Treffpunkt eröffnet  Die fünf wichtigsten Fakten zum neuen Jugendplatz in Wiesmoor

| | 30.08.2024 07:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das Herzstück des Jugendplatzes ist der große Skatepark, der von den Skatern selbst geplant wurde. Foto: Böning
Das Herzstück des Jugendplatzes ist der große Skatepark, der von den Skatern selbst geplant wurde. Foto: Böning
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Nachdem der Jugendplatz am Ottermeer bereits seit vielen Monaten genutzt werden konnte, wurde er jetzt offiziell eröffnet. Was erwartet die Jugendlichen und was ist dort noch geplant?

Wiesmoor - Stadtjugendpfleger Michael Hofer ist bei der Eröffnung des Jugendplatzes am Ottermeer am Samstag, 24. August 2024, ganz in seinem Element: Er teilt die Teams für das Fußballturnier im sechseckigen Mini-Käfigfeld ein. Für ihn ist das ein Leichtes. Er ist nicht nur seit 20 Jahren als Jugendpfleger und Schulsozialarbeiter in Wiesmoor aktiv, sondern auch noch Fußballtrainer: „Ich kenne die Jugendlichen, die heute hier sind, schon lange“, sagt er. Wer ihn nicht von der KGS Wiesmoor oder vom Fußball kennt, ist ihm sicher schon einmal beim Ferienprogramm der Blumenstadt über den Weg gelaufen. Auch das stellt er mit dem Team der Schulsozialarbeit und Stadtjugendpflege auf die Beine.

Stadtjugendpfleger Michael Hofer war bei der Eröffnung des Jugendplatzes in Wiesmoor in seinem Element: Er organisierte das Kicker-Turnier in der Socceranlage. Foto: Böning
Stadtjugendpfleger Michael Hofer war bei der Eröffnung des Jugendplatzes in Wiesmoor in seinem Element: Er organisierte das Kicker-Turnier in der Socceranlage. Foto: Böning

Zusammen mit den Jugendlichen hat Hofer auch diesen Platz geplant. „Es fehlte ein Ort, an dem sich die Jugendlichen draußen treffen konnten. Auch die Skater hatten einen festen Anlaufpunkt gesucht“, sagt Hofer. Sie hätten über viele Jahre übergangsweise verschiedene Orte zum Skaten gehabt, bis diese wieder für etwas anderes genutzt worden seien. „So sind sie von der KGS an den Marktplatz und schließlich zur Freiwilligen Feuerwehr weitergezogen, bis auch die den Skatplatz selbst brauchte“, sagt Hofer.

Warum hat es bis zur Einweihung so lange gedauert?

Die Suche der Skater nach einem neuen Platz ist schon seit vielen Monaten abgeschlossen. Denn die Rampen und Hindernisse sind schon lange auf den Jugendplatz an die Straße Am Stadion gezogen. Warum die Stadt Wiesmoor noch so lange mit der offiziellen Eröffnung gewartet hat, erklärt Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos): „Wir wollten den Platz erst eröffnen, wenn alles komplett ist und mussten so lange auf den Holzunterstand warten.“ Bei all dem, was für den Jugendplatz bestellt werden musste, habe der Unterstand die längste Lieferzeit gehabt. Lübbers: „Jetzt ist er endlich da, aufgebaut und deshalb konnte es auch offiziell losgehen.“ Wie wichtig der Unterstand im Norden Deutschlands als Regenschutz ist, zeigte sich gleich bei der Eröffnung.

Der Käfig der Socceranlage ist für schnelle eins gegen eins Spiele perfekt. Foto: Böning
Der Käfig der Socceranlage ist für schnelle eins gegen eins Spiele perfekt. Foto: Böning

Was gibt es auf dem Jugendplatz?

Herzstück des Jugendplatzes ist der von Wiesmoorer Skatern selbst zusammengestellte Skatepark mit verschiedenen Hindernissen wie Rails und Rampen. Zusätzlich gibt es eine Socceranlage für schnelle eins-zu-eins-Duelle. Mit einem Durchmesser von wenigen Metern sind die Spiele auf dem Mini-Fußballfeld schnell und schweißtreibend. Mögliche Regeln: Wer zuerst drei Tore erzielt oder seinem Gegner den Ball durch die Beine spielt, ihn danach wieder aufnimmt und kontrolliert, ist der Sieger. Zusätzlich gibt es einen Basketballkorb für Streetball mit einem markierten Feld. Streetball hat ähnliche Regeln wie Basketball und wird üblicherweise mit zwei Mannschaften mit je bis zu drei Spielern gespielt. Der lange herbeigesehnte Unterstand ist mit Bänken und Tischen ausgestattet und am Eingang gibt es eine Toilette. Hinter der Socceranlage liegt eine große Rasenfläche, die ebenfalls genutzt werden kann.

Basketballkorb mit Streetball-Feld. Die Regeln sind hier ähnlich wie beim richtigen Basketball. Foto: Böning
Basketballkorb mit Streetball-Feld. Die Regeln sind hier ähnlich wie beim richtigen Basketball. Foto: Böning

Wie viel hat die Stadt für den Platz bezahlt?

„Möglich wurde der Platz auch deshalb plötzlich in der heutigen Form, weil es gute Fördermittel dafür gab“, erklärt Michael Hofer. Was das bedeutet, rechnet Sven Lübbers vor: Von den insgesamt 150.000 Euro, die die Ausstattung und Gestaltung des Platzes gekostet hat, seien allein 90 Prozent durch Fördermittel wieder reingeholt werden. Rund 100.000 Euro kamen aus dem Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen. Aus der Sportstättenförderung des Landes Niedersachsen kamen über den Landkreis Aurich weitere 35.000 Euro dazu. So musste die Stadt Wiesmoor für diesem Platz am Ende nur noch 15.000 Euro aus eigenen Mitteln beisteuern.

Wer hat festgelegt, was es auf dem Platz geben soll?

„Die Grundlage für die Planung des Platzes geht auf eine große Jugendumfrage der Stadt Wiesmoor im Jahr 2022 zurück“, erklärt Sven Lübbers. Etwa ein Drittel der rund 2000 Jugendlichen der Blumenstadt hatte sich an der Umfrage beteiligt. Eines ihrer Ergebnisse: 78 Prozent der befragten Jugendlichen wünschten sich einen Platz im Freien, um Freunde zu treffen, sich sportlich und kreativ abzureagieren oder Konzerte zu besuchen. Aus den Teilnehmern der Umfrage hat sich damals eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit Jugendpfleger Michael Hofer um die Planung kümmerte. „Mit den Skatern haben wir die einzelnen Elemente so lange auf einem Modell verschoben, bis alle mit der Lösung zufrieden waren“, sagt Hofer und grinst. Der Ort, an dem der Jugendplatz schließlich entstanden ist, war vorher übrigens ein Ablageplatz des Baubetriebshofs.

Wie geht es jetzt weiter?

Noch sind nicht alle Wünsche der Jugendlichen für einen Treffpunkt im Freien umgesetzt worden – deshalb soll es auch nach der Eröffnung mit der Planung weitergehen. „Die Rasenfläche wollen wir weiter entwickeln“, sagt Michael Hofer. Dazu will er sich wieder mit Jugendlichen zusammensetzen und gemeinsam die Planung vorantreiben. In der Umfrage hatten sich die Jugendlichen unter anderem eine Kletterwand, eine Graffitiwand und einen ‚Schreibtunnel‘, dessen Wände sie mit eigenen Gedanken und Texten vollschreiben können, gewünscht. Was davon demnächst den Weg auf den Jugendplatz finden wird, ist noch offen. „Die Pläne sollen auf jeden Fall möglichst schnell umgesetzt werden“, sagt Michael Hofer. Wer sich daran beteiligen möchte, kann sich an Michael Hofer wenden. Telefonisch ist er in der Stadtverwaltung unter der Nummer 04944/9274-21 erreichbar.

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