26 Anklagepunkte Auricher Polizist wegen Bestechlichkeit vor Gericht
Am nächsten Freitag muss sich ein 30-jähriger Polizist vor dem Auricher Landgericht verantworten. Er soll bestechlich gewesen sein, Kinderpornos besessen haben und heimlich Sexvideos gedreht haben.
Aurich - Erneut geht es vor dem Auricher Landgericht um ein Verfahren gegen einen Polizeibeamten aus Ostfriesland. Angeklagt ist ein heute 30-Jähriger aus Aurich, der bei der Polizeiinspektion Leer-Emden Dienst getan hat. Fünf Jahre lang soll er mehrere Straftaten begangenen haben, die nach Angaben von Landgerichtssprecherin Iris Schmagt im Rahmen anderer Ermittlungen durch Zufall ans Licht kamen. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück geführt. Sie hat den Polizisten in 26 Punkten angeklagt.
Am Freitag, 6. September, beginnt um 9 Uhr deshalb ein Prozess gegen ihn, in dem er sich wegen Bestechlichkeit, Verletzung des Dienstgeheimnisses sowie die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen verantworten muss. Dahinter stehen laut Schmagt zwei Fälle von Bestechlichkeit, dreimal der Vorwurf des Besitzes jugendpornografischer und zweimal der Vorwurf des Besitzes kinderpornografischer Aufnahmen. Die größte Teil der angeklagten Taten entfällt allerdings auf Videoaufnahmen, die der Polizist beim Sex gemacht haben soll, ohne dass seine Partnerinnen davon wussten.
Insgesamt vier Angeklagte
Die 2. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Bastian Witte hat für die Verhandlung fünf Prozesstage angesetzt. Denn neben dem Polizisten sind auch noch ein 39 Jahre alter Mann aus Wilhelmshaven sowie ein 29-Jähriger und ein 32-Jähriger aus Ganderkesee und Wardenburg angeklagt.
Dem Wilhelmshavener soll der Auricher Polizeibeamte nach Mitteilung des Landgerichts unter anderem pflichtwidrig Daten aus dem polizeilichen Vorgangsbearbeitungssystem - gegen Geldzahlungen - herausgegeben haben. Die weiteren Angeklagten sollen den Kontakt hergestellt haben. Die Taten sollen sich in den Jahren 2017 bis 2022 unter anderem in Emden, Aurich und Oldenburg ereignet haben.
Prozess könnte bis November dauern
Es sind Zeugen geladen. Das Landgericht hat Fortsetzungstermine am 27. September, 18. Oktober, 25. Oktober und 6. November angesetzt, jeweils um 9 Uhr.
Schon im Mai mussten sich zwei Polizeibeamte vor dem Gericht wegen Körperverletzung im Amt verantworten. Einer von ihnen wurde allerdings freigesprochen, der andere zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.