Land weist Flüchtlinge zu Last durch Geflüchtete bleibt in Ostfriesland hoch
Etwa 1640 geflüchtete Menschen sollen die Städte und Gemeinden in den kommenden sechs Monaten aufnehmen. Die Unterkünfte sind wohl weniger eine Herausforderung.
Ostfriesland - Nicht ganz 1640 Flüchtlinge könnten in den kommenden sechs Monaten in Ostfriesland neu untergebracht werden. Das ist dem Verteilkontingent des Landes Niedersachsen für den Zeitraum von Oktober 2024 bis einschließlich März 2025 zu entnehmen. Im Einzelnen entfallen einer Mitteilung des Ministeriums für Inneres und Sport zufolge auf den Landkreis Leer 810 Personen, auf die Landkreise Aurich und Wittmund 596 und 129 Personen sowie auf die Stadt Emden 102 Personen.
„Die Belastung durch Geflüchtete ist weiter hoch“, sagte Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff im Gespräch mit unserer Redaktion. Auch wenn Emden das Glück habe, dass die Rahmenbedingungen noch vertretbar seien. „Die Menschen unterzubringen, ist für uns nicht das große Problem. Mehr Sorgen macht mir die Integration. Da stoßen wir an unsere Grenzen.“ Zwar sei auch die Unterbringung für die betroffenen Mitarbeiter ein Kraftakt, aber bei der Integration müsse man sich die Frage stellen, was die Gesellschaft noch aushalten könne und was sie bereit sei zu akzeptieren. Alleine könne Deutschland dafür wohl keine Lösung finden, letztlich müsse EU-weit eine akzeptable Lösung für die Flüchtlinge erarbeitet werden. Keine Alternative sei es, die Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen.
Zahlen gehen zurück - wenig Entspannung
Da hilft auch nicht, dass das Ministerium in seiner Mitteilung auf sinkende Flüchtlingszahlen verweist. So seien etwa im September 1750 Schutzsuchende in Niedersachsen verzeichnet worden. „Uns ist bewusst, dass der aktuelle Abwärtstrend bei den Zugangszahlen noch nicht zu einer signifikanten Entspannung der Lage in den Kommunen führt“, wird Innenministerin Daniela Behrens (SPD) zitiert. Das Ziel der Länder und des Bundes müsse angesichts der hohen Zugangszahlen seit 2015 daher sein, die Zahl der Menschen, die in Niedersachsen Schutz suchen, nachhaltig zu reduzieren und Geflüchtete in Europa fairer zu verteilen.
Ralf Klöker, Pressesprecher des Landkreises Wittmund, bestätigte auf Anfrage die hohe Belastung. Das Fallaufkommen in allen betroffenen Bereichen der Kreisverwaltung bewege sich aufgrund der Zuweisungen nach wie vor auf einem Allzeithoch, teilte er mit. Große Sorgen bereite aufgrund der ohnehin angespannten Haushaltslage die finanzielle Belastung des Landkreises. Es fehle an einer Kompensation seitens des Landes. Und da alle ausländischen Personen auch nach der Zuweisung weiter von den Mitarbeitern des Landkreises zu betreuen seien, bleibe der Anstieg der Fallzahlen weiter deutlich spürbar.
Unterkünfte sind vorhanden
Den Angaben zufolge werden aktuell im Landkreis Wittmund 2194 Personen von der Ausländerbehörde betreut, davon stammen 729 aus der Ukraine. Andere stark vertretene Nationalitäten sind Geflüchtete aus Syrien und aus Kolumbien. Im Landkreis Aurich wurden Angaben der Kreisverwaltung zufolge seit dem 1. August 2021 rund 4000 Personen aufgenommen. Derzeit erreichten im Schnitt 13 geflüchtete Menschen pro Woche den Landkreis. Im Landkreis Leer wurden zum Stichtag 30. September 1298 Menschen geführt, bei denen ein Asylverfahren läuft. Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine, die sich im Landkreis Leer aufhalten, liegt Pressesprecher Philipp Koenen zufolge bei 1768. Die Asylbewerber stammten hauptsächlich aus der Türkei (333) sowie aus Syrien (279) und Kolumbien (125).
Probleme mit der Unterbringung gibt es auch in den Landkreisen in der Region nicht. Sammelunterkünfte gibt es nicht mehr. Auch Aurich habe derzeit 311 freie Plätze, hieß es. Dennoch werde weiter an Unterbringungsmöglichkeiten gearbeitet. Und auch Wittmund sieht sich dank seines Willkommenszentrums gut gerüstet.