Wohnen in Emden  So geht es beim geplanten Baugebiet in Petkum weiter

| | 04.10.2024 11:04 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bis erste Häuser im geplanten Baugebiet „Zum Bind II“ in Petkum stehen, dauert es noch ein wenig. Symbolfoto: Pixabay
Bis erste Häuser im geplanten Baugebiet „Zum Bind II“ in Petkum stehen, dauert es noch ein wenig. Symbolfoto: Pixabay
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Über die „unendliche Geschichte“ zum geplanten Baugebiet „Zum Bind II“ in Petkum ärgert sich nicht nur der Ratsherr Erich Bolinius. Jetzt hat die Stadt Emden über den Stand des Projekts informiert.

Emden - Wohnen am Wasser: Das ist für viele Menschen ein Traum. Im Emder Stadtteil Petkum wurde dieser für viele Bauwillige im Gebiet „Zum Bind“ bereits Realität. Doch ein zweites geplantes Baugebiet „Zum Bind II“ scheint nicht so recht voranzukommen.

Das Baugebiet "Zum Bind" in Petkum ist bereits fast vollständig bebaut. Viele Häuser haben Wasserzugang und Bootsanleger. Dieses Foto ist vom August 2022. Foto: Ortgies/Archiv
Das Baugebiet "Zum Bind" in Petkum ist bereits fast vollständig bebaut. Viele Häuser haben Wasserzugang und Bootsanleger. Dieses Foto ist vom August 2022. Foto: Ortgies/Archiv

Das ärgert nicht nur den FDP-Ratsherrn Erich Bolinius, der immer wieder bei der Stadtverwaltung zum Projekt nachhakt, sondern auch Bauwillige sowie den Petkumer Wassersportverein, dessen Boote direkt nördlich des geplanten Gebiets am Ufer des Ems-Seitenkanals liegen. Der Verein plant eine neue Bootshalle. Im Stadtentwicklungsausschuss des Emder Rats wurde nun auf Antrag der FDP von Stadtplaner David Malzahn der aktuelle Stand der Dinge vorgestellt.

Wie soll das Baugebiet aussehen?

Das geplante Baugebiet soll zwischen Ems-Seiten-Kanal, der Straße „Zum Bind“, Blumenstraße und Sportplatz liegen. War zunächst – die Pläne starteten schon 2015 – ein Hafen in der Mitte unter anderem für den Petkumer Wassersportverein angedacht, entschied man sich schließlich für Grachten.

Das fertig erschlossene Baugebiet "Zum Bind" ist unten am Petkumer Sieltief zu sehen. Die Luftaufnahme ist veraltet, das Gebiet ist fast vollständig bebaut. Das geplante Baugebiet "Zum Bind II" soll auf der oben mittig zu erkennenden Grünfläche entstehen. Foto: Screenshot von GoogleMaps
Das fertig erschlossene Baugebiet "Zum Bind" ist unten am Petkumer Sieltief zu sehen. Die Luftaufnahme ist veraltet, das Gebiet ist fast vollständig bebaut. Das geplante Baugebiet "Zum Bind II" soll auf der oben mittig zu erkennenden Grünfläche entstehen. Foto: Screenshot von GoogleMaps

Auch im Gebiet „Zum Bind“ sind Grachten eingezogen, durch die mehr Häuser am Wasser stehen. Rund 45 Einfamilien- und Doppelhäuser sind hier geplant, viele sind bereits errichtet. In dem noch nicht realisierten Baugebiet am Ems-Seiten-Kanal sind ebenfalls rund 45 Wohneinheiten geplant.

Warum dauert alles so lange?

2015 meinte der damalige Stadtplaner Lars Kolk, dass mit einem Investor innerhalb von einem halben Jahr der Bebauungsplan für das Gebiet „Zum Bind II“ stehen könnte. Die Stadtverwaltung suchte nach einem möglichen Investor. Das Emder Bauunternehmen J. u. H. van der Linde mit Geschäftsführer Udo Fuhrmann bekam schließlich 2016 den Zuschlag. Nach Ansicht von Außenstehenden ist seitdem nichts passiert. 2022 wollte Erich Bolinius wissen, ob man den Kaufvertrag wieder rückgängig machen könnte. Das wurde von der Verwaltung damals ausgeschlossen.

Eine Planungs-Grafik zum Baugebiet "Zum Bind". Es ist aktuell schon fast voll bebaut. Grafik: Mielke
Eine Planungs-Grafik zum Baugebiet "Zum Bind". Es ist aktuell schon fast voll bebaut. Grafik: Mielke

David Malzahn erklärte schon damals, dass viele Stellungnahmen zu dem Projekt eingegangen seien, die alle berücksichtigt werden müssten. Jetzt sagte er abermals, dass das städtebauliche Konzept aufgrund der Stellungnahmen mehrfach habe überarbeitet werden müssen. Die Planung von Wasser- und Grachtengrundstücken sei außerdem sehr schwierig, unter anderem wegen Regen-Konzepten und Umweltbelangen.

Wie geht es jetzt weiter?

Aktuell werde der Bebauungsplan entwickelt, sagte David Malzahn. Unter anderem die ökologischen Gutachten seien weitgehend abgeschlossen. „Die Unterlagen liegen beim Planungsbüro vom Investor“, so der Stadtplaner. Jetzt liege es also an der Geschwindigkeit des Planungsbüros. „Wir haben darauf keinen Einfluss“, sagte er. Zeitnah werde der Bebauungsplan dem Rat vorgestellt, damit dieser einen Satzungsbeschluss fassen kann. Auf erneute Nachfrage von Bolinius zum Zeitrahmen sagte Malzahn: „Konkreter geht es leider nicht.“

Die Stadt stehe mit dem Investor in engem Kontakt, so Malzahn. „Er ist an mehreren Projekten mit Hochdruck dran“, versicherte der Stadtplaner. Das Bauunternehmen van der Linde hat unter anderem den Zuschlag bekommen für den Umbau der ehemaligen Emsschule und des alten Apollo-Kinos sowie den Bau des geplanten Torhauses in bester Lage am Neuen Delft.

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