Beschäftigte entsetzt Opti in Rhauderfehn will weitere 25 Mitarbeiter entlassen
Weitere 25 Mitarbeiter sollen beim Reißverschlusshersteller Opti entlassen werden. Die Entscheidung sorgt für Entsetzen bei der Belegschaft und Proteste am Werkstor. Das sind die Hintergründe.
Rhauderfehn - Schlechte Nachrichten vom Reißverschlusshersteller Opti: Das Rhauderfehner Unternehmen will 25 weitere Mitarbeiter entlassen. Diese Entscheidung teilten am Freitagmorgen, 25. Oktober 2024, die Geschäftsführung und der Gesellschafter Aequita in einem Gespräch dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall mit. Thomas Gelder, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Leer-Papenburg, nahm an diesem Treffen teil und war anschließend geschockt: „Ich bin aus allen Wolken gefallen. In dem Gespräch sollte es darum gehen, wie der Standort künftig gesichert werden kann, möglicherweise durch Kurzarbeit. Aber nicht durch Personalabbau.“
Noch am Freitagvormittag wurde eine Betriebsversammlung einberufen, um den Mitarbeitern diese bittere Nachricht zu überbringen. „Es herrschte Entsetzen bei den Beschäftigten“, so Gelder. Der Gesellschafter habe bereits eine Namensliste mit den 25 Beschäftigten vorgelegt, die entlassen werden sollen. „Diese sollen am Montag ihre Kündigung erhalten“, erklärt Gelder sauer. Nach der Verkündung marschierten die Beschäftigten gemeinsam mit dem Betriebsrat mit Banner und Fahnen zu den Werkstoren, um gegen die geplanten Entlassungen zu protestieren.
Wie es sich anfühlt, Mitarbeiter zu verlieren, mussten Betriebsratschef Marcel Taubert und sein Stellvertreter Guido Papencordt in den vergangenen Monaten bereits erfahren. Im Sommer 2023 hatte der Münchener Investor und Kapitalgeber Aequita das Unternehmen übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Reißverschlusshersteller noch fast 160 Mitarbeiter. „Das hat sich bis heute auf 120 reduziert. Darunter waren auch 18 betriebsbedingte Kündigungen“, sagt Taubert. Andere Mitarbeiter seien regulär in den Ruhestand gegangen. „Falls nun weitere 25 Beschäftigte entlassen werden, dann sind wir nur noch 95 Mitarbeiter und fallen damit erstmal unter die 100er-Marke“, beklagt Taubert.
Ein Großkunde ist abgesprungen
Wie schlecht es um den Reißverschlusshersteller bestellt ist, mussten sowohl Taubert als auch IG-Metall-Bevollmächtigter Thomas Gelder bereits auf einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche erfahren. Taubert erklärt: „Dort hat die Geschäftsleitung mitgeteilt, dass Aufträge, die in Aussicht standen, nicht in dem Umfang gekommen sind oder auf sich warten lassen. Zudem ist leider auch ein Großkunde abgesprungen. Dennoch ist ein Personalabbau kein Plan für die Zukunft.“ Auch sein Stellvertreter Guido Papencordt, der seit 23 Jahren im Betrieb tätig ist, ist wütend – vor allem auf den Gesellschafter Aequita. „Da sitzen studierte Leute, die nur darauf aus sind, Personal zu reduzieren. Wir sind stinksauer“, betont er. Thomas Gelder von der IG Metall schimpft ebenfalls in Richtung Aequita: „Die Heuschrecke zeigt jetzt ihr wahres Gesicht.“
Und wie geht es nun mit den 25 Mitarbeitern weiter, die entlassen werden sollen? „Die meisten von ihnen werden durch die Mitgliedschaft in der IG Metall sowieso einen Rechtsbeistand haben. Und auch die anderen haben einen Rechtsschutz“, erklärt Marcel Taubert. Klar ist: Sowohl Betriebsrat als auch IG Metall werden die geplanten Entlassungen nicht einfach so hinnehmen. „Wir werden kämpfen“, sagen Taubert und Gelder unisono.