Wahlkreis 26 AfD setzt auf Kandidaten aus Nürnberg für Bundestagswahl
Nach einem Ex-General aus Hannover setzt die AfD in Friesland, Wilhelmshaven und Wittmund jetzt auf einen Diplom-Kaufmann aus Bayern. Martin Sichert zog vor ein paar Jahren an die Küste.
Wittmund/Friesland/Wilhelmshaven - Die AfD in Wittmund, Friesland und Wilhelmshaven geht mit einem gebürtigen Bayer als Kandidat in die vorgezogene Bundestagswahl. Martin Sichert, Vorsitzender des eben erst zusammengeführten Kreisverbandes Friesland-Wittmund, wurde nach eigenen Angaben bei einer Aufstellungsversammlung am Wochenende zum Kandidaten für den Wahlkreis 26 bestimmt. So ist es auf der Facebook-Seite des Kreisverbands nachzulesen und so bestätigt er es auch auf telefonische Nachfrage.
Alle 38 Mitglieder hätten am Sonnabend, 16. November 2024, für ihn gestimmt, so Sichert. Einen Gegenkandidaten habe es nicht gegeben. Der Wahlkreis 26 deckt die beiden benachbarten Landkreise Wittmund und Friesland sowie die Stadt Wilhelmshaven ab. Sichert ist bereits Mitglied des Bundestags und innerhalb seiner Fraktion gesundheitspolitischer Sprecher. Der 44 Jahre alte Diplom-Kaufmann aus Nürnberg kam zweimal nacheinander (2017 und 2021) über die bayerische Landesliste in das Parlament.
Von Wundrak zu Sichert
Martin Sichert zog 2022 aus dem Süden an die Küste. Er lebt heute in Zetel im südlichen Kreis Friesland. Mit dem Umzug übernahm er praktisch die Wahlkreisarbeit von Joachim Wundrak, der bei der letzten Bundestagswahl in diesem Wahlkreis 26 für die AfD angetreten war. Der ehemalige Bundeswehrgeneral lebt bei Hannover und ließ sich nach der Wahl kaum noch in seinem Wahlkreis an der Küste blicken. Auch Wundrak kam damals über die Landesliste in den Bundestag. Die beiden Fraktionskollegen vereinbarten die Wahlkreisübernahme sozusagen unter sich – so jedenfalls schilderten es beide im Zuge einer Recherche dieser Zeitung.
Bei der Bundestagswahl 2017 erreichte die AfD im Wahlkreis Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund bei den Erststimmen 8,3 Prozent und bei den Zweitstimmen 9,1 Prozent. 2021, mit Wundrak als Kandidat, kam die Partei auf 7,7 Prozent der Erststimmen und 8,2 Prozent der Zweitstimmen. Tendenziell war die Zustimmung hier also eher gesunken. Das Direktmandat errang in beiden Fällen die SPD-Politikerin Siemtje Möller, die auch jetzt wieder für diesen Wahlkreis antritt. Die vorgezogene Neuwahl findet am 23. Februar 2025 statt.