Das Aus wurde 2013 beschlossen  Kampf um Burlager Grundschule begann vor mehr als zehn Jahren

Marion Janßen
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Von Marion Janßen
| 10.10.2024 17:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Protest vor der Grundschule in Burlage: Kinder, Eltern und Lehrer bildeten 2013 eine Menschenkette, um für den Erhalt der Schule zu kämpfen. Bild: Archiv
Protest vor der Grundschule in Burlage: Kinder, Eltern und Lehrer bildeten 2013 eine Menschenkette, um für den Erhalt der Schule zu kämpfen. Bild: Archiv
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Schon 2009 zeichnete sich das Ende der Einrichtung ab. In Rhauderfehn sorgte das für viel Ärger und Proteste. Bis heute beschäftigt das Thema die Menschen.

Burlage/Rhauderfehn - Jahrelang haben die Burlager um ihre Grundschule gekämpft, nachdem der Rhauderfehner Gemeinderat 2013 das Aus der Schule beschlossen hatte. Und immer mal wieder flackerte zwischenzeitlich der Wunsch nach einer Südschule für die Kinder der Ortschaften Burlage und Klostermoor auf. Jetzt ist die Grundschule wieder ein Thema. Nicht nur in Burlage, sondern in der Rhauderfehner Gemeinde-Politik.

Ratsmitglied Theo Reemts (fraktionslos) hatte den Antrag gestellt, die Gemeinde solle beim Landesschulamt die Gründung einer neuen Südschule in Burlage beantragen. Mit 14 Ja-Stimmen ging dieser Antrag im Rat durch.

Die Grundschulräume sind schon verplant

Ein anderer Antrag wurde kurz zuvor zurückgezogen: Der Burlager Alfons Platt, Mitglied der Mehrheitsgruppe Ampel+ im Rat, wollte eigentlich noch einmal eine Diskussion um den Umbau der ehemaligen Grundschule in Burlage zur Kindertagesstätte anstoßen. Er plädierte für einen Neubau. Die Entscheidung, die Räume umzubauen, war allerdings schon längst gefallen: Im Mai hatte der Verwaltungsausschuss dafür grünes Licht gegeben.

Seit 2016 steht die ehemalige Grundschule in Burlage mehr oder weniger leer, wurde nur als Lager genutzt. Die Räume sollen nun zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Bild: Archiv
Seit 2016 steht die ehemalige Grundschule in Burlage mehr oder weniger leer, wurde nur als Lager genutzt. Die Räume sollen nun zur Kindertagesstätte umgebaut werden. Bild: Archiv

An dieser Entscheidung, so Bürgermeister Geert Müller, ändere auch das Votum der Politik bezüglich einer Schulgründung in Burlage nichts. Wenn die Landesschulbehörde dem Begehren stattgeben sollte – womit aufgrund der fehlenden Schülerzuwächse nicht zu rechnen sei – müsse man überlegen, wie und wo eine Grundschule in Burlage entstehen könne. Die alten Räume sind in jedem Fall verplant.

Drei Grundschulen mussten schließen

Die Burlager haben viele Jahre um ihre Grundschule gekämpft und gestritten. Das Aus der Bildungseinrichtung zeichnete sich lange ab. Schon 2009 gab es wegen rückläufiger Schülerzahlen Kombiklassen. Nicht alle Eltern waren mit dem Konzept einverstanden und schickten ihre Kinder in der Folge in andere Einrichtungen. In der Folge rückte der Plan, die Dorfsschule dichtzumachen, immer mehr in den Fokus. Im Ort gründete sich daraufhin eine Initiative zum Erhalt der Grundschule.

Kinder und Eltern vor allem der Grundschulen Burlage und Hahnentange demonstrierten bei Protestmärschen durch die Gemeinde gegen die geplante Schulschließungen. Foto: Archiv
Kinder und Eltern vor allem der Grundschulen Burlage und Hahnentange demonstrierten bei Protestmärschen durch die Gemeinde gegen die geplante Schulschließungen. Foto: Archiv

2013 empfahlt dann der niedersächsische Landesrechnungshof in einem Prüfbericht, vier Rhauderfehner Grundschulen (Klostermoor, Hahnentange, Burlage und Rajen) aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Die Gemeinde entwickelte deshalb eine Grundschulstrukturreform. Die Grundschulen Hahnentange, Klostermoor und Burlage wurde in den darauffolgenden Jahren geschlossen. Die Schule am Rajen konnte erhalten bleiben. Bis zur tatsächlichen Schließung der Schulen kam es immer wieder zu Protesten, Demonstrationen mit Kindern und Eltern sowie zu politischen Auseinandersetzungen.

2014 zogen Eltern aus Burlage sogar vor das Oldenburger Verwaltungsgericht. Sie klagten gegen die Schließung der Schule und zogen den Kürzeren. Das Bild zeigt Rechtsanwalt Eckhard David (links) und Burlages Ortsbürgermeister Herbert Broich bei einem Prozesstermin. Bild: Archiv
2014 zogen Eltern aus Burlage sogar vor das Oldenburger Verwaltungsgericht. Sie klagten gegen die Schließung der Schule und zogen den Kürzeren. Das Bild zeigt Rechtsanwalt Eckhard David (links) und Burlages Ortsbürgermeister Herbert Broich bei einem Prozesstermin. Bild: Archiv

Burlager kämpften immer weiter

Geplant war das Ende der Burlager Bildungseinrichtung für den Sommer 2017. Das Ende kam jedoch schon ein Jahr eher. Grund dafür waren die immer weiter sinkenden Schülerzahlen in Burlage. Viele Eltern hatten ihre Kinder bereits in der Grundschule Langholt angemeldet.

Am Bulli der "Rollenden Redaktion" machten Burlager Anfang 2013 ihrem Ärger über die geplante Schulschließung Luft. Wichtiger Kämpfer um den Erhalt der Dorfschule war der damalige Ortsbürgermeister Herbert Broch (links). Foto: Archiv
Am Bulli der "Rollenden Redaktion" machten Burlager Anfang 2013 ihrem Ärger über die geplante Schulschließung Luft. Wichtiger Kämpfer um den Erhalt der Dorfschule war der damalige Ortsbürgermeister Herbert Broch (links). Foto: Archiv

Doch auch ein Jahr nach der Schließung kämpften die Burlager weiter. Sie wünschten sich die Einrichtung einer Südschule. Die damalige Mehrheitsgruppe SPD/FDP/2E im Gemeinderat setzte deshalb durch, dass die Kommune die Einrichtung einer Südschule vorbereiten solle. Der Antrag der Verwaltung wurde jedoch vom Landesschulamt abgelehnt. Rhauderfehn verfüge über ausreichend Grundschulen. Für eine Schulneugründung müssten erhebliche Zuwächse bei den Schülerzahlen nachgewiesen werden. Die Fahrzeiten auch für Burlager Schüler seien zumutbar, wenn auch im Einzelfall relativ lang, so die Behörde. Abhilfe sei gegebenenfalls durch Änderungen bei der Beförderung zu schaffen.

Noch lange waren die Protestschilder bei der Grundschule Burlage zu sehen. Foto: Archiv
Noch lange waren die Protestschilder bei der Grundschule Burlage zu sehen. Foto: Archiv

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