In Studio von US-Legende Aschendorfer Jens Steinmeyer nimmt Songs mit Alan Parsons auf
Seine große Leidenschaft gehört der Musik. Diese führte Jens Steinmeyer jetzt in die Studios des Produzenten Alan Parsons in den USA. Stolz ist der Aschendorfer aber noch auf etwas anderes.
Aschendorf - Seine große Leidenschaft gehört der Musik. Diese führte Jens Steinmeyer aus Aschendorf jetzt in die Studios des Produzenten Alan Parsons in den USA. Parsons, der unter anderem Pink Floyd und die Beatles unter seinen Fittichen hatte, nahm mit Steinmeyer Songs auf. Stolz ist der Aschendorfer aber noch auf etwas Anderes. Wir dürfen es zeigen und bieten Kostproben.
Wenn Jens Steinmeyer die Lautsprecher aufdreht, an den Reglern schraubt und in die Tasten eines seiner Keyboards haut, geht es einem durch Mark und Bein – im positiven Sinne. Täglich frönt der Jurist aus Aschendorf seiner großen Passion: der Musik. Der 56-Jährige besitzt eine stattliche Sammlung von Keyboards. Sie bieten dem Hobbymusiker, der auch singt und Gitarre spielt, schier unerschöpfliche Möglichkeiten, ihnen Klänge aller Art zu entlocken. Gänsehaut? Garantiert.
Grammy-Gewinner Alan Parsons „Toningenieur-Legende und Idol“
Die hatte Steinmeyer selbst, als er kürzlich in die USA reiste, um dort drei Songs einzusingen und aufzunehmen. Denn der Aschendorfer war für ein Wochenende als einer von nur wenig Auserwählten zu Gast in den Studios von Alan Parsons in St. Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien. Grammy-Gewinner Parsons gilt in der Musikbranche nicht nur als „Toningenieur-Legende und Idol“, wie ihn Steinmeyer nennt, sondern hat auch am Erfolg von ganz Großen mit gefeilt.
Der gebürtige Brite begleitete beispielsweise schon 1969 und 1970 als Assistenz-Toningenieur die Beatles bei ihren Alben „Abbey Road“ und „Let it be“. Später drückte er als „Mastermind am Mischpult“ (Steinmeyer) der Pink-Floyd-Scheibe „The Dark Side of the Moon“ (1973) seinen Stempel auf. Kennengelernt hat Steinmeyer Parsons vor einigen Jahren bei einem Workshop in Köln. Seitdem halten sie Kontakt und haben sich mehrmals getroffen. „Wir verstehen uns gut.“
Arbeit mit Alan Parsons eine „unglaubliche Ehre“, aber auch „verdammt hart“
Der Aschendorfer verhehlt nicht, dass er trotzdem „ein bisschen nervös“ gewesen sei, vor dem Mann am Mikrofon zu stehen, dem sich einst Paul McCartney, John Lennon (The Beatles), David Gilmour (Pink Floyd) oder Al Stewart gestellt haben. Es sei ihm „eine unglaubliche Ehre“, aber auch „verdammt harte Arbeit“ gewesen, berichtet Steinmeyer.
Und doch sei das Ergebnis so gut, dass Parsons zugestimmt habe, dass der Aschendorfer seine Zusammenarbeit mit dem inzwischen 75-jährigen Produzenten öffentlich bekanntgeben dürfe. „Wir haben intensiv an den Texten, der Phrasierung und den Arrangements gearbeitet“, erklärt Steinmeyer.
Der gebürtige Bad Pyrmonter macht seit seiner Kindheit Musik und spielte unter anderem in mehreren Bands. Die Kooperation mit Parsons bezeichnet er als den Höhepunkt seiner bisherigen Hobby-Karriere. Die Erfahrung sei unbeschreiblich und mit dem Begriff „umwerfend“ nur unzureichend skizziert.
Songs im Noiseless-Studio von Jörg Seemann in Rhede vorproduziert
Steinmeyer, der seit mehr als 30 Jahren in Aschendorf zu Hause und beruflich als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Dörpen tätig ist, bezeichnet seine Musik als „keyboard-orientierten Rock“. Ihm ist es nach eigenem Bekunden wichtig, dass seine Stücke „organisch“ klingen und auch Schlagzeug und Gitarren nicht zu kurz kommen. Seine Songs seien bis auf wenige Cover-Versionen anderer Interpreten Eigenkompositionen. Dabei schreibe er die englischen Texte selbst.
Vorproduziert hat der 56-Jährige die nun bei Parsons aufgenommenen Stücke namens „Children Of The Revolution“ und „Moving To The City“ sowie ein The-Cure-Cover von „Lullaby“ im Noiseless-Studio von Jörg Seemann in Rhede. Gerne würde Steinmeyer, der bereits vier Solo-CDs („Die fünfte ist in der Mache“) herausgegeben hat, international auftreten und seine Songs einem europaweiten Publikum präsentieren. Dafür suche er derzeit ein Label, „um den Markt zu erobern“. Weitere Aufnahmen in den Vereinigten Staaten schließt er nicht aus.
Als Kind mit Oma in den Schallplattenladen für die erste Single
Steinmeyers Leidenschaft für Musik manifestiert sich früh. Gern und gut erinnert sich daran, als seine Oma mit ihm 1975 in St. Peter-Ording in ein Schallplattengeschäft marschieren musste. Zwischen „merkwürdig aussehenden, langhaarigen Menschen“ fischen sie „Bohemian Rhapsody“ von Queen aus dem Regal. „Das war meine erste Single“, sagt Steinmeyer. Schon im Alter von acht Jahren habe ihn Rockmusik im Radio interessiert. Zehn Jahre nimmt Steinmeyer klassischen Klavierunterricht. In dieser Zeit wird der Grundstein für die Keyboard-Passion gelegt, die ihm bereits als Jugendlichem die Mitgliedschaft in mehreren Bands beschert.
„Ich war schon immer in Tasteninstrumente verliebt“, sagt Steinmeyer. Seinen ersten Synthesizer leistet er sich von seinem Konfirmationsgeld und dem Erlös aus dem Verkauf seiner Märklin-Eisenbahn. Doch die Freude währt nur kurz. Nach wenigen Stunden steigt starker Qualm aus dem neuen Gerät. „Das war einfach Pech“, sagt Steinmeyer.
In Jens Steinmeyers Leben vergeht kein Tag ohne Musik
Der Leidenschaft tut das keinen Abbruch. Steinmeyer verschlingt Fachzeitschriften und baut sich eine Keyboard-Sammlung auf. Jedes Instrument hat seine Geschichte. Steinmeyer, gleichermaßen Liebhaber und Fachmann, kann sie aus dem Stegreif erzählen. Von 2005 bis 2020 führt er auf der Frankfurter Musikmesse für eine amerikanische Firma Synthesizer vor.
Steinmeyer macht jeden Tag Musik. „Das ist mein Lebensinhalt“, sagt er. In seinem eigenen Studio komponiert er Stücke und bereitet Produktionen in einer Art „Rohmix“ vor. Parallel nimmt er weiter Gitarrenunterricht. Mit Heino Meyer (Gitarre) bildet Steinmeyer zudem das Duo „Les Deux“. Sie spielen zu ausgewählten Anlässen und unter einer Bedingung: nur für einen guten Zweck.