Hamburg  Kaminöfen: Das sind die 5 schlimmsten Bedienfehler

Eva Dorothée Schmid
|
Von Eva Dorothée Schmid
| 25.10.2024 18:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vom Bediener des Kaminofens hängt es ganz maßgeblich ab, wie viele Schadstoffe der Holzofen ausstößt. Foto: dpa/Silas Stein
Vom Bediener des Kaminofens hängt es ganz maßgeblich ab, wie viele Schadstoffe der Holzofen ausstößt. Foto: dpa/Silas Stein
Artikel teilen:

Kaminöfen stoßen Schadstoffe wie Feinstaub und Kohlenwasserstoffe aus. Wie viele, das hängt auch von ihrer richtigen Bedienung ab. Das sind die fünf schlimmsten Heizfehler – und so lassen sie sich vermeiden.

Das Technologie- und Förderzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) in Straubing bei München hat die Auswirkungen unterschiedlicher Bedienvarianten auf den Schadstoffausstoß von Kaminöfen praxisnah untersucht. Das sind demnach die schlimmsten Heizfehler:

Nur wenige Kaminöfen haben eine automatische Luftsteuerung. Deshalb müssen Benutzer im Laufe des Heizvorgangs die Lufteinstellung von Hand anpassen. Dafür verfügen Kaminöfen über einen oder mehrere Schieber. Mit ihnen kann man die Zufuhr der Rostluft (Primärluft), die Scheibenspülluft und manchmal auch die Luftzufuhr über weitere Öffnungen steuern.

Beim Anzünden eines kalten Kamins sollten alle Zuluftöffnungen geöffnet sein. Doch spätestens nach dem ersten Nachlegen wird laut TFZ keine Rostluft mehr benötigt. Vergisst man nun aber, die Luftzufuhr zu schließen, dann erhöht sich der Schadstoffausstoß dramatisch. Zugleich sinkt der Wirkungsgrad.

Werden neue Holzscheite erst bei sehr niedriger oder gerade noch zündfähiger Glut nachgelegt, dann dauert es sehr lange, bis sich die Holzoberfläche entzündet und die daraus freigesetzten Schwelgase zünden. In dieser meist mehrere Minuten dauernden Phase sind die Schadstoffe sehr hoch konzentriert. Der Zündvorgang könnte beschleunigt werden, wenn man die Rostluftzufuhr für etwa 30 Sekunden nochmal öffnet. Wenn sie dann allerdings nicht wieder geschlossen wird, kommt es zu Heizfehler Nummer 1.

Zu spätes Nachlegen führt zu mehr Schadstoffausstoß als ein Kaltstart.

Falls die Bedienungsanleitung des Holzofens nicht etwas anderes sagt, wird laut TFZ mit dem Anzünden „von oben“ normalerweise das beste Ergebnis erzielt.

Dazu legt man zwei bis drei Holzscheite nebeneinander auf den Boden des Ofens. Darauf wird ein Anzünder platziert und darüber werden Anzündhölzchen, also vier bis sechs dünne Holzstäbe, kreuzweise gestapelt, bevor anschließend gezündet wird.

Es gibt aber auch Kaminöfen, bei denen das Anzünden „von unten“ bessere Ergebnisse erzielt. Dabei ist es aber wichtig, dass man die Hölzer sorgfältig stapelt. Nachlässiges Anzünden führt nämlich zu einem höheren Kohlenwasserstoff- und Feinstaub-Ausstoß.

Sorgfältig geht so: Je zwei Anzündhölzer werden parallel aufeinander gestapelt, dazwischen kommt der Anzünder. Darüber werden zwei mal zwei gleich große Scheite kreuzweise gestapelt, einmal längs und einmal quer.

Zu feuchtes Kaminholz entzieht dem Brennprozess Wärme für die Wasserverdunstung und erhöht die Abgasmenge. Feuchtes Holz zündet auch erst später als trockenes, was wiederum zu Schwelgasproblemen führt. Deshalb sollte Scheitholz für den Kamin einen Wassergehalt von 12 bis 20 Prozent haben.

Ein weiterer Heizfehler: Der Brennraum wird mit zu viel Holz überladen, weil man nicht ständig nachlegen möchte. Das TFZ stellte fest: Wird 70 Prozent mehr Holz in den Ofenraum gelegt als vom Hersteller empfohlen, dann steigt der Kohlenwasserstoffausstoß und es wird auch mehr Feinstaub ausgestoßen.

Ähnliche Artikel