Testlauf auf Teufelsinsel  Eine Werft als Konzert-Location? Das klappt in Emden

| | 02.10.2024 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Urige Atmosphäre beim Konzert auf der Teufelsinsel. Foto: Martin Sährig
Urige Atmosphäre beim Konzert auf der Teufelsinsel. Foto: Martin Sährig
Artikel teilen:

Die Teufelsinsel im Emder Außenhafen war schon länger als Event-Location im Gespräch. Jetzt gab es das erste Live-Konzert – und weitere sind geplant.

Emden - Die Teufelsinsel in Emden ist vielen ein Begriff, doch nicht viele waren bislang auf dem historischen Gelände. Das will der Arbeitskreis für historischen Schiffbau in Ostfriesland rund um den Vorsitzenden Martin Sährig gerne ändern.

Rund 130 Gäste kamen zum ersten „Dockside Festival". Foto: Martin Sährig
Rund 130 Gäste kamen zum ersten „Dockside Festival". Foto: Martin Sährig

Der Verein, der auf dem Areal in einer eigenen Werft unter anderem die Tjalk „Anne“ gebaut hat, hat am Wochenende in maritimer Atmosphäre das erste „Dockside Festival“, also Werft-Festival, veranstaltet. „Der Testballon hat funktioniert“, sagt Martin Sährig zur Premiere. „Viele der Besucher waren noch nicht vor Ort und einige waren echt geflasht“, sagt er.

Was war das für ein Event?

Für die erste Veranstaltung auf der Teufelsinsel, die sich in der Nähe der Nesserlander Schleuse befindet, sollte es „so maritim wie möglich sein“, sagt Martin Sährig. Auf der Nesserlander Insel, wie die Teufelsinsel offiziell heißt, ist das kein Problem. Die Tjalk „Anne“ liegt gerade am Steg, andere Boote sind an Land „geparkt“. Die Werfthalle mit dem hohen Turm, aus dem früher der Qualm von verbrennendem Schiffsöl kam, dem die Insel ihren Namen verdankt, steht beschaulich am Wasser. Und ringsumher ist der Blick auf den Emder Hafen, den Nordseewerke-Kran und die Werft EWD gerichtet.

Die Band „Fern der Heimat" aus Gießen sorgte beim ersten Festival auf der Teufelsinsel für maritime Klänge. Foto: Martin Sährig
Die Band „Fern der Heimat" aus Gießen sorgte beim ersten Festival auf der Teufelsinsel für maritime Klänge. Foto: Martin Sährig

„Wir wollten die Hafengemeinschaft feiern“, erklärt Martin Sährig. Relativ spontan sei aus dem Grundgedanken die Idee für das Festival entstanden. Einladungen seien an zahlreiche Hafenakteure gegangen, aber auch andere konnten Eintrittskarten kaufen. Als i-Tüpfelchen hätten sie die Band „Fern der Heimat“ aus Gießen (Hessen) einladen können. Die Gruppe hat Seemannslieder von Hans Albers bis Sex Pistols, von Freddy bis zu den Ärzten im Repertoire, wie sie selbst auf ihrer Website schreibt. Etwa 180 Leute hätten zu dem Festival kommen können, trotz des schlechten Wetters seien es immerhin bis zu 130 Gäste gewesen, so der Vorsitzende. Als „sehr erfolgreich“ schätzt er das ein.

Wie geht‘s jetzt weiter?

Nach dem erfolgreichen Auftakt hat der Arbeitskreis viele Ideen für weitere Veranstaltungen, sagt der Emder. Außer Livemusik könne er sich auch vorstellen, Streetacts bei weiteren Events zu integrieren. Bei dem ersten Festival waren beispielsweise ein paar der Kölner Piraten dabei, die viele in Emden von dem Matjes- sowie Delft- und Hafenfest kennen. Im kommenden Jahr sollen mögliche Veranstaltungen aber früher stattfinden, also lieber im August mit der Hoffnung auf besseres Wetter und längere Sommerabende.

Rund vier Wochen brauchten die Ehrenamtlichen für die Vorbereitung des Festivals. Unter anderem wurden zahlreiche Lichterketten aufgehängt. Foto: Martin Sährig
Rund vier Wochen brauchten die Ehrenamtlichen für die Vorbereitung des Festivals. Unter anderem wurden zahlreiche Lichterketten aufgehängt. Foto: Martin Sährig

Schon vor der Corona-Pandemie war die Teufelsinsel als Event-Location im Gespräch. Überlegungen für eine Reihe unter dem Motto „Rock in the Docks“ hatte es unter anderem gegeben, sagte der damalige Arbeitskreis-Vorsitzende Alfred Marahrens im Februar 2022 dieser Zeitung. Auch über ein Konzert mit einem Piratenchor aus den Niederlanden habe man nachgedacht. Die Vorhaben wurden wegen Corona auf Eis gelegt.

Die Teufelsinsel, eigentlich Nesserlander Insel genannt, ist eine etwas abseits gelegene Location, zu der man normalerweise keinen Zutritt hat. Der Arbeitskreis für historischen Schiffbau Ostfriesland hat hier seine Werft. Foto: Martin Sährig
Die Teufelsinsel, eigentlich Nesserlander Insel genannt, ist eine etwas abseits gelegene Location, zu der man normalerweise keinen Zutritt hat. Der Arbeitskreis für historischen Schiffbau Ostfriesland hat hier seine Werft. Foto: Martin Sährig

Auch 2022, als ein erstes Festival stattfinden sollte, wurde aus den Plänen nichts. Die Infrastruktur dort zu errichten sei allerdings deutlich aufwendiger und teurer als zunächst gedacht, hieß es im Mai des Jahres vom Emder Kulturschaffenden Johannes „Urmel“ Meyering gegenüber dieser Zeitung. Auch Martin Sährig sagt aktuell, dass das erste Dockside Festival mit einem großen Aufwand verbunden gewesen sei. Etwa vier Wochen habe das Team für die Vorbereitung des Geländes gebraucht.

Zelte neben Booten am Wasser mit Werft- und Dockanblicken im Hintergrund: Maritimer geht es kaum. Foto: H. Müller
Zelte neben Booten am Wasser mit Werft- und Dockanblicken im Hintergrund: Maritimer geht es kaum. Foto: H. Müller

Ähnliche Artikel