und Rhabarber:

Lebensmitteluntersuchungen zeigen, dass in Speisemohn immer häufiger ein erhöhter Morphingehalt nachgewiesen wird, teilt die Verbraucherzentrale mit. Die Dosis in normalen Verzehrmengen entspreche bereits der niedrigsten therapeutischen Einzeldosis des Schmerzmittels Morphin von etwa 1,9 Milligramm.

Mohn:

Phytinsäure ist vor allem in den Randschichten von Getreide enthalten oder in Hülsenfrüchten und Ölsaaten. Mineralstoffe können durch Phytinsäure schlechter vom Körper aufgenommen werden. Da in Vollkornprodukten besonders viele Nährstoffe enthalten sind, fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Phytinsäure hat sogar gesundheitliche Vorteile für den Menschen, weil sie den Blutzuckerspiegel günstig beeinflusst. 

Vollkorngetreide und Ölsaaten:

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