Boltenhagen  Boltenhagen für Kinder, Senioren, Familien im Test: Insider-Tipps und Preise

Karolina Meyer-Schilf
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Von Karolina Meyer-Schilf
| 31.07.2024 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Fünf Kilometer Strand: Boltenhagen ist eines der ältesten Seebäder in Deutschland. Foto: IMAGO/PEMAX
Fünf Kilometer Strand: Boltenhagen ist eines der ältesten Seebäder in Deutschland. Foto: IMAGO/PEMAX
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In Boltenhagen ist alles lang: Der feine Strand, die geschützten Promenaden (Boltenhagen hat gleich mehrere: eine auf Holzplanken direkt in den Dünen, eine im Küstenwald und eine zum Bummeln) und natürlich die Seebrücke. 290 Meter misst das Bauwerk, das weit in die Ostsee hinausragt und von deren Ende man einen fantastischen Blick über das Meer und zurück an den fünf Kilometer langen Strand hat. Wer immer noch nicht genug gesehen hat, nutzt das fest montierte Fernrohr am Kopf der Seebrücke: Bis zum Horizont und weiter geht dann der Blick in Richtung offene See.

Zurück an Land begeistert der Ort mit seiner Bäderarchitektur: Seit 221 Jahren ist Boltenhagen ein Seebad und damit das drittälteste in Deutschland. Zahlreiche Gründerzeit-Villen entlang der Promenade hinter dem Küstenwald beherbergen heute Geschäfte und Restaurants, Hotels und Pensionen. An die lange Geschichte des Seebades erinnern außerdem die Trinkkurhalle, Wandelgänge und ein Konzertpavillon im Kurpark direkt vor der Seebrücke.

Etwas abgelegen ist der Yachthafen Weiße Wiek: Wer mit dem Segelboot nach Boltenhagen reist, sollte die Bordfahrräder parat haben, um in den Ort zu gelangen. Es fährt aber auch ein Bus. An der Weißen Wiek, wo auch die Fischer ihren Fang anlanden, gibt es ein gut besuchtes Fischrestaurant sowie ein großes Hotel mit Spa. In der Nähe findet sich hier ebenfalls ein Badestrand, der etwas weniger frequentiert ist als der Hauptstrand am Ortskern.

Wie überall am Meer ist beim Baden natürlich Vorsicht angesagt: Bei bestimmten Windrichtungen kann es durchaus zu ablandigen Strömungen kommen. Für Kinder ist der Ort dennoch ein Paradies: Die fünf Kilometer lange Sandkiste direkt am Meer bietet mehr als genug Baustoff für Burgenbau aller Art, hinter den Dünen im Küstenwald gibt es Spielplätze für die Kleinen und für größere Kinder sowie geübte Schwimmer neben der Seebrücke sogar einen kostenpflichtigen Aquafunpark mit Gummirutschen.

Wie teuer ein Urlaub in Boltenhagen ist, hängt maßgeblich von der Art der Unterkunft ab. Während man sich in Ferienwohnungen auch prima selbst versorgen kann, kann das Essengehen auf Dauer ins Geld gehen. Ein Aperol Spritz kostet 7,90 Euro, ein einfaches Bauernfrühstück ist für knapp 14 Euro zu haben. Das Schnitzel gibt es für um die 20 Euro, eine Scholle Finkenwerder Art liegt bei knapp 24 Euro. Kulinarisch ist vom Fischbrötchen über Pizza bis zur gehobenen Küche mit entsprechenden Preisen alles vertreten. DDR-Nostalgiker können sich zudem über Soljanka und Jägerschnitzel freuen – panierte Jagdwurst mit Nudeln und Tomatensauce.

Wie überall an den deutschen Küsten müssen Urlauber außerdem Kurtaxe bezahlen. Die liegt derzeit bei 2,80 pro Tag. Tagesgäste können an Automaten für drei Euro eine Strandkarte kaufen. Strandkörbe gibt es für 13 Euro pro Tag.

Hotels und Pensionen gibt es in allen Preisklassen, von der günstigen Ferienwohnung bis zum gehobenen Hotel mit Wellness-Angeboten und entsprechend hohen Preisen. Früh buchen lohnt sich.

Der Vorteil an Boltenhagen ist, dass der Ort für alle etwas bietet. Senioren können sich über barrierefreie Strandaufgänge freuen, die man auch mit dem Rollator erklimmen kann. Viele Restaurants bieten Seniorenteller an – also kleinere Portionen für weniger Geld. Fast überall gibt es Bänke zum Ausruhen, und komprimiert, wie der kleine Ort ist, sind alle wesentlichen Geschäfte, Restaurants und die Seebrücke zentral zu erreichen.

Und wer sich für eine Stadtrundfahrt oder einen Ausflug an die Steilküste interessiert, selbst aber nicht gut zu Fuß ist, fährt einfach mit dem „Carolinchen“: So heißt die kleine Bäder-Bahn, die mehrmals täglich direkt am Kurhaus zu ihren Rundfahrten aufbricht. Die Preise liegen bei 8 Euro pro Erwachsenem, Kinder zahlen die Hälfte. Hunde sind willkommen und einen absenkbaren Rollstuhlplatz bietet das „Carolinchen“ auch.

An der Mecklenburgischen Ostseeküste sind alle richtig, die ausgiebig baden und spazierengehen wollen. Das traditionsreiche Seebad, in dem sich auch Kurkliniken befinden, bietet nicht nur Familien mit Kindern viel Abwechslung, sondern auch Senioren und allen dazwischen. Eine Beach Bar direkt an der Seebrücke lädt zum Sundowner im Sand ein, hier gibt es auch Bratwurst und kleinere Snacks. Sehr sinnvoll ist es, sich ein Fahrrad zu mieten: Damit kann man nicht nur die lange Promenade und den etwas abseits liegenden den Yachthafen erkunden, sondern auch die reizvolle Landschaft drumherum.

In Tagesausflugsnähe lockt etwa das Literaturhaus Uwe Johnson im nahegelegenen Klütz oder die größte barocke Schlossanlage Mecklenburg-Vorpommerns, Schloss Bothmer. In die alte und sehenswert restaurierte Hansestadt Wismar ist es ebenfalls nicht weit, hier empfiehlt sich aber doch das Auto. Kulturinteressierte kommen auf Schloss Plüschow auf ihre Kosten. Das „Mecklenburgische Künstlerhaus“ bietet immer wieder spannende Ausstellungen zeitgenössischer Künstler. Neben Sandburgen und Jägerschnitzel, Badespaß und Kurbetrieb ist Nordwestmecklenburg eben seit jeher eine alte Kulturlandschaft mit Schlössern und Alleen, Literatur und Museen.

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