Osnabrück Deshalb empfiehlt Grünen-Ratsmitglied Diana Häs „Die Unbeugsamen 2“
Fünf Filme starten diese Woche neu in den Osnabrücker Kinos. Weshalb für Grünen-Ratsmitglied Diana Häs die Dokumentation „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, ihr Schönen!“ der Film der Woche ist, lesen Sie hier.
Laura Tonke und Moritz Bleibtreu glänzen in der Erziehungskomödie „Alles Fifty Fifty“, der Film „AfrAId“ über eine künstliche Intelligenz bringt wortwörtlich Horror ins Haus, und mit „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, ihr Schönen!“ startet die Fortsetzung einer der erfolgreichsten Kino-Dokumentationen in Deutschland. Diana Häs, Mitglied im Stadtrat Osnabrück mit den Schwerpunkten Frauen und Gleichstellung, hat den Dokumentarfilm bereits gesehen und ist voll des Lobes.
Frage: Frau Häs, Sie haben den Film „Die Unbeugsamen 2 – Guten Morgen, ihr Schönen!“ bereits gesehen. Worum geht es da?
Antwort: In dem Film geht es um die Frauenbewegung in der DDR von 1950 bis zum Ende der DDR, und es wird auch gezeigt, wie die Frauen dann in der Bundesrepublik angekommen sind.
Frage: Sollte man zum besseren Verständnis den ersten Film „Die Unbeugsamen“ gesehen haben?
Antwort: Das ist überhaupt nicht notwendig. Der erste Film war auch ganz interessant und großartig. Aber „Die Unbeugsamen 2“ ist ein ganz anderer Film. Im ersten Film ging es um Politikerinnen der Bonner Republik und später zu Angela Merkel. Der neue Film handelt von den Frauen in der DDR. Es geht um starke Frauen in der DDR, die um Frauenrechte gekämpft haben.
Frage: Sind Sie mit einer bestimmten Erwartungshaltung in den Film gegangen?
Antwort: Nein. Ich war ganz gespannt, ob es da Unterschiede gegeben hat, wie die Frauen in der damaligen DDR im Vergleich zu der Bundesrepublik gelebt haben.
Frage: Was macht aus Ihrer Sicht den Film „Die Unbeugsamen 2“ besonders?
Antwort: Der Filmemacher Torsten Körner hat hier meines Erachtens eine wirklich großartige Hommage an kämpferische Frauen erschaffen. Frauen wurden zu der Zeit in der DDR als Arbeitskräfte gebraucht. Eine Protagonistin im Film sagt, dass es in der DDR fast keine Hausfrauen gegeben habe. Das war eine absolute Seltenheit. Das fand ich sehr interessant. Aber trotzdem war es in der DDR damals so, dass beispielsweise Frauen in der Politik in Führungspositionen sehr selten waren. Körner hat sehr interessante Protagonistinnen von der Metallarbeiterin über eine Künstlerin bis zur Schauspielerin gefunden.
Frage: Ein sehr breit gestreutes Spektrum, oder..?
Antwort: Ja, absolut! Von Kunst über Fachkräfte, eine ehemalige Oberbürgermeisterin ist auch dabei. Aber ansonsten waren Frauen in Führungspositionen auch in der DDR nicht stark vertreten.
Frage: Der Film hat, wie schon sein Vorgänger, einen männlichen Regisseur. Macht sich das aus Zuschauerinnenperspektive bemerkbar?
Antwort: Ich fand das großartig, dass sich ein Regisseur des Themas Frauen, Frauenrechte und Frauenbewegung in der ehemaligen DDR so intensiv angenommen hat. Ich war vor dem Film schon gespannt, wie Herr Körner diesen Film aufbereitet und ich bin begeistert. Ein Zitat aus dem Film muss ich unbedingt loswerden: „Den Frauen blieb Folgendes: Sich durchbeißen oder durchgebissen werden“. Die waren wirklich kämpferisch! Und ein anderes starkes Zitat: Der größte Fehler an Frauen in der DDR war „der Mangel an Größenwahn“.
Frage: Wenn Sie dem Film eine Schulnote geben müssten, wie würde die dann ausfallen?
Antwort: „Unbeugsam“, der erste Film, eine Eins plus. „Unbeugsam 2“ eine Eins. Ich fand beide toll!
Frage: Frau Häs, haben Sie vielen Dank!
Die Unbeugsamen 2 - Guten Morgen, ihr Schönen! 109 Minuten, FSK ab 6. Cinema Arthouse.
Alles Fifty Fifty. Mama und Papa (Laura Tonke und Moritz Bleibtreu) sind geschiedene Leute. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie sich aus dem Weg gehen. Im Gegenteil. Weil Sohn Milan gewisse Verhaltensauffälligkeiten an den Tag legt, verbringen die drei einen gemeinsamen Sommerurlaub in Italien und wetteifern dabei in ihren Rollen als Vorzeigemama und -papa. 113 Minuten, FSK ab 6. Cinema Arthouse, Hall of Fame.
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