Tat in Moormerland Ausgeraubt im eigenen Zuhause – was tun?
In Moormerland ist ein Paar in den eigenen vier Wänden angegriffen und beklaut worden. Wie der Ermittlungsstand ist und wie man sich in solchen Situationen verhalten sollte, haben wir nachgefragt.
Moormerland - Es ist wohl eine Horror-Vorstellung für viele Ostfriesen: In Moormerland ist am vergangenen Wochenende ein Paar in den eigenen vier Wänden erst bedroht, verprügelt und dann beklaut worden. Wir haben bei der Polizeiinspektion Leer/Emden nachgefragt, ob es bereits neue Erkenntnisse gibt, wie man sich vor Vorfällen wie diesen schützen kann und wie man sich als Opfer eines Überfalls am besten verhalten sollte.
Was genau ist passiert?
Fünf zum Teil unbekannte Männer haben am Samstagnachmittag, 21. September 2024, den 38-Jährigen und seine 29-jährige Freundin in deren gemeinsamer Wohnung überfallen. Wie die Polizei bereits mitteilte, forderten die Täter, die zwischen 29 und 44 Jahre alt sein sollen, das Paar auf, ihnen Bargeld zu geben. Als das Paar sich weigerte, schnappten sich die Männer die Handys der Opfer und schlugen zudem auf sie ein. Der 38-jährige Mann wurde leicht verletzt. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.
Warum wurde das Paar angegriffen?
Nach Angaben der Polizei gibt es eine Vorbeziehung zwischen Opfer und Täter. „Somit kann ich Ihnen mitteilen, dass keine Raubbande oder ähnliches im Landkreis Leer unterwegs ist“, schreibt Svenia Temmen, Polizeihauptkommissarin und Pressesprecherin bei der Polizeiinspektion Leer/Emden. Die fünf Tatverdächtigen seien nicht als Bande einzustufen. „Es ging wohl grundsätzlich um finanzielle Ansprüche aus einer Arbeitsbeziehung“, erklärt Temmen.
Könnte so etwas nun häufiger vorkommen?
Da keine „Bande“ im Kreis Leer ihr Unwesen treibt, ist das unwahrscheinlich. Polizeisprecherin Temmen betont noch einmal, dass es sich im aktuellen Fall aus Moormerland um eine finanzielle Forderung aus einer persönlichen Beziehung gehandelt habe. „Vergleichbare Fälle in der Form haben wir nicht zu verzeichnen. Allerdings kommt es natürlich immer mal wieder vor, dass sich Personen aufgrund finanzieller Angelegenheiten streiten“, sagt Temmen.
Wie kann ich mich vor Einbrechern und Räubern schützen?
Vor Unbekannten, die vor der Tür stehen und aus verschiedenen Gründen versuchen, ins Haus zu gelangen, könne man sich schützen, indem man bereits vorher überprüft, wer vor der Tür steht, erklärt Svenia Temmen. Das sei beispielsweise durch ein Fenster neben der Tür, durch einen Türspion, eine Haustürkamera oder durch eine spezielle Türsicherung mit einem Sperrbügel möglich. „So kommt erst gar keiner ins Haus“, schreibt Temmen. Auch vom „beliebten Offenhalten der Seiteneingangstüren“ rät die Polizeisprecherin ab. Das erhöhe die Gefahr eines Einbruchs genauso wie die Terrassentüren zu öffnen und sich dann für einen Moment hinzulegen oder in einen anderen Teil des Hauses zu gehen.
Konnte man nicht früher die Türen einfach bedenkenlos offen lassen?
Nein, betont Svenia Temmen. „Man hört ja öfters mal die Aussage: ,Früher konnte man die Türen ja einfach auflassen‘ – das ist so nicht richtig und war schon damals keine gute Idee“, schreibt sie. Denn geklaut worden sei bei guter Gelegenheit immer schon.
Wie verhalte ich mich, wenn doch ein Einbrecher in die Wohnung gelangt?
Polizeisprecherin Temmen rät: Sollte jemand trotz aller Vorsicht in das Haus oder die Wohnung gelangt sein und Wertsachen fordern, dann diese direkt herausgeben. Weitere Option: „Wenn möglich kann man sich auch in einen Raum zurückziehen und schnellstmöglich den Notruf wählen.“