Sonderlob für Firrels Youngster  Fynn Dierks – morgens Bio-Test, abends Landesliga-Topspiel

| | 12.09.2024 15:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Fynn Dierks (links, hier im Spiel gegen Dodesheide) ist trotz seiner eher schmalen Figur zweikampfstark. Er sorgt für defensive Stabilität auf der rechten Firreler Seite, setzt aber auch offensiv Akzente. Fotos: Doden, Emden
Fynn Dierks (links, hier im Spiel gegen Dodesheide) ist trotz seiner eher schmalen Figur zweikampfstark. Er sorgt für defensive Stabilität auf der rechten Firreler Seite, setzt aber auch offensiv Akzente. Fotos: Doden, Emden
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Der 19-Jährige aus Südgeorgsfehn ist der jüngste Stammspieler bei GW Firrel. Auch abseits von Fußball und der Schule ist er fleißig. Am Freitag steht das Duell um Platz eins mit Nordhorn an.

Firrel - Morgens Bio-Kurztest, nachmittags Getränke im Supermarkt einräumen und abends Fußball-Landesliga-Topspiel: Auf Fynn Dierks aus Südgeorgsfehn (Gemeinde Uplengen) wartet ein ereignisreicher Freitag. Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker. Ins Bett fällt der 19-Jährige dann idealerweise erst in den ersten Stunden des Folgetags als Tabellenführer. „Ich freue mich schon die ganze Woche auf dieses Spiel, habe richtig Bock“, sagt der Außenverteidiger von GW Firrel.

Um 20 Uhr gastiert der SV Vorwärts Nordhorn in Firrel. „Das wird bestimmt ein Spiel auf Augenhöhe“, sagt Dierks. Firrel reicht ein Unentschieden, um – mindestens für einen Tag – Spitzenreiter SV Bevern zu überholen. Nordhorn, aktuell Dritter und wie Firrel ebenfalls noch ungeschlagen in der Liga, braucht für Platz eins einen Sieg.

Fynn Dierks (links, hier im Spiel gegen Dodesheide) ist trotz seiner eher schmalen Figur zweikampfstark. Er sorgt für defensive Stabilität auf der rechten Firreler Seite, setzt aber auch offensiv Akzente. Fotos: Doden, Emden
Fynn Dierks (links, hier im Spiel gegen Dodesheide) ist trotz seiner eher schmalen Figur zweikampfstark. Er sorgt für defensive Stabilität auf der rechten Firreler Seite, setzt aber auch offensiv Akzente. Fotos: Doden, Emden

Firrel hat viele Spieler mit Startelf-Anspruch

„Das dürfte ein schönes Spielchen werden und hoffentlich den ein oder anderen Zuschauer anlocken“, sagt Firrels Trainer Bernd Grotlüschen. Bei der Aufstellung hat er wieder einmal die Qual der Wahl. „Wir haben durch Neuzugänge eine Menge Qualität dazubekommen – und eine völlig neue Kaderbreite. Da haben viele Jungs zu recht den Anspruch, spielen zu wollen.“ Zuletzt saßen Spieler auf der Bank, die dort in der vergangenen Saison höchstselten oder gar nicht Platz nehmen mussten. Zum Beispiel Mittelfeldmann Jendrik Janßen (letzte Saison 28-mal Startelf, zweimal Joker) und Verteidiger Nico Gereke (letzte Saison 27 Spiele, alle in der Startelf).

„Jendrik hat eine Mittelohr-Entzündung zurückgeworfen, Nico war eine Woche beruflich nicht da. In der vergangenen Saison hätte ich sie vielleicht trotzdem aufgestellt. Jetzt haben wir Alternativen zu jedem. Wir haben eine bessere Trainingsbeteiligung, alle geben mehr Gas“, freut sich Grotlüschen.

Unser Tipp

GW Firrel – SV Vorwärts Nordhorn 2:1. Das Topspiel der Fußball-Landesliga könnte ein unterhaltsames werden. Beide dürften ihr Heil in der Offensive suchen. Die Erfahrung, Qualität und die heimische Flutlichtkulisse könnten am Ende knapp den Ausschlag für einen Firreler Erfolg geben.

Dierks hat „eine beeindruckende Konstanz“

Einer der wenigen bei ihm derzeit gesetzten Spieler ist Fynn Dierks. Der 19-Jährige ist bei Firrel, das mit einem Durchschnittsalter von 28,9 Jahren den mit Abstand ältesten Kader aller 16 Landesligisten hat, der jüngste Stammspieler. „Fynn hat für sein Alter eine beeindruckende Konstanz in seiner Leistung. Er macht die rechte Seite hinten dicht und bringt auch einen Offensivdrang mit“, lobt Bernd Grotlüschen den Südgeorgsfehntjer, der vor etwas mehr als einem Jahr zu seinem Team dazustieß und den er zum Außenverteidiger umschulte.

Bei der U19 von Kickers Emden agierte Fynn Dierks im zentralen Mittelfeld, dann folgte der Wechsel zu Herren-Landesligist Firrel. Zu Saisonbeginn ab und zu noch eingewechselt, erarbeitete sich Dierks einen Stammplatz auf der rechten Defensivseite. „Fynn weiß genau, wie er seinen kleinen Körper einsetzen muss. Er ist zweikampfstark und stabil. Taktisch und mit Ball am Fuß lernt er immer mehr dazu“, beschreibt Bernd Grotlüschen Firrels Nummer 5.

Fußball, Schule und zwei Nebenjobs

Fynn Dierks selbst hat Gefallen an seiner Position gefunden. „Ich mag es auf der Seite, da kann ich meine Schnelligkeit ausspielen. Und im Zentrum sind wir sehr stark besetzt, da stelle ich gar keine Ansprüche“, sagt der junge Mann, der Firrels rechte Seite rauf und runter beackert.

Fleißig ist Fynn Dierks nicht nur auf dem Fußballplatz. Er besucht die KGS Wiesmoor, um dort sein Abitur zu machen. Dazu hat der 19-Jährige noch zwei Nebenjobs – das Fußballspielen in Firrel, wofür er auch eine Aufwandsentschädigung erhält, nicht einmal mitgerechnet. Zwei- bis dreimal in der Woche räumt Dierks beim Edeka-Markt in Hollen die Getränke mit ein. An Wochenenden arbeitet er dann noch bei „Lui & Mirko’s Schlemmerpfanne“ in Südgeorgsfehn und hilft bei der Essenszubereitung für große Gesellschaften.

„Aktuell passt alles perfekt in meine Woche. So gewöhne ich mich schonmal an das Arbeitsleben und kann mit meinem Geld eigenständig hantieren“, sagt Fynn Dierks, für den an diesem Freitag in der ersten Schulstunde ein Kurztest in Biologie ansteht. Nach ein paar Freistunden folgt dann noch Geschichtsunterricht, das Arbeiten im Supermarkt und das Highlight der Woche: das Landesliga-Topspiel mit Firrel gegen Nordhorn.

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