Vor Meppen-Derby  Das sind die aktuellen Baustellen von Kickers Emden

| | 11.11.2024 18:26 Uhr | 4 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Kickers Emden kann mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Henning Rießelmann diskutiert mit Trainer Stefan Emmerling. Foto: Doden/Emden
Kickers Emden kann mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Henning Rießelmann diskutiert mit Trainer Stefan Emmerling. Foto: Doden/Emden
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Wohin führt der Weg von Kickers Emden in dieser Fußball-Regionalliga-Saison? Die Zwischenbilanz für den Aufsteiger fällt positiv aus, es gibt aber auch einige Problemfelder. Eine Analyse.

Emden - Mit 29 Punkten nach 17 Spieltagen fällt die Zwischenbilanz von Aufsteiger Kickers Emden nach dem ersten Spiel der Hinrunde positiv aus. Die Ostfriesen sind im oberen Bereich dabei und wollen so schnell wie möglich den Klassenerhalt perfekt machen. Die Pokalpartie gegen den VfL Osnabrück mit der knappen Niederlage vor 6800 Zuschauern war der bisherige Saisonhöhepunkt neben dem 1:0-Heimsieg gegen den SV Meppen – vor 6200 Fans.

Nach dem Ausnahmespiel gegen Osnabrück fiel ein großer Druck ab, die Mannschaft schaffte es nicht, sich wieder auf den Ligaalltag zu fokussieren und zeigte bei der 0:3-Niederlage vor der Minuskulisse von 1700 Zuschauern gegen Phönix Lübeck eine sehr schwache Leistung. Am Freitag steht mit dem Derby in Meppen das nächste Highlightspiel an. Das sind zur Saisonhälfte die aktuellen Baustellen.

Torhüterposition

Marcel Bergmann ist im Emder Kasten die unangefochtene Nummer eins. In allen 17 Meisterschaftsspielen war er in der Startformation, nur im Pokal in Oldenburg erhielt Moritz Onken den Vorzug. Bergmann hat seine Stärken auf der Linie, ist fußballerisch einer der besten Keeper der Liga. Probleme offenbart er in der Strafraumbeherrschung, beim Herauslaufen macht er oft nicht den sichersten Eindruck. Das geforderte offensive Torwartspiel ist anfällig für Gegentreffer, gegen Lübeck verdribbelte sich Bergmann, gegen St. Pauli wurde er mit einem Weit-Kunstschuss aus der eigenen Hälfte und einem Gegentreffer überlistet.

Marcel Bergmann ist bei Kickers Emden die Nummer eins.
Marcel Bergmann ist bei Kickers Emden die Nummer eins.

Kreativität im Mittelfeld

Die Emder haben Probleme, vor allem gegen defensiv stehende Gegner spielerische Lösungen zu finden. Selten werden die Angreifer durch Kombinationen in torgefährliche Situationen gebracht. Kickers operiert oft mit langen Bällen, häufig auch schon eingeleitet durch Torhüter Marcel Bergmann. Schnelle und trickreiche Angriffe gibt es zu selten zu sehen, daher ist die Mannschaft zu leicht auszurechnen.

Ladehemmung im Angriff

Mit zwölf Torschützen konnten sich schon mehr als die Hälfte der Feldspieler in die Liste eintragen, die Verteilung ist sehr ausgeglichen. 32 erzielte Treffer bedeuten Platz sechs in der Regionalliga Nord. Allerdings fehlt in dieser Saison ein echter Knipser. In der letzten Spielzeit lief die Tormaschine mit Tido Steffens (26), David Schiller und Tobias Steffen (je 19) auf Hochtouren, in dieser Saison stockt der Motor. In der Torjägerliste tauchen mit Mika Eickhoff (5 Treffer, 626 Spielminuten) und Tobias Steffen (5 Treffer, 834 Spielminuten) die ersten Emder Spieler auf Rang 22 auf, beide zählten im bisherigen Saisonverlauf nicht zu den Stammspielern.

Torjäger und Kapitän Tido Steffens trifft noch nicht wie gewünscht.
Torjäger und Kapitän Tido Steffens trifft noch nicht wie gewünscht.

Absoluter Toptorjäger ist mit Nikky Goguadze (16 Treffer) ausgerechnet ein ehemaliger Kickers-Spieler, der mit dem Bremer SV mitten im Abstiegskampf steckt.

Heimschwäche

Die Emder stellen mit 3.055 Zuschauern hinter dem SV Meppen (5.548) und dem VfB Lübeck (3.340) den drittbesten Schnitt der Fußball-Regionalliga Nord, eine beachtliche Zahl. Die treuen Zuschauer wurden allerdings nicht mit einer besonderen Heimstärke belohnt. Bei vier Siegen, einem Remis und schon fünf Niederlagen (FC St. Pauli II, Holstein Kiel II, SV Drochtersen/Assel, TSV Havelse und Phönix Lübeck) fällt die Bilanz sogar negativ aus, das bedeutet Rang zehn in der Heimtabelle. Auswärts liegt der BSV mit 16 Punkten auf dem zweiten Platz. Ist der Druck vor der oft tollen Kulisse einfach zu hoch?

Die Emder Anhänger konnten bisher nur vier Heimsiege bejubeln.
Die Emder Anhänger konnten bisher nur vier Heimsiege bejubeln.

In diesem Jahr warten auf die Emder noch fünf Spiele, darunter sind drei Auswärtsspiele (Meppen, Lohne, Werder Bremen II) und zwei Heimspiele (VfB Oldenburg, Teutonia Ottensen). Das Nachholspiel gegen Ottensen ist bisher noch nicht terminiert, es ist gut möglich, dass es hinten dran gehängt wird und am mittleren Dezember-Wochenende ausgetragen wird.

Kann Kickers die Baustellen schließen, dürfte die 40er-Marke bald geknackt und ein Platz im oberen Drittel gesichert werden können.

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