Tagung in Ihlow  Friesische Frauen wollen mehr als Kuhstall

| | 03.09.2024 09:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Geziena Scholtalbers aus Weener-Möhlenwarf organisiert das Interfriesische Frauentreffen in Ihlow. Fotos: Archiv/Ortgies
Geziena Scholtalbers aus Weener-Möhlenwarf organisiert das Interfriesische Frauentreffen in Ihlow. Fotos: Archiv/Ortgies
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Frauen aus den drei Frieslanden kommen vom 10. bis 13. September 2024 in Ihlow zum Interfriesischen Frauentreffen zusammen. Es begann einst mit gelangweilten Gattinnen.

Ihlow/Weener - Können wir noch was anderes machen, als Kuh- und Schweineställe zu begucken? Diese Frage stellten sich vor rund 40 Jahren einige Frauen, deren Männer sich im Interfriesischen Rat engagierten und zu einer Art Bauerntreffen zusammenkamen. Aus der Frage gelangweilter mitreisender Gattinnen ist ein eigenes Projekt entstanden, das Interfriesische Frauentreffen.

So jedenfalls wurde Geziena Scholtalbers die Entstehungsgeschichte überliefert. Die 69-Jährige aus Weener-Möhlenwarf organisiert das Interfriesische Frauentreffen vom 10. bis zum 13. September 2024 in der Gemeinde Ihlow. Die 28 Teilnehmerinnen (plus vier Tagesgäste) aus Ostfriesland, Westfriesland (Niederlande) und Nordfriesland (Schleswig-Holstein) pflegen die gemeinsame Kultur, vor allem aber den interfriesischen Kontakt.

Kontakt über die Landfrauen

Der Interfriesische Rat ist ein Zusammenschluss von Vereinen und Institutionen. Er vertritt die Interessen der drei Frieslande und will die gemeinsame Kultur, Sprache und Identität stärken. Zur Sektion Ost, also Ostfriesland, gehören unter anderem die Ostfriesische und die Oldenburgische Landschaft, der Friesische Klootschießerverband und der Landwirtschaftliche Hauptverein für Ostfriesland. Auch die Landfrauen sind dort aktiv. So ist Geziena Scholtalbers dazugestoßen. Die Niederländerin, die seit dem sechsten Lebensjahr in Deutschland lebt, war bis vor Kurzem Kreisvorsitzende der Landfrauen in Leer.

Nein, die Teilnehmerinnen des Projekts seien nicht die Anhängsel der männlichen Mitglieder im Interfriesischen Rat, sagt Scholtalbers. Ihr Treffen sei also nicht das „Damenprogramm“ des Interfriesischen Kongresses. Längst habe sich das Projekt Interfriesisches Frauentreffen verselbstständigt und laufe unabhängig von den Treffen des Interfriesischen Rates alle zwei Jahre. Ein Hinweis ist Scholtalbers wichtig: Das Projekt „Interfriesisches Frauentreffen Ostfriesland“ werde durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie dessen Programmpartner ermöglicht und von der Europäischen Union kofinanziert.

Der Tipp kam vom Bürgermeister

Bei vorhergehenden Treffen waren die Frauen privat oder einzeln in Hotels untergebracht. Diesmal gibt es für die Teilnehmerinnen einen gemeinsamen Tagungsort: das Gästehaus am Ihler Meer. Das ist kein Zufall. Der Tipp kam von Arno Ulrichs. Er ist Bürgermeister der Gemeinde Ihlow und zugleich Präsident des Interfriesischen Rates. Daher freue er sich doppelt, die Frauen in Ihlow empfangen zu dürfen, sagte Ulrichs im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Frauentreffen sei „ein Pfeiler der Zusammenarbeit zwischen den Frieslanden“, sagte Ulrichs, „weil das sehr kontinuierlich und verlässlich stattfindet“.

Zu den Ausflugszielen gehört die Klosterstätte Ihlow.
Zu den Ausflugszielen gehört die Klosterstätte Ihlow.

Zu Beginn der Tagung am Dienstag, 10. September 2024, ist ein Empfang im Rathaus geplant. An den Folgetagen besuchen die Frauen unter anderem die Gedenkstätte KZ Engerhafe, das Moormuseum in Moordorf, die Ostfriesische Landschaft in Aurich und die Klosterstätte Ihlow. Sie unterhalten sich nach Angaben Scholtalbers′ vorwiegend auf Hochdeutsch, denn die verschiedenen Ausprägungen des Plattdeutschen und Friesischen seien zu unterschiedlich, als dass sie von allen verstanden würden.

Wer sich kurzfristig noch für einzelne Programmpunkte anmelden möchte, kann sich an Geziena Scholtalbers wenden: E-Mail geziena.scholtalbers@gmail.com, Telefon 04953/8268, mobil 01520/8979084.

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