Nach Derby-Niederlage Rießelmann startet mit Feedback-Gesprächen
Kickers Emden zeigte am Freitagabend bei der 0:2-Niederlage in Meppen über weite Strecken ein gutes Auswärtsspiel. Auf Henning Rießelmann wartet in den nächsten Tagen viel Arbeit.
Meppen - Die Gefühlslage beim Fußball-Regionalligisten Kickers Emden ist zwiegespalten. Einerseits müsste ein Aufsteiger als Tabellenfünfter mit 29 Punkten nach 18 Spielen und dem drittbesten Zuschauerschnitt der Regionalliga Nord (3055) sehr zufrieden sein, andererseits hat der starke Saisonstart, als die Emder lange Tabellenzweiter waren und in Schlagdistanz zu Tabellenführer Havelse standen, natürlich Begehrlichkeiten geweckt.
Nach der vermeidbaren 0:2 (0:1)-Niederlage im Derby beim SV Meppen schlug Henning Rießelmann, Sportlicher Leiter der Emder, eine ähnliche Tonlage an. „Uns fehlt momentan die Leichtigkeit vom Saisonbeginn. Wir haben in Meppen sicher kein schlechtes Auswärtsspiel gemacht, Kleinigkeiten haben gefehlt“, meinte Rießelmann.
Zwei unnötige Gegentreffer
Das dem Elfmeter vorangegangene Foul von Keeper Marcel Bergmann war unnötig, beim zweiten Treffer ließ sich Niklas von Aschwege austricksen. Zudem fehle momentan vorne auch die Durchschlagskraft. „Niklas von Achwege hatte die hundertprozentige Chance zum Ausgleich, momentan geht er bei uns nicht rein. Auch unsere Stürmer Tido Steffens und David Schiller brauchen mal wieder Erfolgserlebnisse. Wir werden als Gruppe daran arbeiten, dass die sich schnell wieder einstellen.“
Nach den zwei Niederlagen liegen die Emder zwar auf dem fünften Tabellenplatz, aber eigentlich genau im Mittelfeld. Denn der Rückstand zu Tabellenführer Havelse ist ähnlich groß wie zu den ersten Abstiegsplätzen. „Wir haben ja noch einen großen Puffer nach unten, sollten uns aber auch nicht zu sicher sein, dann ist man ruck, zuck auch wieder weiter hinten. Ziel bleibt, so schnell wie möglich den Klassenerhalt zu schaffen“, so Rießelmann.
Rießelmann sah positive Ansätze
Der Kickers-Macher sah in Meppen einige positive Ansätze. „Wir haben versucht, spielerische Lösungen zu finden, über die Sechser das Spiel aufzubauen. Wir müssen unseren Stil auch verändern. Kai Kaissis hat das schon gut bemacht. Nach dem 0:1 waren wir die bessere Mannschaft, hatten auch mehr Ballbesitz. Einige Aktionen von Tim Dietrich haben mir auch sehr gut gefallen“, lobte Rießelmann. Der 42-Jährige erhofft sich, dass die Mannschaft variabler agieren kann, auch schon im Hinblick auf die kommende Saison. Da Rießelmann als Sportlicher Leiter auch verantwortlich für die Kaderplanung ist, steht für ihn in den nächsten Tagen viel Arbeit an. Wie er mitteilte, hat er schon mit den Feedback-Gesprächen mit allen Spielern begonnen.
„Die Spieler möchten gerne wissen, wo sie stehen. Natürlich ist der ein oder andere auch unzufrieden mit seinen Einsatzzeiten. Da möchte ich dann auch gerne reinhören, wie der Spieler seine Lage bei Kickers sieht. Kann er mit der Situation umgehen und nimmt den Kampf an, oder möchte er sich verändern?“
Gibt es im Winter Neuzugänge?
Nicht ausschließen wollte Rießelmann, dass sich vielleicht auch schon im Winter etwas tun könnte. Allerdings nur dann, wenn der Spieler auch im Hinblick auf die neue Saison eine echte Verstärkung werden könnte. Insgesamt sei er schon in guten Gesprächen, für die neue Saison plant er fünf, sechs neue Spieler zu verpflichten, um den nächsten Schritt zu machen und im Kampf um den Aufstieg ein Wörtchen mitreden zu können.
Noch nicht fest terminiert ist das Nachholspiel gegen Teutonia Ottensen, wie wir fälschlicherweise berichteten. Auf dem offiziellen DFB-Portal fussball.de ist zwar Dienstag, der 26. November, eingetragen, bei diesem Termin wird es aber wohl nicht bleiben. Der Wunschtermin der Emder ist nun Freitag, der 13. Dezember.