Osnabrück 10 Situationen, die erst richtig intensiv werden, wenn man Kinder hat
Elternsein verändert das Leben, besonders emotional: Angst, Freude und Stolz bekommen neue Dimensionen. Lassen Sie uns gemeinsam in die intensivsten Momente der Elternschaft eintauchen. Hier sind 10 Situationen, die erst richtig intensiv werden, wenn man Kinder hat.
Mit dem positiven Schwangerschaftstest, spätestens aber nach der Geburt, ändert sich für Eltern vieles – vor allem emotional. Gefühle wie Angst, Freude oder Stolz erleben sie plötzlich anders. Manche Eltern entdecken dabei neue Höhen oder Tiefen. Hier sind zehn Situationen, die erst so richtig intensiv werden oder die man anders erlebt, wenn man Kinder hat – chronologisch geordnet:
Glück: Eine der überwältigenden Situationen der Elternschaft ist zweifelsohne die Geburt – und das sage ich als Mann, der dabei (wenn überhaupt) nur eine Nebenrolle spielt. Auch für uns Papas ist es besonders, das eigene Kind zum ersten Mal im Arm zu halten, den ersten Schrei zu hören und die erste Windel zu wechseln.
Liebe: Zieht das Kind zu Hause ein, beginnt der Familienalltag. Organisation wird essenziell, alles dauert doppelt so lange – und man ist ständig müde. Doch die Liebe zu den Kleinen überstrahlt alles.
Angst: Auch die Angst wächst. Ich erinnere mich noch gut an die erste Nacht mit Kind: Die Kleine lag zwischen meiner Frau und mir im Bett. Geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht, sondern auf jeden Atemzug geachtet und überwacht, dass keiner auf das Baby rollt. Noch nie hatte ich so viel Angst, etwas falsch zu machen.
Ruhe: Mit der Zeit werden die Nächte einfacher, wir Eltern routinierter. Die Störgeräusche ändern sich: Kindergeschrei. Für Babys ist das der einzige Kommunikationskanal; das zu akzeptieren, fiel mir zunächst sehr schwer. Viele Eltern sehnen sich spätestens jetzt nach Ruhe. Dabei geht es nicht nur um das Buch, das man gerne bei einer Tasse Tee eingekuschelt auf einem Sessel bei schummrigem Licht lesen möchte, sondern um Selbstwirksamkeit, um Unabhängigkeit. Doch wenn dieser Moment dann kommt, merken wir, dass Ruhe nicht mehr nur positiv ist.
Vermissen: Wenn die Großeltern das erste Mal auf das Kind aufpassen, um den Eltern eine Auszeit zu gönnen, passiert es: Im Café reden Mutter und Vater über die Kinder. Sie merken, wie sehr sie die Kleinen vermissen. Dieses Gefühl verstärkt sich, zum Beispiel wenn Kinder anfangen, alleine zu spielen. Oft führt diese trügerische Ruhe zu Überraschungen, wie bei uns zuletzt zu schwarzen Edding-Kunstwerken auf weißen Wänden.
Freude: Ein besonders schöner Moment ist für mich stets das Abholen vom Bahngleis, wenn meine Frau und die Kinder von einem Ausflug zurückkommen. Diese aufrichtige, ehrliche Freude der Kinder, wenn sie aussteigen, dich erkennen und mit ausgebreiteten Armen auf dich zurennen: unbezahlbar.
Schlechtes Gewissen: Nie wieder hat man ein so schlechtes Gewissen, als an jenem Morgen, an dem man mit den Gedanken schon bei der Arbeit ist und vergisst, sich beim Abschied von den Kindern in der Kita noch einmal umzudrehen und zu winken.
Elternstolz: Obwohl ich den Begriff „Stolz“ für mindestens politisch vergiftet halte, erleben wir Erziehungsberechtigten irgendwann so etwas wie Elternstolz. Wenn die Vierjährige sich an einem Sommertag den Hochstuhl in der Küche zurechtrückt, Schäl- und Schneidemesser sowie Karotten hervorholt, um sie eigenständig zu schälen. „Ich kann das schon alleine, Papa“, heißt es dann nur. Uff, alles klar. Stillhalten, zuschauen, Stolz empfinden.
Wut: Kinder erleben sie spätestens in der Autonomiephase, und auch Eltern überkommt sie. Wut ist wohl das Gefühl, das Eltern am liebsten verdrängen. Sie sprechen nicht darüber und sie wandelt sich schnell in Scham. Klar ist: Kinder können Eltern stark reizen. Statt der Erwachsene zu bleiben, wird der Elternteil selbst zum Kind. Was dann hilft? Innehalten. Rausgehen. Durchatmen. Das Kind in den Arm nehmen. Noch einmal durchatmen.
Erleichterung: Irgendwann kommt der Tag, an dem sich alles einfacher anfühlt. Und man erinnert sich plötzlich an den Spruch der Großeltern, den sie dir in einem völlig unpassenden Stressmoment zu Beginn der Elternschaft gesagt haben: „Es wird mit der Zeit einfacher.“ Und was soll ich sagen: Es stimmt.