Hannover Überraschender Rückzug aus der Landespolitik: Meta Janssen-Kucz gibt Mandat im Dezember auf
Seit Jahrzehnten prägt Meta Janssen-Kucz die niedersächsische Politik. Doch nun kündigt die Grünen-Politikerin ihren Rücktritt an. Die Reaktionen sind geprägt von Anerkennung und Bedauern. Die Grünen stehen vor einer Neubesetzung.
Überraschende Personalie in der Landespolitik: Niedersachsens Landtags-Vizepräsidentin Meta Janssen-Kucz (63) wird im Dezember ihr Mandat aus persönlichen Gründen niederlegen. Das teilte die Grünen-Landtagsfraktion am Donnerstag in Hannover mit.
Janssen-Kucz, die auf der Insel Borkum lebt, war zwischen 1998 und 2008 und seit 2011 durchgehend Landtagsabgeordnete. Seit 2017 ist sie zudem Vizepräsidentin des Landtages. Bereits im Juni hatte sie den Vorsitz des Umweltausschusses niedergelegt; den Kreistag des Kreises Leer hatte sie im Vorjahr verlassen. Mehrfach stand sie an der Spitze des Grünen-Landesverbandes.
Die ausgewiesene Umweltpolitikerin sagte dieser Redaktion, sie wolle mehr Zeit für die Familie haben. „Es war keine leichte Entscheidung, da ich mein Mandat immer gerne und mit Leidenschaft für die Bürger*innen ausgeübt habe“, sagte Janssen-Kucz.
Die Sozialpädagogin und ehemalige Schulleiterin setzt sich unter anderem gegen die Gasförderung in der Nordsee unweit der Insel Borkum und für den Schutz des Naturparks Niedersächsisches Wattenmeer ein.
Die Fraktionsvorsitzenden Anne Kura und Detlev Schulz-Hendel bedauerten den Rückzug. „Ihr Einsatz mit viel Herzblut und Engagement innerhalb der Fraktion war bemerkenswert“, betonten sie. Mit Meta Janssen-Kucz verliere der Landtag „eine prägnante Stimme“, sagte SPD-Fraktionschef Grant Hendrik Tonne.
Als Nachrückerin für das frei werdende Landtagsmandat ist Tamina Reinecke (Kreis Helmstedt) im Gespräch. Wer Landtags-Vizepräsidentin werden solle, sei noch völlig offen, hieß es aus der Grünen-Fraktion.