Prozess um versuchten Mord beginnt  Jugendliche gequält und bewusstlos in Ems geworfen?

Julia Gödde-Polley
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Von Julia Gödde-Polley
| 17.11.2024 18:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verhandelt wird der Fall am Landgericht Osnabrück. Foto:Strangmann/dpa
Verhandelt wird der Fall am Landgericht Osnabrück. Foto:Strangmann/dpa
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Am Landgericht Osnabrück beginnt bald der Prozess gegen drei Männer und eine Frau. Sie sollen in Meppen eine 17-Jährige gequält und dann in die Ems geworfen haben – angeklagt ist versuchter Mord.

Meppen - Es ist ein Fall, der die Region erschüttert hat: Ende Mai sollen vier junge Erwachsene eine 17-Jährige zunächst in einem Waldstück in Meppen stundenlang gequält und anschließend die da schon Bewusstlose gefesselt in die Ems geschubst haben. Was sich genau vom 26. auf den 27. Mai 2024 zugetragen hat, soll jetzt in einem Prozess am Landgericht Osnabrück geklärt werden. Er beginnt am kommenden Freitag, 22. November 2024.

Angeklagt sind zwei 19-Jährige und ein 25-Jähriger aus Meppen sowie eine 27-jährige Frau aus Nordhorn. Ihnen wird versuchter gemeinschaftlicher Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie Erpressung und Raub vorgeworfen. Sie sollen die 17-Jährige unter einem Vorwand in das Waldstück nahe der Freilichtbühne Meppen gelockt und dort überwältigt und gefesselt haben. Das Opfer und die Angeklagten sollen sich zuvor gut einen Monat gekannt haben. Am Tattag sollen sich alle Beteiligten zunächst an einem Supermarkt getroffen haben – für ein Schlichtungsgespräch, wie es von der Staatsanwaltschaft Osnabrück geheißen hatte.

Mädchen konnte sich retten

Nachdem die 17-Jährige gefesselt worden war, sollen die Angeklagten Schmuck, Handy und Geldbeutel des Mädchens an sich genommen haben, heißt es vom Landgericht. Zudem sollen die Vier „unter Gewaltanwendung“ das Opfer zur Preisgabe des Handy-Sperrcodes und der Bank-PIN gebracht haben. Anschließend sollen die Misshandlungen stundenlang weitergegangen sein.

Schließlich sollen sie das Opfer in die Ems geschubst haben, wobei es zu einem Fluchtversuch kam. Ein Angeklagter soll laut dem Landgericht dem Mädchen im Wasser gefolgt sein. Mit einem Messer soll er ihr „unter anderem in den Hals gestochen haben“. Dann soll das Opfer weitere Schläge und Tritte abbekommen haben. Im Wasser sei die Jugendliche wieder zu sich gekommen, konnte sich ans Ufer retten und Hilfe holen, hatte es von der Staatsanwaltschaft geheißen.

Die mutmaßlichen Täter sitzen in Untersuchungshaft. Sie waren kurz nach der Anzeige der Tat festgenommen worden. Der Prozess vor der Dritten Großen Strafkammer des Landgerichts Osnabrück beginnt am Freitag, 22. November 2024, um 9 Uhr. Bis zum 12. Februar kommenden Jahres sind insgesamt 13 Verhandlungstermine angesetzt. Zum Auftakt sind nach Angaben des Landgerichts drei Sachverständige und zwei Zeugen geladen.

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