Hamburg  Wie macht man Olaf Scholz wieder wählbar? Diese Agentur hat einen Plan

Yannick Kitzinger
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Von Yannick Kitzinger
| 13.11.2024 16:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schon 2021 organisierte die Agantur BrinkertLück den SPD-Wahlkampf für Olaf Scholz - mit Erfolg. Foto: imago/Emmanuele Contini
Schon 2021 organisierte die Agantur BrinkertLück den SPD-Wahlkampf für Olaf Scholz - mit Erfolg. Foto: imago/Emmanuele Contini
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Die renommierten Agenturen BrinkertLück und Jung von Matt sollen Scholz und Habeck wieder auf Kanzlerkurs bringen – eine ziemliche Herausforderung angesichts knapper Zeit und niedriger Umfragewerte.

Hamburg wird zur Wahlkampfschmiede: Mit nur dreieinhalb Monaten Vorbereitungszeit für die vorgezogenen Bundestagswahlen am 23. Februar müssen die Parteien jetzt in Rekordzeit auf Stimmenfang gehen. Die beiden übriggebliebenen Regierungsparteien setzen dabei erneut auf die Expertise zweier Hamburger Agenturen, um ihre Kanzlerkandidaten Olaf Scholz (SPD) und Robert Habeck (Grüne) in Stellung zu bringen und den Unionsvorsitzenden Friedrich Merz herauszufordern.

Die SPD vertraut auch diesmal auf den erfahrenen Wahlkampfstrategen Raphael Brinkert und seine Agentur BrinkertLück, ansässig im Hamburger Schanzenviertel. Die Entscheidung ist keine Überraschung, hatte doch Brinkerts Kampagne unter dem Slogan „Respekt“ im Jahr 2021 maßgeblich dazu beigetragen, Olaf Scholz ins Kanzleramt zu befördern. Nun steht das Team um Brinkert vor der schwierigen Aufgabe, die SPD aus einem Tief von aktuell nur 15 bis 16 Prozent in den Umfragen zu führen und ein Gegengewicht zum unionsgeführten Lager unter Friedrich Merz aufzubauen.

„Immer mehr Menschen werden sich in den nächsten Wochen mit der Frage beschäftigen, wer dieses Land in die Zukunft führen soll: Friedrich Merz mit seiner Agenda für Besserverdiener oder die SPD und Olaf Scholz mit einer Politik für das ganze Land“, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion aus der Agentur.

Auch Brinkert selbst zeigt sich optimistisch: „Liebe bleibt rot“, verkündet er kämpferisch. „Wir freuen uns auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Kanzler-Partei und auf einen intensiven und kreativen Wettstreit der demokratischen Parteien, um die besten Argumente für unser Land.“

Man sei ein eingespieltes Team und deshalb auf den vorgezogenen Wahlkampf sehr gut vorbereitet, erklärt SPD-Generalsekretär Matthias Miersch: „Der frühere Termin spornt uns als Partei zusätzlich an. Unser Wahlkampfziel ist klar: Die SPD soll diese Wahl gewinnen.“

Im kommenden Jahr den Kanzler stellen wollen auch die Grünen. Die Partei um Spitzenkandidat Habeck setzt dafür ebenfalls auf Hamburger Kreativität und hat die renommierte Agentur Jung von Matt engagiert.

Bemerkenswert ist die Auswahl auch deswegen, weil Jung von Matt 2017 den Wahlkampf der CDU unter Kanzlerin Angela Merkel organisierte. Damals musste die Union mit dem Slogan „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ (Hashtag: #fedidwgugl) allerdings erhebliche Stimmenverluste hinnehmen. Neben der Bundestagswahl betreut Jung von Matt auch den Bürgerschaftswahlkampf für die Grünen in Hamburg. Die Wahl in der Hansestadt findet im März Stadt – eine Woche nach der Bundestagswahl.

Die CDU hält sich noch bedeckt, was ihre Strategie angeht. Ihre Kampagne für die Bundestagswahl und die Wahlprogrammgestaltung sei offiziell „in Arbeit“, wie eine Sprecherin dem Branchenmagazin „Meedia“ mitteilte, nähere Details werden jedoch nicht verraten. Die FDP greift demnach auf bewährte Partner zurück und arbeitet erneut mit der Berliner Agentur Heimat TBWA zusammen. Die Linke vertraut auf die Kommunikationsagentur Berliner Botschaft, während sich die AfD noch auf keinen Agenturpartner festgelegt hat.

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