Neues Aussehen  Markthalle Aurich – graues Lärchenholz statt Glas und Stahl

Heino Hermanns
|
Von Heino Hermanns
| 24.09.2024 13:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit einem großen Autokran wurden die Fassadenteile zur Markthalle gebracht. Foto: Heino Hermanns
Mit einem großen Autokran wurden die Fassadenteile zur Markthalle gebracht. Foto: Heino Hermanns
Artikel teilen:

Seit Montag erhält die Auricher Markthalle ein neues Aussehen. Glas und Stahl verschwinden hinter einer neuen Fassade. Auch drinnen tut sich einiges.

Aurich - Seit Montag erhält die Auricher Markthalle ein komplett neues Aussehen – und wird dabei etwas breiter. Denn mit einem großen Autokran wurde am Montag damit begonnen, die neue Fassade der Markthalle zu installieren. Rundherum wird das Gebäude daher etwa 30 Zentimeter hinzugewinnen. Den Grund erklärt Gerhard Boekhoff, Leiter des Auricher Hochbauamtes. „Damit verlegen wir die thermische Hülle nach außen.“ Denn mit der neuen Fassade würden alle Stahlelemente eingehaust und könnten so nicht mehr als Wärmebrücken dienen. Am Mittwoch sollen die letzten Außenelemente montiert werden.

Spätestens in einem halben Jahr sollen hier die Gäste Platz nehmen können. Foto: Heino Hermanns
Spätestens in einem halben Jahr sollen hier die Gäste Platz nehmen können. Foto: Heino Hermanns

Das endgültige neue Gewand für die alte Markthalle, die 1991 errichtet worden ist, ist das aber noch nicht. Auf der nun vorgehängten Fassade soll später eine Lärchenholzschalung angebracht werden. Das Holz ist auch ohne Behandlung mit Holzschutzmitteln wetterbeständig und bildet im Laufe der Zeit eine graue Schicht. Dieses Grau soll laut Boekhoff aber schon als Farbe aufgebracht werden, damit der Farbton sich im Laufe der Jahre nicht ändert. Keine glatten Holzwände wird die Markthalle bekommen. „Einige Bereiche werden erhaben sein“, so Boekhoff.

Innenausbau läuft auf Hochtouren

Gut zu erkennen ist bereits der Fahrradabstellplatz, der an der linken Nordseite der Halle untergebracht wird. Insgesamt 45 Stellplätze wird es dort geben, auch eine Ladestation für E-Bikes ist vorgesehen. Ebenfalls auf der Nordseite befindet sich später der Eingang zur Behindertentoilette. In der Mitte soll der Personaleingang für die Mitarbeiter des künftigen „Café Extrablatt“ sein. Denn die Gäste werden vor allem von der Südseite des Gebäudes, vom Marktplatz aus, in das neue Café gelangen. An den Seiten könnten zwar auch Türen geöffnet werden, so Boekhoff. Das aber werde wohl eher die Ausnahme bleiben.

In dieser Ecke des Gastraumes wird sich später ein Tresen befinden, dahinter die Küche. Foto: Heino Hermanns
In dieser Ecke des Gastraumes wird sich später ein Tresen befinden, dahinter die Küche. Foto: Heino Hermanns

Während draußen noch die Gewerke abgearbeitet werden, für die die Stadt Aurich zuständig ist, läuft drinnen bereits der Ausbau für das künftige Café. Mitarbeiter der Gastronomiekette sind damit beschäftigt, das typische „Extrablatt“ einzurichten, das in jeder Stadt demselben System folgt. Bereits gut zu erkennen sind die Räume für die Kühlung, die Küche, Personalräume und Gästetoiletten. Während die Stadt Aurich rund zwei Millionen Euro in die Markthalle investiert, gibt das Unternehmen aus Emsdetten weitere 1,6 Millionen Euro für den Innenausbau aus.

Extrablatt war die letzte Rettung

Mit der Markthalle, wie sie sich in den vergangenen Jahrzehnten präsentiert hat, hat auch der Innenraum nicht mehr viel zu tun. Eine neue Decke wurde eingezogen, damit das „Café Extrablatt“ das eigene Lichtkonzept umsetzen kann. Sonnenlicht, das von oben hereinscheint, würde da stören.

Die Kaffeehauskette aus dem Münsterland war die letzte Rettung der Markthalle. Nach einer langen Suche nach einer neuen Nutzung setzte sich ihr Vorschlag kurz vor Ablauf der Frist Ende 2022 durch. Die Alternative wäre nur noch der Abriss gewesen.

Im ersten Quartal des kommenden Jahres will das „Café Extrablatt“ eröffnen. Einen genaueren Termin mochte auch Gerhard Boekhoff nicht nennen. Bereits in der vorigen Woche hatte sich Extrablatt-Expansionsleiter Carsten Dreyer auf Nachfrage unserer Redaktion nicht festlegen wollen. Das Café Extrablatt betreibt unter diesem Namen bundesweit mehr als 100 Cafés im Franchise-System, unter anderem in Leer, Oldenburg und auf Norderney. In Aurich ist das Unternehmen bereits vertreten: Seit Anfang 2023 betreibt der Konzern die „Hafenkiste“ am Auricher Hafen.

Ähnliche Artikel