Bauernprotest eskalierte Emsländer (46) wegen versuchten Totschlags angeklagt
Im Januar 2024 wurde ein Landwirt aus Barßel bei einer Bauern-Demo in Thülsfelde von einem Auto überfahren. Jetzt steht der Fahrer aus dem Emsland wegen versuchten Totschlags vor Gericht.
Thülsfelde/Oldenburg/Barßel - Am 8. Januar 2024 kam es in Thülsfelde (Stadt Friesoythe) während einer Bauern-Demonstration zu einem schweren Zwischenfall, der nun vor dem Landgericht Oldenburg verhandelt wird. Die bundesweiten Bauernproteste wurden damals durch die Abschaffung der Steuerrückerstattung beim Agrardiesel ausgelöst. Während der Demonstration im Nordkreis Cloppenburg durchbrach ein damals 45-jähriger Mann aus dem Landkreis Emsland mit seinem Auto eine Blockade auf der Bundesstraße 72, wobei ein 35-jähriger Demonstrant aus Barßel-Neuland schwer verletzt wurde. Die Polizei leitete damals Ermittlungen gegen den Autofahrer wegen versuchten Totschlags ein.
Nun beginnt am Dienstag, 12. November 2024, vor dem Landgericht Oldenburg der Prozess gegen den heute 46-jährigen Autofahrer. Ihm wird unter anderem versuchter Totschlag vorgeworfen. Laut Mitteilung des Landgerichts Oldenburg wird dem Angeklagten vorgeworfen, am 8. Januar 2024 in Friesoythe eine Person mit seinem Pkw angefahren und schwer verletzt zu haben. Der Vorfall ereignete sich, als die betroffene Person gemeinsam mit anderen Demonstranten und Traktoren die Fahrbahn blockierte. Laut Anklage soll der Beschuldigte sein Fahrzeug nach der Kollision weiter beschleunigt haben, wodurch das Opfer mindestens sechs Meter über den Asphalt geschleift wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Tod des Opfers zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Nach dem Vorfall soll der Angeklagte vom Tatort geflüchtet sein.
Fahrer war zunächst in U-Haft
Der Autofahrer war zunächst in Untersuchungshaft, jedoch wurde der Haftbefehl gegen ihn außer Vollzug gesetzt. Es sind laut Mitteilung des Gerichts drei weitere Fortsetzungstermine am 21. November sowie am 3. und 12. Dezember vorgesehen. Das Unfallopfer konnte damals noch am Abend des 8. Januar die Klinik wieder verlassen.
Der Prozess wird mit Spannung erwartet, da er nicht nur die rechtlichen Konsequenzen für die Angeklagten klären soll, sondern auch die Frage nach der Sicherheit bei Demonstrationen aufwirft.