Chaos durch Elterntaxis? So geht es morgens vor den Grundschulen in Leer zu
Viele Eltern setzen auf das Auto, um ihre Kinder zur Schule zu bringen. Wir haben uns angesehen, wie chaotisch es morgens vor den Grundschulen in Leer ist.
Leer - Die Zeiger der Uhr stehen auf 7.30 Uhr. Es ist Dienstagmorgen, der 10. September 2024. In der Stadt Leer ist bereits einiges auf den Straßen, Geh- und Radwegen los. Während einige Erwachsene wohl zur Arbeit fahren oder andere Erledigungen machen, sind viele Kinder und Jugendliche offensichtlich auf dem Weg in die Schule. Die Ranzen, die sie bei sich haben, verraten es. Manche sind alleine zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, andere in Begleitung von Erwachsenen – insbesondere die kleineren Kinder. Gerade die werden aber auch oft von ihren Eltern zur Schule gefahren. Das jedenfalls besagt eine aktuelle Studie der ADAC-Stiftung.
Wie die Schulen in Leer selbst die Lage einschätzen und welche Lösungsansätze es bereits gibt, ist demnächst zu lesen. Dann soll es auch um Erfahrungen zu Elterntaxis und dem Verkehrsaufkommen vor Schulen in Leer gehen. Sie sind Elternteil oder anderweitig betroffen? Dann schreiben Sie gerne eine Mail an r.heinig@zgo.de.Was sind Ihre Erfahrungen?
Demnach werde jedes vierte Grundschulkind meistens mit dem Auto in die Schule gebracht. Die Hauptgründe dafür, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und wieder abholen, seien nach Angaben des ADAC praktischer Natur: Anschlusstermine, schlechtes Wetter und Zeitersparnis für das Kind. „Nur wenige Eltern nennen als Grund einen unsicheren Schulweg. Dass Elterntaxis auf eben diesem mehrheitlich als sicher eingestuften Schulweg unnötige Gefahren heraufbeschwören, ist jedoch die größte Kritik der Eltern, deren Kinder zur Schule gehen, rollern oder radeln“, schreibt die ADAC-Stiftung in einer Mitteilung.
Stichproben an Grundschulen in Leer
Auch in Leer wird es morgens bevor es klingelt teilweise unübersichtlich vor den Grundschulen. „Wir haben keine klassischen Hotspots im Stadtbereich, grundsätzlich ist das Aufkommen an den meisten Schulen vergleichbar“, erklärte Svenia Temmen, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Leer/Emden, bereits gegenüber dieser Zeitung.
Das bestätigte sich am Dienstagmorgen: Wir waren stichprobenartig bei der Daalerschule und der Eichenwallschule. Die erste Stunde beginnt an beiden Grundschulen um 7.45 Uhr. Hier kommen unsere Eindrücke.
Die Daalerschule
An der Daalerschule waren wir gegen 7.30 Uhr. Dann öffnet die Schule ihre Türen. Viele Kinder kamen bereits mit dem Fahrrad oder zu Fuß in Begleitung der Eltern. Gerade für Autofahrer hieß das: Vorsichtig, langsam und aufmerksam fahren, insbesondere an Abbiegungen.
Viele Kinder wurden allerdings auch mit dem Auto abgesetzt – jedoch in Nebenstraßen in einiger Entfernung zur Schule. Jedenfalls als wir da waren. Für Radfahrer war also meist freie Fahrt, nur vereinzelt schlichen einige Autofahrer direkt an der Schule vorbei.
Die Eichenwallschule
Etwas wuseliger wurde es an der Leeraner Eichenwallschule. Hier muss fairerweise gesagt werden: Wir waren kurz vor dem Klingeln gegen 7.40 Uhr dort. Entsprechend groß war der Andrang der Schülerinnen und Schüler auf den Haupteingang. Wer mit dem Auto durch wollte oder musste, musste auch dort Schrittgeschwindigkeit beibehalten um keinen Schüler, der plötzlich mit dem Rad vorbei wollte, zu übersehen.
Auch an der Eichenwallschule bemühten sich die Elterntaxis, ihre Kinder in den Nebenstraßen abzusetzen, einzelne hielten aber auch an der Durchfahrtsstraße. Um Sicherheit zu gewährleisten, überwachte die Polizei in einem Streifenwagen die Situation. Die Polizei Leer/Emden mache regelmäßig an den Schulen im Stadtgebiet „Schulwegüberwachungen“, hatte Sprecherin Temmen bereits verraten.
Das Fazit
Auch in Leer kann es an den Grundschulen morgens zu unübersichtlichen Situationen kommen. Wer kann, sollte insbesondere mit dem Auto die Straßen an den Schulen meiden – gerade kurz bevor der Unterricht losgeht. Die Polizei hat die Problematik allerdings im Auge.