Eutin  Niemals den Hund im Auto lassen: Tierärztin gibt Tipps gegen Überhitzung

Mahé Crüsemann
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Von Mahé Crüsemann
| 12.08.2024 11:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Sommer sollten Hunde und Katzen auf keinen Fall im Auto gelassen werden – wie schnell ein Wagen sich aufheizt, wird oft unterschätzt. Foto: dpa
Im Sommer sollten Hunde und Katzen auf keinen Fall im Auto gelassen werden – wie schnell ein Wagen sich aufheizt, wird oft unterschätzt. Foto: dpa
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Der Innenraum eines Autos heizt sich im Sommer extrem schnell auf. Hunde sollten darum nie im Wagen gelassen werden, empfiehlt Tierärztin Angela Schulenburg. Sie weiß auch, wie zu erkennen ist, ob es dem Tier doch zu warm geworden ist und was gegen Überhitzung hilft.

Selbst im Schatten kann es im Innenraum eines Autos extrem schnell sehr warm werden. Laut ADAC heizt sich ein geschlossenes Fahrzeug selbst bei lediglich 20 Grad Celsius Außentemperatur innerhalb einer Stunde auf 46 Grad auf. Sind es draußen 34 Grad Celsius, erreicht die Innentemperatur nach einer halben Stunde schon die 50-Grad-Marke – lebensgefährliche Hitze, vor allem für Vierbeiner. Aber was tun bei Überhitzung? Tierärztin Angela Schulenburg aus Eutin weiß Rat.

„Alles, was hechelt, kann nicht schwitzen“, sagt Schulenburg. Das gelte zum Beispiel für Hunde und Katzen. „Das bedeutet, dass die ihre Körpertemperatur nicht so einfach regulieren können wie beispielsweise Pferde oder Kühe“, sagt die Veterinärin aus Eutin. Das habe zur Folge, dass etwa Hunde relativ schnell einen Hitzschlag erleiden können. „Sie sollten Ihren Hund eigentlich nie im Auto lassen“, lautet darum der Appell der Tierärztin. „Lassen sie ihn am besten zu Hause.“

Selbst ein geöffnetes Fenster sorge nicht für die notwendige Kühlung, die der Vierbeiner brauche. „Wenn einem Hund zu warm wird, fängt er an, sehr stark zu hecheln, er produziert viel Speichel und wird unruhig“, sagt Schulenburg. Dann sei sofortiges Handeln notwendig. „Nehmen Sie sich am besten einen Schwamm und kühles Wasser und durchtränken Sie das Fell des Tieres richtig bis auf die Haut“, rät sie. So könne die Kerntemperatur schnell runtergebracht werden.

„Besonders kritisch ist es, wenn das Gehirn anschwillt“, sagt Schulenburg. Bei Hitze könne es schnell dazu kommen und das bringe irreparable Schäden mit sich, wenn nicht schnell etwas getan werde. „Ich hatte in meiner Praxis leider schon einen solchen Fall“, sagt sie. Der Hund werde fortan an den Folgen leiden.

Ist das Haustier also überhitzt, heißt es: am besten schnell zum Tierarzt. „Wir können nämlich noch weitere Maßnahmen ergreifen, als sie zu Hause“, erklärt Schulenburg. Abschwellende Mittel etwa oder Infusionen könnten die Experten geben, damit es dem Tier schnell besser geht und irreversible Folgen ausblieben.

Den überhitzen Hund mit nassen Handtüchern abdecken, davon hingegen rät Angela Schulenburg ab: „Das Fell sorgt für eine Luftschicht zwischen Handtuch und Haut, die wie eine Isolationsschicht funktioniert“, erklärt sie. „Es kann also dazu kommen, dass sich die Hitze unter dem Handtuch staut und es dem Tier noch wärmer wird.“

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