Wacken  Wacken Open Air 2024 startet: Wie lief die Anreise und was ist neu?

Florian Kleist
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Von Florian Kleist
| 31.07.2024 05:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Wacken startet nach der großen Anreise in den vergangenen Tagen heute auch das Bühnenprogramm. Foto: Axel Heimken/dpa
In Wacken startet nach der großen Anreise in den vergangenen Tagen heute auch das Bühnenprogramm. Foto: Axel Heimken/dpa
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Es ist wieder so weit: Das kleine Dörfchen Wacken verwandelt sich in das vermutlich größte Heavy-Metal-Festival weltweit. Mit allem, was dazugehört. Zum Start noch ein paar Antworten auf drängende Fragen rund um das Festival 2024.

Es gilt als eines der größten Heavy-Metal-Festivals der Welt und verwandelt ein kleines Dorf im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein für mehr als eine Woche in den Anlaufpunkt für Freunde härterer Musik aus der ganzen Welt. Das Wacken Open Air (kurz WOA), das in diesem Jahr zum 33. Mal stattfindet. Traditionell startet das Bühnenprogramm am Mittwoch – in diesem Jahr der 31. Juli – und geht bis Samstag. Am Sonntag ist Abreisetag. Aber die Anreise erfolgt schon Tage vorher – dieses Jahr erstmals offiziell seit Sonntag (28. Juli). Im vergangenen Jahr sorgte die Anreise wohl für die meisten Schlagzeilen. 

Gut, so die einhellige Meinung von Polizei und beim Großteil der Besucher. Wegen Dauerregen und schlammigen Platzverhältnissen hatten die Veranstalter 2023 erstmals in der Geschichte des Wacken-Festivals aus Sicherheitsgründen einen Einlassstopp verhängt. Unterm Strich waren deshalb statt erwarteter 85.000 nur 61.000 Metalfans auf dem „Holy Ground“, wie sie Wackens Ackerflächen nennen.

Die Veranstalter hätten einige hunderttausend Euro in die Hand genommen, um das landwirtschaftliche Gelände durch Schotterwege aus Recycling-Material zu befestigen. Außerdem wurde die Zufahrt durch sogenannte Access-Pässe neue geregelt und Autofahrern wurden jeweils unterschiedliche Anreiserouten zugewiesen. Und etwas lief zu Anreise noch ganz kostenfrei besser: das Wetter, denn es blieb weitgehend trocken.

Jetzt hatte Festival-Mitbegründer Thomas Jensen vorab betont: „Wir haben 2023 gelernt, dass der Schlamm doch immer wieder anders ist.“ Die Veranstalter hätten einige hunderttausend Euro in die Hand genommen, um das landwirtschaftliche Gelände durch Schotterwege aus Recycling-Material zu befestigen. Außerdem wurde die Zufahrt durch sogenannte Access-Pässe neue geregelt und Autofahrern wurden jeweils unterschiedliche Anreiserouten zugewiesen.

Zum Start am Sonntag (28. Juli) teilt dann auch Polizeisprecherin Merle Neufeld tags darauf mit: „Aus Sicht der Polizei ist die Anreise deutlich stressfreier als im Vorjahr verlaufen. Verantwortlich hierfür sind nach erster Einschätzung ein neues Verkehrskonzept sowie der Sonntag als zusätzlicher Anreisetag.“

Einer der Headliner bei der inzwischen 33. Auflage des Wacken Open Air sind die Scorpions. Mit ihren Hits wie „Wind of Change“ und „Rock you like a hurricane“ stehen sie am Donnerstagabend ab 22.15 Uhr auf einer der beiden Hauptbühnen, der Harder Stage. Die deutsche Rockband spielte bereits 2012 in Wacken. Außerdem stehen unter anderem Korn, Amon Amarth, In Extremo, Blind Guardian und Knorkator auf dem Programm.

In den vergangenen Monaten gab es zudem Spekulationen über einen Wacken-Gig von AC/DC. „Diese Hoffnung muss ich Fans nehmen“, sagte Jensen. Ein Auftritt dieser Größenordnung sei eine logistische Herausforderung. „Das ist eigentlich nicht das Konzept des Festivals.“

Neben dem zusätzlichen Anreisetag und der Verkehrsregelung durch Access-Pässe hat sich vor allem hinter den Kulissen im Jahr 2024 einiges getan. Ende Juni war bekannt geworden, dass die US-Beteiligungsgesellschaft KKR den hinter dem WOA stehenden Festivalveranstalter Superstruct Entertainment übernommen, das Unternehmen von der Investmentgesellschaft Providence Equity Partners gekauft hat.

Superstruct steht seit 2019 mit hinter dem weltweit größten Heavy-Metal-Festival, weil die Wacken-Gründer und -Veranstalter Thomas Jensen (58) und Holger Hübner (58) in jenem Jahr erstmals Anteile an ihrem Open Air verkauften. Sie behielten zunächst 45, Superstruct übernahm 55 Prozent. Inzwischen halten Jensen und Hübner jeweils nur noch etwas mehr als 15 Prozent. Vor dem jetzigen Festival-Start kündigte Jensen an, dass er und Hübner ihre Beteiligung „irgendwann“ auf jeweils fünf Prozent absenken würden. 

Und die Auswirkungen für die Fans? Das wird sich zeigen. Jensen kündigte aber an: „Wir wollen uns weiter für die Metalszene einsetzen, damit diese in Wacken weiterhin die geilste Party haben wird.“ 

Was die Tickets angeht, gilt in Wacken die Devise: Nach dem Festival ist vor dem Festival. Denn kurz nach dem letzten Akkord eines Jahres, startet der Vorverkauf für das nächste. Und das Wacken Open Air 2024 war somit knapp ein Jahr vor dem Start bereits ausverkauft: In einer neuen Rekordzeit von nur 4,5 Stunden, und zwar restlos. Aber: Es gibt es auch jetzt noch für Kurzentschlossene die Möglichkeit, außerhalb des von Veranstalter-Seite verbotenen Schwarzmarktes Tickets zu ergattern. Über die offizielle Ticketbörse. Bei Krankheit oder dem plötzlich auftretenden runden Geburtstag naher Verwandter können hier Tickets ver- und dann wieder gekauft werden.

Seit der beschaulichen Premiere im Jahr 1990 hat sich die Besucherzahl des Wacken Open Airs in etwa verhundertfacht. Im Jahr der deutschen Einheit versammelten sich knapp 800 Menschen auf einem Acker bei Wacken. Inzwischen kommen alljährlich weit mehr als 80.000 Menschen auf den heiligen Rasen. Vor und nach dem ersten Augustwochenende geht es für die rund 2100 echten Wacken-Einwohner wieder beschaulicher zu.

Inklusive Campingplätzen erstreckt sich das Festival-Gelände auf knapp 240 Hektar Fläche direkt am Rand des Dorfs. Das entspricht fast 350 Fußballfeldern.

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