Osnabrück  Exklusive Luxusuhren: So kommen Sie an begehrte Modelle von Rolex und Co.

Hannah Petersohn
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Von Hannah Petersohn
| 03.11.2024 08:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Kauf einer Luxusuhr wie der Submariner von Rolex erfordert mehr als finanzielle Mittel. Wie Uhrenliebhaber an das begehrte Modell kommen. Foto: IMAGO / Dreamstime
Der Kauf einer Luxusuhr wie der Submariner von Rolex erfordert mehr als finanzielle Mittel. Wie Uhrenliebhaber an das begehrte Modell kommen. Foto: IMAGO / Dreamstime
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Beim Kauf einer Luxusuhr sind Geduld und Strategie gefragt. Exklusive Modelle, ob als Sammlerstück, Gebrauchsgegenstand oder Kapitalanlage, sind nicht leicht zu bekommen. Wie es dennoch klappen kann.

Ob man nun eine Luxusuhr als Statussymbol, Kapitalanlage oder einfach aus Leidenschaft erwerben möchten – der Weg zur wertvollen Preziose ist komplex und erfordert eine wohlüberlegte Herangehensweise. Wie genau können Interessenten an begehrte Modelle kommen?

Für Frank Miquel, Inhaber eines Fachgeschäfts für Luxus- und Sammleruhren, ist eine Luxusuhr mehr als nur ein Zeitmesser. „Für mich überschreitet eine Luxusuhr eine gewisse Preisgrenze und wird als Luxusobjekt wahrgenommen, als etwas, das man nicht benötigt, aber unbedingt haben möchte“, erklärt Miquel. Deswegen beginnt das Luxussegment bei ihm auch bereits bei 600 Euro, kann auch weit über 80.000 Euro reichen. 

Allerdings seien Luxusuhren, insbesondere bestimmte Modelle von Rolex, häufig schwer zu bekommen. Die Nachfrage übersteige oft das Angebot, was die Knappheit vieler Modelle erkläre. „Um diese Modelle zu erwerben, ist oft ein Beratungsgespräch beim Juwelier nötig, bei dem der Händler einiges über den Käufer in Erfahrung bringen will, wie z.B.: Handelt es sich wirklich um einen Endkunden oder um jemanden, der die Uhr nur kauft, um sie gleich weiterzuverkaufen – ein sogenannter ‚Flipper‘?“ Rolex, so Miquel, hat den Markt gut im Blick, um den Wert und die Exklusivität ihrer Modelle zu schützen.

Uhrenexperte Michael Brückner, Autor des Buches „Uhren als Kapitalanlage“, ergänzt, dass die Knappheit vor allem Modelle wie die Daytona und die Submariner von Rolex betrifft. „Hier gilt die Devise: Geld oder Geduld. Wer ein stark nachgefragtes Modell sofort haben möchte, wird meist auf dem Sekundärmarkt fündig, muss dort aber einen Preis zahlen, der deutlich über dem Listenpreis liegt“, rät Brückner. Er nennt das Online-Portal Chrono24.de als Beispiel. Das sei jedoch keine empfehlenswerte Strategie, wenn man die Uhr als Kapitalanlage kaufen möchte.

Wer den regulären Weg bevorzugt, sollte sich darauf einstellen, Zeit zu investieren. Brückner betont, dass es sich lohnen kann, Stammkunde bei einem Juwelier zu sein und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. „Wer schon die eine oder andere Uhr oder ein Schmuckstück gekauft hat, hat sicher bessere Karten“, erklärt er. Der Konzessionär müsse den Eindruck gewinnen, dass es sich um einen echten Uhrenfreund handele und eben nicht um jemanden, der die Uhr mit Gewinnaufschlag direkt weiterverkaufe.

Die Frage nach neuen oder gebrauchten Uhren hängt nicht nur von der Verfügbarkeit, sondern auch von der Bindung zum Juwelier ab. Seit etwa zwei Jahren bietet Rolex sogar zertifizierte gebrauchte Uhren an, sogenannte Pre-Owned-Modelle. Miquel weist darauf hin, dass diese Uhren über zertifizierte Vertragshändler erhältlich sind, aber oft ähnlich viel kosten wie neue Modelle. „Auf dem freien Markt kann man gebrauchte Rolex-Modelle oft günstiger kaufen, was die Pre-Owned-Verkaufsstellen in diesem Fall dann weniger attraktiv macht“, erklärt er. Der Vorteil der Pre-Owned-Uhren besteht dafür darin, dass die Notwendigkeit, eine Beziehung zum Juwelier aufzubauen, wegfällt. 

Auffällig ist, dass sich die Preise zwischen Männer- und Damenuhren zum Teil erheblich unterscheiden. Laut Miquel liege das am unterschiedlichen Kaufverhalten zwischen den Geschlechtern. „Im Luxussegment sind Damenuhren oft weniger gefragt und meist günstiger. Frauen kaufen Uhren eher spontan, wenn sie sie im Schaufenster sehen und schön finden“, so Miquel, der seit 30 Jahren in der Branche arbeitet. Männer hingegen seien oft gezielt auf der Suche nach bestimmten Modellen und auch bereit, dafür höhere Summen auszugeben.

Interessenten, die eine Luxusuhr erwerben möchten, rät Brückner: „Es gibt viele Rolex-Konzessionäre. Es muss nicht der Händler in der eigenen Stadt sein.“ Wer bundesweit sucht und dann einen Konzessionär in 800 Kilometer Entfernung findet, aber nicht so weit fahren möchte, kann sich das gute Stück über einen Wertelogistiker sicher und versichert zustellen lassen. Ein Ansatz, der den Traum von der Luxusuhr erfüllen kann, auch wenn das Wunschmodell lokal nicht verfügbar ist.

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