Vorfreude auf Landesliga-Duell Derbyspaß am Freitagabend – „Klein-Firrel“ gegen „Groß-Leer“
Die Rollen zwischen den beiden Klubs sind längst getauscht. Auch wenn der Gastgeber als Favorit ins Spiel geht, hofft Germania auf den ersten Sieg. So gehen beide Trainer das Prestigeduell an.
Firrel/Leer - Auf dem Fußballplatz haben „Klein-Firrel“ und „Groß-Leer“ längst die Rollen getauscht. Vor dem Derby der Fußball-Landesliga am Freitagabend, 25, Oktober, um 20 Uhr spuckt die Statistik die Kicker aus dem 800-Seelen-Ort jedenfalls als klaren Favoriten gegen das einstige ostfriesische Aushängeschild aus der 36.000-Einwohner-Stadt aus. GW Firrel scheint als Gastgeber für das sieglose Schlusslicht Germania Leer unantastbar.
Doch beide Trainer wollen vor dem Nachbarschaftsduell nichts von derlei Einseitigkeit wissen. „Ich sehe uns als Mannschaft mittlerweile fast ebenbürtig“, gibt sich Germanen-Coach Erhan Colak optimistisch. „Firrel ist sicherlich individuell stärker besetzt, aber mit ein bisschen Spielglück können wir eine Überraschung schaffen.“
Germania ist im Aufwind
Diese Worte will Colak keinesfalls als Zweckoptimismus gewertet wissen. „Wir haben Zeit gebraucht, um uns als Aufsteiger nach dem Verlust vieler Leistungsträger an die Landesliga zu gewöhnen. Aber nun haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht.“ Knappe Spielausgänge und die ersten beiden Pünktchen machen dem Trainer des Tabellenletzten Mut. „Wir werden bald auch dreifach punkten“, prophezeit Colak und träumt natürlich insgeheim davon, dass ausgerechnet im Derby der erste Sieg herausspringen wird.
2:2 gegen Bad Bentheim, 2:2 in Wildeshausen, eine passable 1:3-Niederlage in Papenburg und zuletzt ein knappes 1:2 gegen Melle sind ein klarer Beleg für ansteigende Germanen-Form und Warnung genug für den Firreler Coach. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Leeraner nahe dran sind, immer wieder zu punkten“, sagt Bernd Grotlüschen. „Aber bitte nicht in Firrel.“
Darsow glänzte als Stürmer
Schließlich zeigt auch bei den Grün-Weißen der Trend wieder nach oben. Das Grotlüschen-Team ist seit drei Spielen unbesiegt und möchte das Niemandsland der Tabelle allzu gerne wieder verlassen. „Wir wollen gerne nach oben gucken“, sagt der Trainer, zumal sich das Lazarett zuletzt merklich gelichtet hat. „19 Spieler waren in dieser Woche beim Training. Das hatten wir schon ewig nicht mehr.“
Der Trainer-Bruder Reinhard Grotlüschen ist ebenso von einer Blessur genesen wie Stürmer-Routinier Torben Lange oder der von Jeddeloh verpflichtete Offensivmann Julian Bennert. Für all diese zuletzt angeschlagenen Akteure sprang in den vergangenen Wochen ein 20-Jähriger in die Bresche. Mittelfeldspieler Tristan Darsow, der ebenfalls im Sommer vom SSV Jeddeloh nach Firrel gewechselt war, wurde vom Coach ins Angriffszentrum beordert und zeigte plötzlich Torjägerqualitäten. Mit vier Treffern in den vergangenen drei Partien sorgte er für Aufsehen.
Startelf wird geändert
Trotzdem erwägt Bernd Grotlüschen eine Rückversetzung des Supertalents auf die Außenbahn. Denn dort könnte der wieselflinke Nachwuchsmann, der die 100 Meter unter 12 Sekunden sprintet, noch wertvoller für die Mannschaft sein. „Ich werde bei der Aufstellung auf jeden Fall wieder etwas ändern“, kündigt der Chef an, zumal er vor einer Woche beim 2:2 in Wildeshausen auch Schwachpunkte registrierte. „Einige Kanten haben mir da gar nicht gefallen.“
Tipp
GW Firrel - Germania Leer 3:2. Die Partien beider Teams verliefen zuletzt selten torarm. Germania könnte den leichten Aufwärtstrend nutzen und reichlich Gegenwehr bieten. Letztlich aber sollten die offensivstarken Firreler doch die Oberhand behalten.
Mit vollem Kader, reichlich Optionen vor allem in der Offensive und dem Heimvorteil bei Flutlichtatmosphäre möchten die Gastgeber das Derby zur Fußballparty machen. Germania hätte grundsätzlich nichts dagegen, doch Erhan Colak und Co. möchten sich nicht mit der Rolle des braven Gastes begnügen. „Klein-Fußball-Leer“ möchte „Groß-Firrel“ ärgern – beste Voraussetzungen also für ein Derby-Spektakel.