„Iprime“ erneut angeklagt Ostrhauderfehner „Todesraser“ steht schon wieder vor Gericht
Nach seiner Verurteilung wegen illegaler Straßenrennen muss der YouTuber „Iprime“ am Mittwoch erneut vor Gericht erscheinen. „Es ist einfach krank“, kommentierte er seine Fahrten. Darum geht es nun.
Leer/Ostrhauderfehn - Der zu einer Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro und Entzug der Fahrerlaubnis verurteilte YouTuber „Iprime“ aus Ostrhauderfehn steht nur zwei Tage später erneut vor Gericht. Die Vorwürfe seien niedrigschwelliger als das am Montag, sagte Richter Heiko Brahms, Pressesprecher des Amtsgerichts Leer. Der Angeklagte muss sich am Mittwoch, 28. August 2024, in zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verkehrsdelikten verantworten.
Am Montag wurde der 26-Jährige wegen illegaler Straßenrennen verurteilt. Mit den selbstgedrehten Videos über Hochgeschwindigkeitsfahrten hatte „Iprime“ auch das Ziel, ein berühmter YouTuber zu werden. Er suchte die öffentliche Aufmerksamkeit, die er nun bekommt, allerdings eine andere, als ihm lieb ist. Darüber beklagt er sich.
„BamBam_tv“ ergriff Initiative
Seit April 2023 lagen Strafanzeigen gegen den Ostrhauderfehner vor. Monatelang tat sich zumindest öffentlich nichts. Aus diesem Grund ergriff der YouTuber „BamBam_tv“ die Initiative. Er sicherte die Videos von „Iprime“, schnitt sie zusammen und veröffentlichte im Januar 2024 mehrere Videos über die Raserei des Angeklagten. Im Februar 2024 kam es durch die Staatsanwaltschaft und die Polizei zu einer Hausdurchsuchung bei „Iprime“. Beweismittel wurden sichergestellt und der Führerschein des 26-Jährigen beschlagnahmt. Der von „BamBam“ geprägte Begriff „Todesraser“ aus Ostrhauderfehn wird seitdem oft zitiert im Zusammenhang mit „Iprime“. Im Gerichtssaal ließ der Angeklagte am Montag durch seinen Rechtsanwalt Folkert Adler mitteilen, dass er mittlerweile Respekt habe, weil seine Taten hohe Wellen geschlagen haben. Er werde ununterbrochen darauf angesprochen. „Er fühlt sich gegängelt und eingeschränkt“, sagte Adler.
„Diese Person“, damit sprach Adler „BamBam“ an, der im Gerichtssaal als Zuhörer saß, setzte seinem Mandanten ununterbrochen nach. Einen Vorwurf, den „BamBam“ im Gespräch mit dieser Redaktion zurückweist.
Mehrere Berufsausbildungen abgebrochen
„Iprime“, Hauptschulabschluss mit 18 Jahren, mehrere abgebrochene Berufsausbildungen, stellte seine zahlreichen selbstgedrehten Videos ins Internet. Mit seinen als „rücksichtslos und gefährdend“ eingestuften Fahrten sorgte er für Angst und Schrecken in der Region.
Das war ihm allerdings egal. Das ist während der Beweisaufnahme im Saal 28 des Amtsgerichts Leer in einem Video zu hören, das Grundlage für die Anklage war. „Leben am Limit“, hat der Angeklagte sein Werk genannt. In dem rund 15 Minuten langen Film redet der Mann nahezu ununterbrochen, oft mit hoher Stimme. Sätze sind zu hören wie: „Ich fahr wie so ein Behinderter“ oder „Alle regen sich auf“, und „Meine Bremsen sind auf.“ Unzählige Male kreischt er: „Oh mein Gott“ oder „Digga“. Auch ein Ziel nennt er: „Ich muss Rennfahrer werden.“ Ein weiterer Satz ist zu hören: „Es ist einfach krank.“
Es wird weitere Verfahren geben
Psychische Probleme, den Eindruck könnten Außenstehende bekommen, wenn sie den Film gesehen haben, hat er nicht. Das sagte der Angeklagte auf eine Frage des Richters.
Die Verfahren am Mittwoch sind nicht die letzten gegen „Iprime“. Die Staatsanwaltschaft hat ein weiteres Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit illegalen Straßenrennen abgeschlossen. Um vier bis fünf Fälle geht es.