Wasserstoffspeicher in der Krummhörn  Ostfriesland als „riesen Real-Labor“ der Energiewende?

| | 27.08.2024 18:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Uniper-COO Holger Kreetz (von links), Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Uniper-CEO Michael Lewis stehen vor der Wasserstoff-Speicheranlage des Energiekonzerns Uniper in Upleward. In der Anlage soll für zwei Jahre die Einspeicherung von Wasserstoff unter realen Bedingungen erprobt werden. Foto: Ortgies
Uniper-COO Holger Kreetz (von links), Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Uniper-CEO Michael Lewis stehen vor der Wasserstoff-Speicheranlage des Energiekonzerns Uniper in Upleward. In der Anlage soll für zwei Jahre die Einspeicherung von Wasserstoff unter realen Bedingungen erprobt werden. Foto: Ortgies
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In Upleward wurde eine Wasserstoff-Speicheranlage eröffnet. Von dieser „handfesten Pionierarbeit“ soll am Ende die ganze Region profitieren.

Upleward - In einer Zeit, in der die Umstellung auf klimafreundliche Energieversorgung immer dringlicher wird, setzen Niedersachsen und insbesondere Ostfriesland neue Maßstäbe. Mit der Eröffnung der Wasserstoff-Pilotanlage von Uniper in Upleward in der Gemeinde Krummhörn wird ein zentraler Meilenstein für die Energiewende in Deutschland gesetzt, wie Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Montag vor Ort sagte. „Ohne Niedersachsen wird die Energiewende in Deutschland nicht gelingen“, sagte der Minister. „Wir sind das Energieland Nummer 1 und das Wasserstoffland Nummer 1.“ Niedersachsen übernehme nicht nur Verantwortung, sondern sei auch Vorreiter.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei der Eröffnung der Wasserstoff-Pilotkaverne in Upleward. Foto: Ortgies
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei der Eröffnung der Wasserstoff-Pilotkaverne in Upleward. Foto: Ortgies

Der Energiekonzern Uniper will in Upleward Ende September einen unterirdischen Testspeicher für Wasserstoff in Betrieb nehmen und hatte am Montag, 26. August 2024, Vertreter aus Politik, Industrie und Presse zur offiziellen Eröffnung der Anlage eingeladen. Etwa zwei Jahre lang soll dort unter anderem geprüft werden, wie Materialien und Technik mit dem Gas zurechtkommen - „handfeste Pionierarbeit“, wie Uniper-CEO Michael Lewis es nannte. Auch die Einspeicherung von Wasserstoff unter realen Bedingungen und die Genehmigungsverfahren werden erprobt. Der Testspeicher befindet sich in einer Tiefe von gut 1700 Metern und misst etwa 30 Mal 16 Meter. Das Volumen liegt bei 3000 Kubikmetern - das ist so viel, dass eine Kirche locker Platz darin finden würde. Langfristig will der Konzern den Standort auch kommerziell ausbauen.

Uniper-COO Holger Kreetz (von links), Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Uniper-CEO Michael Lewis stehen vor der Wasserstoff-Speicheranlage des Energiekonzerns Uniper in Upleward. In der Anlage soll für zwei Jahre die Einspeicherung von Wasserstoff unter realen Bedingungen erprobt werden. Foto: Ortgies
Uniper-COO Holger Kreetz (von links), Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Uniper-CEO Michael Lewis stehen vor der Wasserstoff-Speicheranlage des Energiekonzerns Uniper in Upleward. In der Anlage soll für zwei Jahre die Einspeicherung von Wasserstoff unter realen Bedingungen erprobt werden. Foto: Ortgies

Standort Ostfriesland ist ideal für die Energiewende

Der Standort in der Krummhörn sei ideal. Laut Uniper-CEO Michael Lewis stelle er zum einen eine Ergänzung zu bestehenden Projekten in der Region, zum Beispiel in Wilhelmshaven, dar. Zum anderen biete der Standort durch seine Nähe zur windreichen Nordsee und der Anbindung an das bestehende Strom- und Gasnetz sowie das zukünftige Wasserstoff-Kernnetz viele Vorteile. „So stärken wir nicht nur den Standort Krummhörn, sondern auch die Bedeutung Niedersachsens als zentraler Energieträger in Mitteleuropa“, so Lewis.

Für Uniper spielt Niedersachsen eine zentrale Rolle, sagt Chief Executive Officer (CEO) Michael Lewis. Foto: Ortgies
Für Uniper spielt Niedersachsen eine zentrale Rolle, sagt Chief Executive Officer (CEO) Michael Lewis. Foto: Ortgies

Niedersachsen habe sich in den vergangenen Jahren zu etwas wie der Mutter der deutschen Energiewende etabliert. „Nur wenige Bundesländer verfügen über eine vergleichbare Kombination aus erneuerbaren Energien, industrieller Infrastruktur, technologischem Know-How und dem politischen Willen zur Transformation“, sagte Lewis. Gerade die Küstenregion mit ihren Windparks, den Häfen und den Wasserstoffprojekten sei „beispielhaft“ für die Zukunft der Energiewende.

Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) bei der Eröffnung der Wasserstoff-Pilotanlage in Upleward. Foto: Ortgies
Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden (parteilos) bei der Eröffnung der Wasserstoff-Pilotanlage in Upleward. Foto: Ortgies

Was haben die Bewohner davon?

Was haben die Menschen in der Krummhörn von diesem Pioniergeist in ihrer Gemeinde? Das wollte auch der Freepsumer Ortsvorsteher Johannes Voß wissen, der die Frage-Möglichkeit am Ende der Veranstaltung nutzte. Zum einen entstünden durch Projekte wie diese auf Sicht Jobs in der Region, antwortete ihm Uniper-COO Holger Kreetz. Zum anderen, so Wirtschaftsminister Olaf Lies, sollen und müssen, ähnlich wie bei der Windkraft, auch nicht unerhebliche Steueranteile in den Gemeindekassen ankommen. „Das ist etwas, was wir rechtlich sicherstellen müssen“, sagte er.

Nach den Redebeiträgen stellten sich der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (von links), Michael Lewis, Frank Holschuhmacher sowie Holger Kreetz von Uniper den Fragen der Gäste aus dem Publikum. Foto: Ortgies
Nach den Redebeiträgen stellten sich der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (von links), Michael Lewis, Frank Holschuhmacher sowie Holger Kreetz von Uniper den Fragen der Gäste aus dem Publikum. Foto: Ortgies

Generell, das machte Lies auch in seiner Rede klar, müsse man dafür einstehen, dass Niedersachsen nicht nur als Vorreiter mit Verantwortung, sondern als klarer Profiteur hervorgehe. „Ohne uns kommt die Energie nicht von See an Land, ohne uns ist kein Platz für entsprechende Konverter-Stationen und ohne uns wird man auch keinen Wasserstoff importieren oder speichern können“, so Lies. Dabei komme es eben nicht nur auf Klimaneutralität an, sondern auch auf die Stärkung Niedersachsens als Wirtschaftsstandort.

Holger Kreetz (Uniper, von links), Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden, Michael Lewis (Uniper), Landrat Olaf Meinen und Frank Holschuhmacher (Uniper) bei der offiziellen Eröffnung der Speicheranlage in Upleward. Foto: Ortgies
Holger Kreetz (Uniper, von links), Krummhörns Bürgermeisterin Hilke Looden, Michael Lewis (Uniper), Landrat Olaf Meinen und Frank Holschuhmacher (Uniper) bei der offiziellen Eröffnung der Speicheranlage in Upleward. Foto: Ortgies

Was es nun brauche, sei neben der Wertschöpfung vor allem Verlässlichkeit- auch aus der Politik. „Da muss man aufpassen, zwischendurch nicht ins Schwanken zu geraten“, sagte der Wirtschaftsminister. Dabei gehe es neben den finanziellen Rahmenbedingungen auch um standardisierte Genehmigungsverfahren und strukturierte Prozesse. Wer sehen wolle, wie all das funktioniert, der solle in die Krummhörn fahren, in das „riesen Real-Labor“ der Energiewende.

In der Krummhörn wurde eine Wasserstoff-Pilotanlage eröffnet. Foto: Ortgies
In der Krummhörn wurde eine Wasserstoff-Pilotanlage eröffnet. Foto: Ortgies
Über Tage ist nicht allzu viel zu sehen. Unter Tage geht es 1700 Meter in die Tiefe. Foto: Ortgies
Über Tage ist nicht allzu viel zu sehen. Unter Tage geht es 1700 Meter in die Tiefe. Foto: Ortgies

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