Dorfgemeinschaftshaus umgebaut  Jübberdes neue Kita setzt auf Nähe zur Natur

Rieke Heinig
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Von Rieke Heinig
| 31.08.2024 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine neue Kita hat in Jübberde eröffnet. Bürgermeister Heinz Trauernicht (hinten, von links), Leiterin Carina Wolters und Beate Bäuerle von der Gemeinde haben das Konzept erklärt. Foto: Heinig
Eine neue Kita hat in Jübberde eröffnet. Bürgermeister Heinz Trauernicht (hinten, von links), Leiterin Carina Wolters und Beate Bäuerle von der Gemeinde haben das Konzept erklärt. Foto: Heinig
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Mit einem Budget von 300.000 Euro wurde das Dorfgemeinschaftshaus in Jübberde in eine Kindertagesstätte umgewandelt. Die neue Einrichtung setzt auf ein naturnahes Konzept.

Jübberde - In den vergangenen Jahren war im Dorfgemeinschaftshaus Jübberde kaum noch etwas los. „Es waren nur acht Veranstaltungen im Jahr. Das ist zu wenig“, sagt Uplengens Bürgermeister Heinz Trauernicht im Pressegespräch. Nun ist dort wieder Leben eingezogen. Am 1. August 2024 hat nach einem umfangreichen Umbau die neue Kindertagesstätte ihre Türen geöffnet.

Die Idee dazu kam von Beate Bäuerle, Sachgebietsleiterin Personal, Organisation, Kindergärten und Schulen in der Gemeinde. Denn bereits seit vielen Jahren stand Uplengen vor derselben Herausforderung, sobald es um die Vergabe von Kita-Plätzen ging: Zu viele Kinder, zu wenig Platz. „Zwar konnten wir noch jedes Kind unterbringen, aber die Eltern mussten teilweise weit fahren, um ihren Nachwuchs zum Kindergarten zu bringen“, sagte Bäuerle gegenüber dieser Zeitung. Eine schnelle Lösung wurde gesucht – und gefunden. Nach nur wenigen Monaten Umbau, der im Januar startete, ist die Kita nun im Einsatz

Vor dem Umbau war die Kita ein Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Heinig
Vor dem Umbau war die Kita ein Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Heinig

Kindern soll Nähe zur Natur vermittelt werden

Durch die neue Einrichtung war es in diesem Jahr möglich, allen Eltern sofort einen Platz für ihre Kleinen zu bieten. Aktuell gebe es in Jübberde eine Gruppe mit 18 Kindern, sagt Bäuerle. Bei Bedarf könnte sofort eine zweite dazukommen. „Aus dem Ort gab es bisher viele positive Rückmeldungen“, sagt Trauernicht. Schließlich sei Kinderlachen für jedes Dorf eine Bereicherung, findet er. „Es ist ein bisschen bunter.“

Dafür sorge nicht zuletzt die neue Leiterin Carina Wolters. Sie verfolge ein naturnahes Konzept, sagt sie. Das zeigt sich bereits in den Innenräumen: Die Wände sind in hellem Grasgrün gestrichen und an den Decken hängen Äste und Girlanden mit Motiven wie Blätter oder Nüsse. „Wir hatten ziemlich freie Hand bei der Einrichtung“, sagt Wolters strahlend. Hinzu komme die Anbindung zum Wald. Zudem soll künftig mehrmals in der Woche ein Hund mit in die Morgenrunde kommen. „Vielleicht gibt es auch irgendwann Hühner“, sagt die Kita-Leiterin. Das stehe aber noch nicht fest.

Auch ein Hund soll – wie auf diesem Symbolfoto – in die Kita Jübberde kommen. Foto: Hildenbrand/dpa
Auch ein Hund soll – wie auf diesem Symbolfoto – in die Kita Jübberde kommen. Foto: Hildenbrand/dpa

Kita-Standort in Jübberde hat viele Vorteile

Der neue Standort habe gleich mehrere Vorteile, sagten Bäuerle und Trauernicht schon im Januar im Gespräch mit dieser Zeitung: „Es ist eine schnelle Lösung, günstiger als Container, hat eine super Anbindung an die Autobahn und wir haben auch länger etwas davon“, so Trauernicht. Rund 300.000 Euro hatte es die Gemeinde gekostet, das Gebäude neben der Freiwilligen Feuerwehr entsprechend umzubauen. Unter anderem mussten Sanitäranlagen, Küche und Garderobe altersgemäß umgebaut werden, erklärte Bäuerle. „Allein der Container für die Mensa in Hollen hat uns 120.000 Euro gekostet. Und das war nur einer, der wieder abgebaut wird. Für eine Kita würden wir mehrere benötigen“, so die Sachgebietsleiterin.

Das Dorfgemeinschaftshaus in Jübberde solle bis mindestens 2027 als Kita fungieren, sagte Trauernicht damals. „Wofür das Gebäude darüber hinaus genutzt wird, können wir noch nicht abschließend sagen. Aber egal, was es wird, die Sanierungsmaßnahmen werden nicht umsonst gewesen sein“, ist er sich sicher. Denn: Sollte die Einrichtung aus kommunaler Sicht nicht mehr erforderlich sein, „könnte sie immer noch als Betriebskita für die Firmen im Gewerbegebiet genutzt werden“, nannte der Rathaus-Chef ein Beispiel.

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