Ausgehen in Emden  So war der Sommer für den Delftstrand und die Hafenbar

| | 20.10.2024 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Einen Cocktail am Strand genießen: Das geht in Emden auch am Delft. Foto: Päschel/Archiv
Einen Cocktail am Strand genießen: Das geht in Emden auch am Delft. Foto: Päschel/Archiv
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Der Delftstrand in Emden ist jetzt in der Winterpause. Die Hafenbar hat ihren ersten Sommer hinter sich. Wie lief es für beide und was gibt es Neues?

Emden - Der vierte Sommer für den Emder Delftstrand ist vorbei, die nahegelegene Hafenbar hat die erste Hauptsaison hinter sich. Sie war im März in der aufwendig sanierten, ehemaligen „Haifischbar“ am Schweckendieckplatz eröffnet worden. Wie lief es für beide? Und wie geht es weiter?

Wir haben bei der Reederei AG Ems, die den Delftstrand gemeinsam mit dem Mojito-Team in diesem Jahr von Mai bis Oktober betrieben hat, und Jan Flörcken als Geschäftsführer der Hafenbar nachgehakt.

Jan Flörcken (rechts) und Patrick Wieferig haben gemeinsam die Hafenbar im März 2024 eröffnet. Foto: Patricia Bakker Photography/Archiv
Jan Flörcken (rechts) und Patrick Wieferig haben gemeinsam die Hafenbar im März 2024 eröffnet. Foto: Patricia Bakker Photography/Archiv

Wie lief es für die Hafenbar?

„Wir sind so richtig zufrieden“, sagt Jan Flörcken. Rund 90 Prozent ihrer Gäste seien aktuell Einheimische, schätzt er. Bewusst habe man zunächst noch nicht viel Werbung bei Touristen gemacht, damit erst einmal die Emder das Angebot kennenlernen. Das Publikum sei vom Alter und auch den Einkommensschichten her gut gemischt. „Das freut uns“, sagt er. In der Hafenbar würden, wenn es voll ist, einander fremde Gäste zusammen an einen Tisch gesetzt, wenn sie damit einverstanden sind. Das fördere die Kommunikation untereinander – „und mittlerweile gebe es keine Hemmschwelle mehr, keine verständnislosen Blicke“, sagt er.

Auf dem Schweckendieckplatz vor der Hafenbar gab es im Sommer einen Biergarten. Foto: Hafenbar/Archiv
Auf dem Schweckendieckplatz vor der Hafenbar gab es im Sommer einen Biergarten. Foto: Hafenbar/Archiv

Beim Biergarten auf dem Schweckendieckplatz sieht er noch Potenzial. Sie hätten Schwierigkeiten gehabt, den richtigen Start-Tag für das Angebot abzupassen. Am 28. Juni hatten sie dann die Eröffnung gefeiert, mit Grill und Livemusik. Die Idee dabei: Auf dem Vorplatz der Bar gibt es bei der Außenbestuhlung auch einen Getränke-Verkaufsstand. Speisen können selbst mitgebracht werden. „Wir wollen den schönen Platz nutzen und beleben“, sagt Jan Flörcken. Das soll in Zukunft weiter ausgebaut werden – auch für den Winter mit Heißgetränken.

Mit den Nachbarn habe es durch das Freiluft-Angebot bis in die späten Stunden keine Probleme gegeben. Sie achteten „extrem auf Ruhezeiten“, betont er. Auch mit den anderen Gastronomen sei es „mehr als kollegial“. Man besuche sich gegenseitig in den Betrieben und spreche gegenüber den Gästen Empfehlungen füreinander aus, so Flörcken.

Hafenbar-Betriebsleiter Patrick Wieferig im Sommer an der Zapfanlage im Biergarten. Foto: Hafenbar/Archiv
Hafenbar-Betriebsleiter Patrick Wieferig im Sommer an der Zapfanlage im Biergarten. Foto: Hafenbar/Archiv

Was ist neu in der Hafenbar?

Die Öffnungszeiten werden für den Herbst und Winter leicht angepasst. Statt um 15.30 Uhr öffnet die Bar nun täglich um 17 Uhr. Ihrem Eindruck nach kämen die Gäste in der dunkleren Jahreszeit gerne später, so Flörcken. Bis 1 Uhr ist die Bar täglich garantiert geöffnet, nach Bedarf aber auch länger. Er spricht von einem „offenen Ende“. Manchmal komme ein Schwung von Gästen noch sehr spät, kurz vor Mitternacht, in die Bar, weil sie von angrenzenden Restaurants kommend noch einen Absacker wünschten.

Die Außenbestuhlung der Hafenbar wurde bei gutem Wetter gut angenommen. Foto: Hafenbar/Archiv
Die Außenbestuhlung der Hafenbar wurde bei gutem Wetter gut angenommen. Foto: Hafenbar/Archiv

Mittlerweile gibt es in der Hafenbar nicht mehr nur Getränke, sondern auch kleine Speisen – wie etwa Currywurst im Glas. Aber: „Wir sind keine Konkurrenz zu den Restaurants“, betont er. Es seien kleine Snacks zu den Getränken. Ansonsten hätten sie auch bereits die Getränkekarte erweitert und arbeiteten weiter daran. Als Beispiel nennt er mehr offene Weine und eine größere Auswahl an alkoholfreien Getränken. Denn: Der Trend sei überall deutlich, dass mehr Leute „spannende Getränke ohne Alkohol“ wünschten. Es gehe um Cocktails, Aperol und auch Weine. „Man muss aber vorsichtig sein, was man ausschenkt. Nicht alles am Markt ist gut“, sagt er. Um einen alkoholfreien Weißwein anbieten zu können, hätten sie zuvor einiges getestet.

Wie lief es beim Delftstrand?

Wir haben Corina Habben, Sprecherin der AG Ems, gefragt, wie sie die Gästezahlen in diesem Jahr beim Delftstrand, der mittlerweile in der Winterpause ist, einschätzt. War es mehr oder weniger als sonst? „Dies ist immer relativ und schwierig zu beantworten, da wir die Gäste nicht zählen. Generell kann man sagen, dass wir aufgrund von vielen Regentagen im Frühjahr und Sommer auch viele Schließtage hatten und insofern über die Saison gerechnet vermutlich weniger Gäste“, erklärt sie.

„Es gab einige Live-Veranstaltungen, die sehr gut angenommen wurden. Aufgrund der Regentage konnte das Angebot jedoch nicht so ausgebaut werden wie angedacht“, schreibt sie. Die Verleih-Optionen vor Ort seien gut angenommen worden, „insbesondere die E-Boote und die Tretboote sind sehr beliebt“. Das Angebot, mit dem Stand-Up-Paddle-Board (SUP) den Delft zu erkunden, sei aber noch nicht ganz so stark frequentiert, denn viele Leute würden sich offenbar nicht trauen, vor den Augen aller aufs Board zu steigen und loszupaddeln.

Für den Delftstrand ist jetzt Winterschlaf angesagt. Foto: Hanssen
Für den Delftstrand ist jetzt Winterschlaf angesagt. Foto: Hanssen

Wie geht es beim Delftstrand weiter?

Das Konzept insgesamt habe wieder gut funktioniert, erklärt Corina Habben. Für das nächste Jahr stünden sie bereit „und hoffen, dass wir erneut den Zuschlag bekommen“. AG Ems und Mojito betreiben den Delftstrand gemeinsam seit 2021, als sie sich gegen andere Bewerber bei der Stadt durchsetzten. In den Folgejahren schien es kein großes Gerangel um den Betreiberposten zu geben. Daher scheint es naheliegend, dass das eingespielte Team im Sommer 2025 weitermachen kann. Ob dann im kommenden Jahr Neuerungen geplant sind, haben wir nachgefragt: „Es gibt immer Ideen der Erweiterung, aber die möchten wir aktuell noch nicht verraten“, schreibt Corina Habben.

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