Demo am Rathaus Rhauderfehn  Langjährige Opti-Mitarbeiter sollen ohne Abfindung rausgeschmissen werden

Marion Janßen
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Von Marion Janßen
| 12.11.2024 16:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Thomas Gelder, 1. Bevollmächtigter der IG Metall (links), und Marcel Taubert, Betriebsratsvorsitzender bei Opti, bei einer Kundgebung vor dem Opti-Werk in Rhauderfehn im Oktober dieses Jahres. Archivfoto: Zein
Thomas Gelder, 1. Bevollmächtigter der IG Metall (links), und Marcel Taubert, Betriebsratsvorsitzender bei Opti, bei einer Kundgebung vor dem Opti-Werk in Rhauderfehn im Oktober dieses Jahres. Archivfoto: Zein
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Die Gewerkschaft IG Metall will den Kampf gegen die „Heuschrecke“ Aequita aufnehmen. Die halte sich nicht an Absprachen und wolle noch nicht einmal Abfindung bezahlen.

Rhauderfehn - An diesem Mittwoch, 13. November 2024, kommen alle noch einmal zusammen: Der Opti-Betriebsrat und die Verantwortlichen des Kapitalgebers Aequita, der Opti im Sommer 2023 übernommen hatte. Und die Gewerkschafter der IG Metall Leer-Papenburg. Deren 1. Bevollmächtigter Thomas Gelder hat den Kaffee schon vor den Gesprächen auf: „Aequita will 25 Leute entlassen. Jetzt ist uns mitgeteilt worden, dass das ohne Interessenausgleich und ohne jede Abfindung passieren soll. Selbst dieses Geld wollen sie einsparen. Die ,Heuschrecke’ zeigt ihr wahres Gesicht.“

Aequita „will langjährige Mitarbeiter ohne einen Euro auf die Straße setzen“, schimpft Gelder. „Die ,Heuschrecke’ ist nicht bereit, für diese Mitarbeiter Geld in die Hand zu nehmen. Sie sagen, dass sie das nicht können, aber natürlich könnten sie das. Sie könnten für die Mitarbeiter in Vorleistung gehen.“

Demonstration beim Rathaus Rhauderfehn

Nach der letzten Verhandlungsrunde im Frühjahr 2024, als bereits elf Mitarbeiter ihre Jobs verloren, sei unter anderem eine Standortsicherung bis Dezember 2025 vereinbart worden. Nach jener Vereinbarung dürften bei Opti Germany GmbH in Rhauderfehn in diesem Jahr maximal noch zwei Mitarbeitern gekündigt werden. „Nun sind es entgegen aller Verträge 25. Aequita will sich an nichts halten“, so Gelder. „So etwas habe ich meiner Laufbahn noch nicht erlebt.“

Um auf die Situation in dem Unternehmen aufmerksam zu machen, ist für Freitag, 15. November 2024, eine Demonstration geplant. Sie soll am Vormittag beim Rathaus Rhauderfehn stattfinden.

Sorge, dass Standort runtergewirtschaftet werden soll

Die IG Metall sei in großer Sorge um die Zukunft des Unternehmens. „Aequita ist nicht bereit, über ein Zukunftskonzept zu sprechen. Die Leute sollen einfach nur weg. Wir sind in Sorge, wie der Standort überhaupt aufrecht erhalten werden soll mit noch einmal 25 Mitarbeitern weniger. Wir fürchten, dass Aequita den Standort einfach nur runterwirtschaften will. Dass die das Rhauderfehner Werk sterben lassen wollen.“

Beim Gespräch an diesem Mittwoch wolle die IG Metall sehr deutlich machen, dass dieses Verhalten nicht hinnehmbar ist. Mit dabei sein werden auch Dr. Markus Thoennes, Director bei Aequita. Auf der Firmen-Homepage heißt es, Thoennes „verantwortet auf Geschäftsführungsebene die erfolgreiche Transformation und Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen auf strategischer und operativer Ebene“. Auf seiner Homepage wirbt der Münchner Kapitalgeber für sich so: „Durch unseren Investitionsansatz sorgen wir für Stabilität und nachhaltiges Wachstum.“ Der Münchener Investor hatte Opti Rhauderfehn im Sommer 2023 übernommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Reißverschlusshersteller noch fast 160 Mitarbeiter. Heute hat Opti neben dem Standort in Rhauderfehn drei weitere: in Italien, Estland und Polen.

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