Hamburg  Steigender Meeresspiegel: Diese ostfriesische Insel ginge wohl als erstes unter

Svana Kühn
|
Von Svana Kühn
| 09.10.2024 19:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Schutzdünen sollen die ostfriesischen Inseln vor dem Verschwinden bewahren. Foto: dpa/Marco Rauch
Schutzdünen sollen die ostfriesischen Inseln vor dem Verschwinden bewahren. Foto: dpa/Marco Rauch
Artikel teilen:

Der Klimawandel gefährdet die Küstenregionen – auch in Deutschland. Eine interaktive Grafik zeigt die gravierenden Folgen des steigenden Meeresspiegels bis 2100. Eine der ostfriesischen Inseln trifft es dabei besonders hart.

Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen – mit gravierenden Folgen für Küstenregionen weltweit. Die Malediven, Tuvalu und Teile der Salomonen: Sie alle werden wohl binnen weniger Jahrzehnte im Meer verschwinden, prognostiziert die Wissenschaft – und auch Norddeutschland sei in Gefahr.

Forscher der HafenCity Universität in Hamburg haben sich drei Szenarien angeschaut und die Entwicklung bis zum Jahr 2100 visualisiert. Die interaktive Karte „Sea Level Map“ zeigt, dass in 100 Jahren nicht nur riesige Küstenflächen verschwunden, sondern womöglich auch die ersten Nordseeinseln im Meer versunken sein könnten.

„Bei der Berechnung der Überflutungsflächen zeigen sich gravierende Unterschiede – zum einen zwischen Nord- und Ostseeküste, zum anderen zwischen den verschiedenen Klimaszenarien, besonders aber zwischen der Annahme eines standhaltenden Küstenschutzes und eines Deichbruchs“, schreiben die Wissenschaftler.

Im „harmlosesten“ Szenario – einem Temperaturanstieg um 1,8 Grad Celsius und aktiver Küstenschutz – wäre „nur“ eine Fläche von etwa 1061 Quadratkilometer durch den ansteigenden Meeresspiegel beeinträchtigt. 533.509 Menschen könnten ihre Heimat verlieren. Das pessimistischste Szenario berücksichtigt zusätzliche Faktoren wie das Schmelzen des Grönlandeises, der Antarktis und des Permafrosts, die den Anstieg des Meeresspiegels noch weiter beschleunigen. Bei ausbleibendem Küstenschutz wären 753.656 Menschen betroffen und 10.116 Quadratkilometer überflutet.

Eine Insel trifft es dabei besonders hart: Die Salzwiesen von Spiekeroog würden schon beim „harmlosesten“ Szenario größtenteils in der Nordsee versinken. Auch der Nordstrand wäre überflutet – und der Bahnhof der historischen Bahn würde direkt an der Küste liegen.

Ähnliche Artikel