Zustimmung für Großprojekt  Gute Aussichten für mehr als 50 neue Wohnungen auf Borkum

| | 22.10.2024 07:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die alte Kuranstalt soll in Zukunft einer neuen Wohnanlage weichen. Foto: Ferber
Die alte Kuranstalt soll in Zukunft einer neuen Wohnanlage weichen. Foto: Ferber
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Auf dem Grundstück der alten Kuranstalt will Investor Burkhard Walter eine neue Wohnanlage errichten lassen. Das Vorhaben hat jetzt im Bauausschuss eine weitere formale Hürde genommen.

Borkum - Der Borkumer Planungs- und Bauausschuss beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema (fehlender) Wohnraum auf der Insel. Das war in der vergangenen Sitzung nicht anders. Dort ging es neben einer möglichen Wohnbebauung im Hafengebiet der Reede unter anderem auch erneut um das derzeit größte geplante Wohnbauprojekt auf Borkum.

Investor Burkhard Walter will auf dem Grundstück der ehemaligen Kuranstalt an der Geert-Bakker-Straße eine neue Wohnanlage errichten lassen. Diese wird – nach Angaben von Stephan Schneider (KS-Architekten Düsseldorf) aus einer vorherigen Bauausschusssitzung – aus 56 Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements in einer Größenordnung von 34 bis 69 Quadratmetern bestehen. In der aktuellen Beschlussvorlage ist von „bis zu 54 Dauerwohnungen“ die Rede. Nebenwohnungen (Zweitwohnungen) sind nicht zugelassen.

Wohnberechtigungsschein ist nötig

Der Schwerpunkt soll vielmehr auf Ein-Zimmer-Appartements unter 40 Quadratmetern liegen. Aber es sollen auch Wohnungen zusammengelegt werden können. „Es handelt sich hierbei um sozialgeförderte Wohnungen. Das heißt, die Bewohner der Gebäude müssen einen Wohnberechtigungsschein vorweisen“, hatte Stadtbaumeister Volker Hosemann seinerzeit erklärt. Voraussetzungen für einen Schein sind ein dauerhafter Erstwohnsitz auf Borkum und eine bestimmte Einkommensgrenze. „Wir als Vermieter“, erläuterte Burkhard Walter bei der Vorstellung des Großprojektes, „müssen, wenn wir einen Wohnungsmietvertrag abschließen, diesen Schein einfordern.“ Die Wohnungen wiederum müssten, um förderfähig zu sein, bestimmte Größen haben.

Und: Nach Fertigstellung besteht die Verpflichtung, dass die (Kalt-)Mieten bei 7,50 beziehungsweise 8,50 Euro pro Quadratmeter liegen. Die Wichtigkeit, zusätzlichen bezahlbaren Dauerwohnraum auf der Insel zu schaffen, wird in der Beschlussvorlage nochmals explizit betont: „Ebenso wie der Tourismus von Arbeitskräften abhängig ist, sind beide vom Wohnungsmarkt abhängig. Das bedeutet, dass ausreichender Wohnraum für Inselbewohner, unter anderem für im Tourismus Beschäftigte, – auch in der Saison – insbesondere im preiswerten Niveau vorgehalten wird.“

Projekt umfasst sechs Wohneinheiten

In ihrer jüngsten Sitzung haben sich die Ausschussmitglieder einstimmig für den Entwurf und die Begründung der nötigen Änderung des Bebauungsplans Nr. 36 „Hindenburgstraße/Geert-Bakker-Straße“ ausgesprochen, ebenso für die öffentliche Auslegung. Der zu ändernde Teil liegt laut Beschlussvorlage nördlich der Hindenburgstraße, südlich der Geert-Bakker-Straße und westlich der Straße Am Quabben. Die Aufstellung der B-Plan-Änderung hatte der Borkumer Stadtrat in seiner Märzsitzung beschlossen.

Das Vorhaben von Burkhard Walter, hatte Stadtbaumeister Hosemann seinerzeit im Rat erläutert, umfasse insgesamt sechs Wohneinheiten auf dem Areal, „zwei zweigeschossige direkt an der Geert-Bakker-Straße und der mittlere Riegel mit vier Wohneinheiten“. Bei den Gebäuden in der Mitte seien die beiden äußeren zwei-, die beiden inneren dreigeschossig. Vermutlich im Herbst 2025, hatte Walter vormals im Bauausschuss berichtet, werde mit dem Abriss der alten Kuranstalt begonnen. „Wir wollen versuchen, möglichst viel mit Fertigbauteilen zu arbeiten.“ Er gehe von ein bis anderthalb Jahren Bauzeit aus. Für die jetzigen Mieter im Gebäude der alten Kuranstalt solle Ersatz – in frei werdenden Wohnungen aus dem eigenen Bestand oder in Ferienwohnungen – zur Verfügung gestellt werden. „Die Umzugskosten tragen wir“, bekräftigte Walter im Februar auf Nachfrage.

Städtische Fläche wird (vorerst) nicht bebaut

Eine (Neu-)Bebauung auf dem städtischen Grundstück an der Hindenburgstraße/ Am Quabben ist indes weiterhin nicht Teil des Vorhabens. Das wurde in der jüngsten Bauausschusssitzung noch einmal betont. Mit der beschlossenen Änderung sind aber auch für diesen Bereich die Voraussetzungen im B-Plan für künftige Bauaktivitäten – von wem auch immer – geschaffen worden.

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