Migration in Ostfriesland So viele Flüchtlinge soll der Kreis Aurich bis April aufnehmen
Das niedersächsische Innenministerium hat den Kommunen am Montag neue Verteilquoten mitgeteilt. Demnach wird in Ostfriesland mit einer vierstelligen Zahl an Neuankömmlingen gerechnet.
Aurich - Weitere 596 Flüchtlinge muss der Landkreis Aurich bis April 2025 aufnehmen. Diese neue Quote hat das niedersächsische Innenministerium am Montag veröffentlicht und die Kommunen per Erlass darüber informiert.
Demnach muss der Landkreis Leer sogar 810 weitere Schutzsuchende aufnehmen, die Stadt Emden 102 und der Landkreis Wittmund 72. Die Berechnung dieser Verteilquoten basiert laut Ministerium vorwiegend auf Grundlage der Bevölkerungszahl und bestehender Über- und Unterquoten bei der Aufnahme.
Insgesamt rechnet das Land Niedersachsen in den kommenden sechs Monaten mit rund 11.000 Geflüchteten, die auf die Kommunen verteilt werden – und dort untergebracht und versorgt werden müssen.
Das sind laut Ministerium aber weniger als im vorherigen Zeitraum von April bis Ende September. Insgesamt verzeichnet Niedersachsen in diesem Jahr zum Stichtag 30. September 2024 bisher 14.170 Schutzsuchende, im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits rund 20.570 Menschen.
Innenministerin: Abwärtstrend bringt noch keine große Entspannung
Die niedersächsische Innenministerin Daniela Behrens (SPD) erklärte: „Durch die Neufestsetzung des Verteilkontingentes haben die Kommunen nun wieder eine Planungsgrundlage für die kommenden Monate. Uns ist bewusst, dass der aktuelle Abwärtstrend bei den Zugangszahlen noch nicht zur signifikanten Entspannung der Lage in den Kommunen führt. Das Ziel der Länder und des Bundes muss es angesichts der hohen Zugangszahlen seit 2015 sein, die Zahl der Menschen, die in Deutschland und in Niedersachsen Schutz suchen, nachhaltig zu reduzieren und Geflüchtete in Europa fairer zu verteilen. Ein wichtiges Instrument sind derzeit insbesondere die Kontrollen an den östlichen und südlichen Binnengrenzen der Bundesrepublik. Diese werden aus meiner Sicht leider notwendig bleiben, bis das gemeinsame europäische Asylsystem umgesetzt ist. Auch in Niedersachsen tun wir weiter alles, um die Kommunen bei der Bewältigung der Lage zu unterstützen. So bauen wir zum Beispiel die Erstaufnahmekapazitäten weiter aus und verteilen Personen mit einer geringen Bleibeperspektive in der Regel nicht auf die Kommunen. Sie bleiben stattdessen bis zur Ausreise in den Einrichtungen der Landesaufnahmebehörde.“
Die Auricher Kreisverwaltung teilte auf Anfrage mit, es stünden derzeit noch 311 freie Plätze zur Verfügung. Zusätzlich arbeite man an der Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten, um bmöglichst „vor der Lage“ zu sein. „Insoweit ist der Landkreis Aurich insgesamt zuversichtlich, die neue Quote erfüllen zu können“, heißt es.
Derzeit fast 2400 Flüchtlinge im Unterkünften im Kreis Aurich
Das Land weist bei den Zahlen zugleich daraufhin, dass es sich um Prognosen handelt, die den Kommunen als Orientierungshilfe dienen sollen.
Zuletzt waren in Unterkünften des Landkreises Aurich 2364 Flüchtlinge untergebracht, davon 1355 in 327 privaten Wohnungen und rund 700 auf dem Auricher Kasernengelände. Eine neue Unterkunft für Geflüchtete soll ab November an der Moordorfer Straße in Aurich-Georgsfeld eingerichtet werden.