Parteienärger in Friedeburg  AfD verschiebt Parteitag – Lokalbetreiber will nicht mehr

| | 31.07.2024 10:05 Uhr | 4 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Delegierte und Besucher kommen zum Landesparteitag der AfD Niedersachsen in Celle. Das Bild entstand am 19. August 2023. Foto: Stratenschulte/dpa
Delegierte und Besucher kommen zum Landesparteitag der AfD Niedersachsen in Celle. Das Bild entstand am 19. August 2023. Foto: Stratenschulte/dpa
Artikel teilen:

Eigentlich wollte die AfD an diesem Wochenende zwei ihrer Kreisverbände zusammenlegen, auf einem Sonderparteitag in Friedeburg. Daraus wird nun nichts. Der Gaststätten-Betreiber hat abgesagt.

Friedeburg - Die AfD muss ihren für diesen Sonnabend, 3. August 2024, in Friedeburg geplanten Sonderparteitag verschieben. Grund: Der Betreiber des Deutschen Hauses, wo das Treffen stattfinden sollte, hat der Partei im Nachhinein einen Korb gegeben. „Wir wollen keine Gegner hier haben, wir wollen keinen Stress“, sagt Mounir Alhelali auf Nachfrage. Bedroht worden sei er wegen der anstehenden AfD-Veranstaltung aber nicht, erklärt er noch.

Ein bisschen schwingt im Gespräch dennoch mit, dass der Gastwirt keine lautstarke Gegendemo vor seinem Gasthaus möchte. Das ist öfter der Fall, wenn die AfD zu Veranstaltungen einlädt. „Wir kommen hier klar, wir haben hier keinen Stress“, betont Alhelali. Als einige seiner Stammkunden ihn gefragt hätten, warum er die AfD denn im Haus haben werde, entschied er, die Veranstaltung abzusagen. „Ich will keine Stammkunden wegen Politik verlieren“, sagt er.

Was die AfD will

Das wichtigste Vorhaben bei dem nun verschobenen Sonderparteitag ist die Zusammenlegung der beiden Kreisverbände Wittmund und Friesland. So hatte es im Vorfeld Marcel Queckemeyer beschrieben, Mitglied des AfD-Landesvorstands und Teil des Notvorstands der Partei im Kreis Wittmund. Der eigentliche Vorstand des Kreisverbandes war im Frühjahr vom Landesvorstand abgesetzt worden. Der soll nun auch gar nicht mehr neu gewählt werden, stattdessen steht die Fusion an. Der Landesverband verspricht sich von der Zusammenlegung künftig eine größere Schlagkraft der Partei im Osten der ostfriesischen Halbinsel. Aus zwei je 50 Mitglieder starken Verbänden soll ein größerer mit 100 Mitgliedern werden. Die Zusammenlegung ist innerhalb der Wittmunder AfD nicht unumstritten.

Wann dieser Sonderparteitag nun stattfinden soll, ist noch unklar. Man suche erst mal nach einem neuen Ort, so Queckemeyer. Vor Ende September werde das wohl nichts. Der Vorgang weckt Erinnerungen an November 2019. Damals hatte der Wittmunder AfD-Kreisverband die damalige Landesvorsitzende der Partei, Dana Guth, zu einer öffentlichen Veranstaltung in die Gaststätte Deutsches Haus in Friedeburg eingeladen. Auch daraus wurde nichts: Die damaligen Betreiber der Gaststätte zogen ihre Zusage für die Veranstaltung auch kurzfristig zurück. In diesem Fall hatten eine angemeldete Gegendemo und Facebook-Aufrufe den Ausschlag gegeben.

Ähnliche Artikel