Hannover  Warum sich Boris Pistorius im Goldenen Buch von Hannover eintragen wird

Stefan Idel
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Von Stefan Idel
| 08.11.2024 16:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius aus Osnabrück ist laut Umfragen derzeit der beliebteste Politiker der Bundesregierung. Foto: dpa/Carsten Koall
SPD-Verteidigungsminister Boris Pistorius aus Osnabrück ist laut Umfragen derzeit der beliebteste Politiker der Bundesregierung. Foto: dpa/Carsten Koall
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Bei den Grünen sind kluge Köpfe gefragt. Vor dem hannoverschen Rathaus gibt es bald eine Premiere. Und im Landtag geht es um Autos. Das alles ist höchst unterhaltsam.

Niedersachsens Grüne quizzen gern. Bei der Landesdelegiertenkonferenz in Gifhorn lagen gleich zwei Bögen mit Fragen zu Kuriositäten auf den Tischen. So wollte beispielsweise der Grünen-Kreisverband wissen, wo man in der Region auf Napoleons Spuren wandeln kann. (Antwort: Auf der Napoleonsbrücke in Gifhorn.) Die Grünen-Fraktion im Landtag fragte auf ihrem Quizzettel danach, welcher Delikatessen-Flop Christian Meyer in seiner einstigen Funktion als Agrarminister in die Bredouille gebracht hat. Fraktionssprecher Rüdiger Strauch fiel die richtige Antwort sofort ein: „Kaviar durch Melken lebender Störe.“ Er hatte schließlich als NDR-Reporter seinerzeit dazu einen Beitrag gemacht. Übrigens: 29 ausgefüllte Quizbögen erhielt die Fraktion zurück.

Anlässlich des Gründungstags der Bundeswehr werden am kommenden Dienstag rund 230 Rekruten der Bundeswehr bei einem feierlichen Appell ihr Gelöbnis vor dem Rathaus in Hannover ablegen. Die Veranstaltung hat das Bundesverteidigungsministerium nach eigenen Angaben erstmals in einen Ort außerhalb von Berlin gelegt. Die Soldaten kommen aus sechs Einheiten, darunter vier aus Niedersachsen.

Auch Besucher sind willkommen. Vor dem feierlichen Gelöbnis wird sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Hannover liegt dem einstigen Osnabrücker Oberbürgermeister jetzt noch mehr am Herzen: Pistorius wurde am Wochenende von der SPD-Basis nominiert: Er tritt bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Hannover Stadt II (42) an.

Ein gutes Näschen für politische Stimmungen hat Hannovers Regionspräsident Steffen Krach. Der SPD-Politiker startete eine Aufklärungskampagne für Menschen, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind und klebte sogleich einen Aufkleber „Assistenzhund willkommen“ an die Tür des Regionshauses. Das Timing gilt als pikant: Erst kürzlich hatte ein Arzt des Siloah-Krankenhauses einen 73-jährigen Besucher wegen seines Blindenhundes aus einem Zimmer verwiesen. Der Betroffene machte den Fall öffentlich. Übrigens: Krach ist Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums der Region Hannover.

In der Landtagsdebatte zur VW-Krise am Mittwoch hielt Ex-Finanzminister Reinhold Hilbersin einer Zwischenfrage dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Grant Hendrik Tonne eine Aussage des früheren SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel vor. Der hatte vor einer mutwilligen Demontage des Automobil-Standortes Deutschland gewarnt. In der SPD-Fraktion war man offenbar auf die Zwischenfrage vorbereitet. „Beruhige Dich, Reinhold, Du kannst Deinen BMW weiterfahren“, rief der Parlamentarische Geschäftsführer Wiard Siebels. Dann wäre das ja auch geklärt.

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