Berlin Habeck-Vertraute und Ex-Partnerin von Boris Palmer: Wer ist Franziska Brantner?
Nach dem angekündigten Rücktritt von Ricarda Lang und Omid Nouripour müssen die Grünen den Parteivorsitz neu besetzen. Der Name Franziska Brantner steht dabei hoch im Kurs. Das dürfte vor allem Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gefallen.
Bei den Grünen rumort es gewaltig: Nachdem zunächst Ricarda Lang und Omid Nouripour am Mittwoch ihren Rücktritt als Parteivorsitzende verkündet hatten, legte wenig später auch der gesamte Vorstand der Grünen Jugend sein Amt nieder.
Jetzt wollen die Grünen den Neustart wagen. Dazu sollen die Mitglieder beim kommenden Parteitag im November einen neuen Vorsitz wählen. Mehrere Namen werden gehandelt, einer fällt besonders häufig: Franziska Brantner.
Die 45-Jährige ist seit 2021 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. In Kreisen der Grünen gilt sie als fachkundig, durchsetzungsstark und gut vernetzt – nicht zuletzt wegen ihres guten Verhältnisses zu Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Sie selbst beschreibt sich auf ihrer Homepage als „überzeugte Europäerin“.
Im Alter von 17 Jahren trat sie der Grünen Jugend bei, bereits ein Jahr später war sie Mitglied im Bundesvorstand der Jugendorganisation. Nach ihrem Studium, das sie nach Paris, New York und Mannheim führte, gelang ihr 2009 der Einzug ins EU-Parlament, seit 2013 sitzt die Grünen-Politikerin im Bundestag.
Kurz zuvor hatte Brantner ihre Beziehung zum Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, beendet. Das Paar bekam 2010 eine gemeinsame Tochter. Als einer der ersten Oberbürgermeister Deutschlands nahm Palmer damals für zwei Monate Elternzeit in Anspruch und ließ sein Amt in dieser Zeit ruhen.
Während ihr Ex-Partner nach mehreren Verwerfungen die Partei mittlerweile verlassen hat, kann sich Brantner laut Beobachtern gute Chancen auf den Grünen-Vorsitz ausrechnen. Mit Wirtschaftsminister Habeck hat sie zudem einen großen Fürsprecher. Aus dem Umfeld heißt es, dass er Brantner einen Ministerposten versprochen habe, sollten die Grünen an einer Bundesregierung beteiligt sein.
Traditionell werden die Grünen von einer politisch ausgewogenen Doppelspitze geführt. Da Brantner dem Realo-Flügel angehört, würde ein linkes Parteimitglied den zweiten Vorsitz für sich beanspruchen. Hierfür ist der Besetzung weniger klar, während die Wahl von Brantner zur Parteivorsitzenden im November – Stand jetzt – nur noch Formsache zu sein scheint.