Bildung  Freie Schule zieht doch nicht nach Aurich

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 28.10.2024 19:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nina Korneli leitet die Freie Schule Ostfriesland in Großheide. Foto: Holger Janssen
Nina Korneli leitet die Freie Schule Ostfriesland in Großheide. Foto: Holger Janssen
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In Großheide stößt die Freie Schule Ostfriesland an ihre Grenzen. Ein neues Domizil wurde in Aurich gefunden – darf nun aber nicht genutzt werden.

Aurich - Zerschlagen haben sich die Pläne der Freien Schule Ostfriesland, von Großheide nach Aurich zu ziehen. Schuld an der Absage ist der Brandschutz. Denn das Gebäude, in das die Schule einziehen wollte, entspricht nicht den Brandschutzanforderungen und kann auch nicht entsprechend nachgerüstet werden. Das bestätigt Schulleiterin Nina Korneli auf Anfrage.

Bei dem Haus handelt es sich um das Gebäude in der Fritz-Reuter-Straße, in dem früher der „MTV Aktiv-Club“ untergebracht war. Die Freie Schule hatte das Gebäude im April gemietet, der Umzug war schon fest geplant. Jetzt steht die Schule vor Problemen.

Schule will bis zu 100 Schüler haben

Auf Wachstumskurs ist die Freie Schule Ostfriesland seit ihrer Gründung im Jahr 2018. Angefangen nur mit Grundschülern, gibt es mittlerweile laut Korneli 50 Kinder und Jugendliche an der Schule. Untergebracht sind die Schülerinnen und Schüler derzeit in der ehemaligen Förderschule in Großheide. Das Problem dabei: An dem Standort gibt es keine Möglichkeit für die Schule, weiter zu wachsen.

Unendlich soll das Wachstum laut Korneli zwar nicht sein. „Aber zukünftig möchten wir bis auf 100 Schüler und Schülerinnen erweitern.“ Dafür aber würden Räumlichkeiten mit mindestens 1000 Quadratmetern Platz benötigt. Eine mindestens ebenso große Fläche müsse auch das Außengelände, unter anderem für einen Schulgarten, aufweisen.

Stadt gab keine Umnutzungsgenehmigung

Schon seit einigen Jahren ist die Freie Schule daher auf der Suche nach einem neuen Standort. Im Jahr 2022 hatte Korneli ein Auge auf die ehemalige Haupt- und Realschule Moordorf geworfen. Den Zuschlag erhielt dort allerdings die Freie Christliche Schule Ostfriesland aus Moormerland, die dort seit Sommer vorigen Jahres eine Außenstelle betreibt. Fündig wurde der Verein „Raum für natürliches Lernen“, der hinter der Freien Schule steht, schließlich im Frühling dieses Jahres in Aurich in der Fritz-Reuter-Straße. In das Gebäude, das früher den „MTV Aktiv-Club“ beherbergte, sollte die Schule einziehen.

Das ehemalige Gebäude vom „MTV Aktiv-Club“ sollte zur Freien Schule umgewandelt werden. Foto: Heino Hermanns
Das ehemalige Gebäude vom „MTV Aktiv-Club“ sollte zur Freien Schule umgewandelt werden. Foto: Heino Hermanns

Doch die Brandschutzauflagen machten einen Strich durch die Rechnung. Eine Komplettsanierung des Gebäudes kam aus finanziellen Gründen nicht in Frage, sodass der Verein nun wieder auf der Suche ist. Denn ohne ausreichenden Brandschutz gab es von der Stadt Aurich keine Umnutzungsgenehmigung.

Schule ohne feste Klassen oder Noten

Auf die Stadt Aurich ist man dabei nicht unbedingt fixiert, so Korneli. Die Präferenz liege aber im Kreis Aurich, wenngleich auch der Landkreis Wittmund in Frage kommen würde. Den Kreis Leer sowie die Stadt Emden schließt sie als neue Standorte aus, zumal es in Emden bereits eine Freie Schule gäbe.

Mit der Art und Weise, in der an herkömmlichen Schulen der Unterricht gestaltet wird, hat das Konzept der Freien Schule Ostfriesland nicht sonderlich viel zu tun. Jedes Kind entscheidet selbst, wann es was lernt. Es gibt keine festen Klassen, keine Noten und keine festgezurrten Stundenpläne mit Mathe, Deutsch und Englisch. Erst wenn es darum geht, einen Schulabschluss zu erreichen, wird speziell dafür gelernt.

Ansonsten setze man auf „die Relevanz des Lebens“, wie es Korneli ausdrückte. Welchen Schulabschluss die Kinder später machten, hänge davon ab, was sie später einmal machen wollten. Es werde nicht jahrelang das gelernt, was der Lehrplan vorgibt, sondern das, was für den Abschluss relevant sei.

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