Das Aus wurde 2013 beschlossen Kampf um Burlager Grundschule begann vor mehr als zehn Jahren
Schon 2009 zeichnete sich das Ende der Einrichtung ab. In Rhauderfehn sorgte das für viel Ärger und Proteste. Bis heute beschäftigt das Thema die Menschen.
Burlage/Rhauderfehn - Jahrelang haben die Burlager um ihre Grundschule gekämpft, nachdem der Rhauderfehner Gemeinderat 2013 das Aus der Schule beschlossen hatte. Und immer mal wieder flackerte zwischenzeitlich der Wunsch nach einer Südschule für die Kinder der Ortschaften Burlage und Klostermoor auf. Jetzt ist die Grundschule wieder ein Thema. Nicht nur in Burlage, sondern in der Rhauderfehner Gemeinde-Politik.
Ratsmitglied Theo Reemts (fraktionslos) hatte den Antrag gestellt, die Gemeinde solle beim Landesschulamt die Gründung einer neuen Südschule in Burlage beantragen. Mit 14 Ja-Stimmen ging dieser Antrag im Rat durch.
Die Grundschulräume sind schon verplant
Ein anderer Antrag wurde kurz zuvor zurückgezogen: Der Burlager Alfons Platt, Mitglied der Mehrheitsgruppe Ampel+ im Rat, wollte eigentlich noch einmal eine Diskussion um den Umbau der ehemaligen Grundschule in Burlage zur Kindertagesstätte anstoßen. Er plädierte für einen Neubau. Die Entscheidung, die Räume umzubauen, war allerdings schon längst gefallen: Im Mai hatte der Verwaltungsausschuss dafür grünes Licht gegeben.
An dieser Entscheidung, so Bürgermeister Geert Müller, ändere auch das Votum der Politik bezüglich einer Schulgründung in Burlage nichts. Wenn die Landesschulbehörde dem Begehren stattgeben sollte – womit aufgrund der fehlenden Schülerzuwächse nicht zu rechnen sei – müsse man überlegen, wie und wo eine Grundschule in Burlage entstehen könne. Die alten Räume sind in jedem Fall verplant.
Drei Grundschulen mussten schließen
Die Burlager haben viele Jahre um ihre Grundschule gekämpft und gestritten. Das Aus der Bildungseinrichtung zeichnete sich lange ab. Schon 2009 gab es wegen rückläufiger Schülerzahlen Kombiklassen. Nicht alle Eltern waren mit dem Konzept einverstanden und schickten ihre Kinder in der Folge in andere Einrichtungen. In der Folge rückte der Plan, die Dorfsschule dichtzumachen, immer mehr in den Fokus. Im Ort gründete sich daraufhin eine Initiative zum Erhalt der Grundschule.
2013 empfahlt dann der niedersächsische Landesrechnungshof in einem Prüfbericht, vier Rhauderfehner Grundschulen (Klostermoor, Hahnentange, Burlage und Rajen) aus wirtschaftlichen Gründen zu schließen. Die Gemeinde entwickelte deshalb eine Grundschulstrukturreform. Die Grundschulen Hahnentange, Klostermoor und Burlage wurde in den darauffolgenden Jahren geschlossen. Die Schule am Rajen konnte erhalten bleiben. Bis zur tatsächlichen Schließung der Schulen kam es immer wieder zu Protesten, Demonstrationen mit Kindern und Eltern sowie zu politischen Auseinandersetzungen.
Burlager kämpften immer weiter
Geplant war das Ende der Burlager Bildungseinrichtung für den Sommer 2017. Das Ende kam jedoch schon ein Jahr eher. Grund dafür waren die immer weiter sinkenden Schülerzahlen in Burlage. Viele Eltern hatten ihre Kinder bereits in der Grundschule Langholt angemeldet.
Doch auch ein Jahr nach der Schließung kämpften die Burlager weiter. Sie wünschten sich die Einrichtung einer Südschule. Die damalige Mehrheitsgruppe SPD/FDP/2E im Gemeinderat setzte deshalb durch, dass die Kommune die Einrichtung einer Südschule vorbereiten solle. Der Antrag der Verwaltung wurde jedoch vom Landesschulamt abgelehnt. Rhauderfehn verfüge über ausreichend Grundschulen. Für eine Schulneugründung müssten erhebliche Zuwächse bei den Schülerzahlen nachgewiesen werden. Die Fahrzeiten auch für Burlager Schüler seien zumutbar, wenn auch im Einzelfall relativ lang, so die Behörde. Abhilfe sei gegebenenfalls durch Änderungen bei der Beförderung zu schaffen.