Stadt wird entwickelt  Bei diesen Emder Bauprojekten geht es jetzt voran

| | 19.11.2024 14:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Emden gibt es einige Pläne für Bauprojekte. Doch bis das fertige Haus steht, können die unterschiedlichen Verfahrensschritte dauern. Symbolfoto: Pixabay
In Emden gibt es einige Pläne für Bauprojekte. Doch bis das fertige Haus steht, können die unterschiedlichen Verfahrensschritte dauern. Symbolfoto: Pixabay
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In Emden gibt es viele Pläne für Bauprojekte unterschiedlicher Investoren. Bis diese umgesetzt werden, dauert es manchmal. Einige Projekte sind einen Schritt weiter.

Emden - Bis geplante Bauprojekte tatsächlich umgesetzt werden können, dauert es teilweise lange. In Emden haben mehrere jetzt eine weitere politische Hürde gemeistert: Im Stadtentwicklungsausschuss des Emder Rats wurde beispielsweise über das Wohnprojekt bei der Alten Molkerei an der Auricher Straße, das Baugebiet Kaserne in Barenburg und ein geplantes Wohngebiet in Harsweg hinter der „Schaumwerk“-Waschstraße abgestimmt. Wir stellen die jeweiligen Projekte vor und ihren Planungsstand beziehungsweise Zeitplan vor.

Auf dieser Grafik der Stadt Emden ist unten die Kirche in Harsweg, rechts die Waschstraße „Schaumwerk“ an der Auricher Straße erkennbar. Die zwei anderen Bauten sollen neu entstehen. Grafik: Stadt
Auf dieser Grafik der Stadt Emden ist unten die Kirche in Harsweg, rechts die Waschstraße „Schaumwerk“ an der Auricher Straße erkennbar. Die zwei anderen Bauten sollen neu entstehen. Grafik: Stadt

Wohnbebauung beim „Schaumwerk“

Hinter der Waschstraße „Schaumwerk“ an der Auricher Straße soll eine Wohnbebauung möglich werden. Zunächst war von eine Reihenhausbebauung angedacht, nun will Score Immobilien eine Wohnanlage mit drei Mehrfamilienhäusern mit circa 44 Wohneinheiten und entsprechenden Nebenanlagen bauen. Die Häuser sollen maximal dreigeschossig sein und über die Kreuzstraße erschlossen werden. Auch sind direkt an der Kreuzstraße acht Carsharing-Stellplätze vorgesehen.

Aufgrund der Änderung muss der Bebauungsplanentwurf der Stadt erneut öffentlich ausgelegt werden. Einen Monat lang können Einwände dann dagegen vorgebracht werden. Gibt es keine beziehungsweise erfordern die eingereichten keine erheblichen Änderungen, kann danach über den Bebauungsplan abgestimmt werden. Sobald er rechtskräftig ist, könnte die Erschließung starten. Ein Zeitplan dazu ist aber noch nicht bekannt.

Die Alte Molkerei in Emden hat im Erdgeschoss einige Angebote des Einzelhandels, doch oben stehen die Räume leer. Das soll sich ändern. Foto: Päschel/Archiv
Die Alte Molkerei in Emden hat im Erdgeschoss einige Angebote des Einzelhandels, doch oben stehen die Räume leer. Das soll sich ändern. Foto: Päschel/Archiv

Wohnnutzung Alte Molkerei

Die obere Etage der Alten Molkerei steht aktuell leer. Zuvor war dort unter anderem ein chinesisches Restaurant untergebracht, doch eine neue Gewerbe-Ansiedlung hatte sich für den Eigentümer der Immobilie als schwierig erwiesen. Daher hatte dieser, also die Immobilien Limburg GmbH & Co. KG, entschieden, eine Wohnnutzung insbesondere für die Alten- und Demenzpflege zu entwickeln. Der Einzelhandel im unteren Bereich soll erhalten bleiben.

Jetzt wurde sowohl der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und dem Investor beschlossen als auch über den Bebauungsplan abgestimmt. Im Emder Rat am 5. Dezember wird noch einmal final darüber entschieden. Der weitere Zeitplan liegt dann in der Hand des Investors.

Das geplante Baugebiet „Kaserne Mitte“ befindet sich beim Heli-Haus und der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte. Screenshot: GoogleMaps
Das geplante Baugebiet „Kaserne Mitte“ befindet sich beim Heli-Haus und der Freiwilligen Feuerwehr Stadtmitte. Screenshot: GoogleMaps

Baugebiet „Kaserne Mitte“

Auf dem großen ehemaligen Kaserne-Gelände im Stadtteil Barenburg hat sich in den vergangenen Jahrzehnten bereits viel getan: Moderne Wohnquartiere, ein großes Hotel, eine Feuerwehr-Wache und ein provisorischer Schulstandort sind dort entstanden. Jetzt geht es um eine weitere rund 16.500 Quadratmeter brachliegende Gewerbefläche, die eine neue Nutzung bekommen soll.

Zunächst war wieder eine Ansiedlung von Gewerbe angedacht, doch mittlerweile steht Wohnen im Fokus. Demnach sollen in dem Gebiet bestenfalls Mehrparteienhäuser entstehen. Einstimmig wurde nun der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan durchgewunken. Am 5. Dezember wird es noch im Emder Rat beschlossen. Wie und wann es dann weitergeht, hat der Bauherr, also WRM Wohnresidenz Mitte GmbH mit den Geschäftsführern Udo Fuhrmann und Dennis Isenburg, in der Hand.

Eingerahmt zwischen Bahn und Borssumer Kanal: das geplante Gewerbegebiet am Buschplatz. Foto: Schuurman/Archiv
Eingerahmt zwischen Bahn und Borssumer Kanal: das geplante Gewerbegebiet am Buschplatz. Foto: Schuurman/Archiv

Bauvorhaben am Buschplatz

Am Buschplatz beim Tierheim soll ein etwa 1,6 Hektar großes Gewerbegebiet mit zwei etwa gleich großen Einheiten entstehen, wobei das Emder Unternehmen Thiele Tee eines für ein Lagerhaus übernehmen möchte. Zu den Interessenten des zweiten und zu einem etwas kleineren Gewerbegrundstück hatte sich die Stadt zuletzt noch bedeckt gehalten.

Das konkretisierte Stadtplaner David Malzahn aktuell nun auch nicht, aber: Der Beschluss für den Bebauungsplan wurde vom Ausschuss einstimmig gefasst. Jetzt muss nur noch der Rat am 5. Dezember darüber beschließen. Dann wären alle Verfahrensschritte komplett abgeschlossen, so Malzahn. Auch die Straße zum Buschplatz soll saniert werden für etwa 400.000 Euro. Wann es mit dem Bauvorhaben losgeht, ist aber noch offen.

Douwesstift und Haus Bethanien

Seit fast einem Jahr steht das ehemalige Cura-Seniorenzentrum in den historischen Gebäuden Douwesstift und Haus Bethanien leer. Der Eigentümer, der europaweit und in Singapur aktive Immobilieninvestor Primonial mit deutschem Hauptsitz in Frankfurt am Main, möchte die Gebäude durch einen Neubau verbinden lassen. Schon im April 2023 hatte die Emder Politik dem grünes Licht gegeben.

Doch bei privaten Investoren haben Politik und Stadtverwaltung wenig Einfluss auf den Zeitplan der tatsächlich Umsetzung. „Wir haben zum Projekt Douwesstift lange nichts gehört, sie könnten sich aber so melden“, erklärte David Malzahn die Schwierigkeit. Das Projekt könnte dann umgesetzt werden.

Baugebiet Conrebbersweg-West

Über den Erschließungsvertrag zum Bebauungsplan zum vierten Abschnitt des geplanten Mega-Baugebiets Conrebbersweg-West hätte abgestimmt werden sollen, doch die Verwaltung hat den Tagesordnungspunkt zurückgezogen. Es müsse noch etwas dazu geklärt werden, so Stadtbaurätin Irina Krantz. Die Niedersächsischen Landgesellschaft mbH (NLG) will frühestens ab 2026 mit der Erschließung des Abschnitts beginnen.

Aktuell wird bereits auf einem anderen Abschnitt des Baugebiets gebaut. Auf Nachfrage zur Unsicherheit wegen der VW-Krise und möglichem Abspringen einiger Bauwilliger sagte Irina Krantz, dass dieses Thema aktuell noch nicht bei der Stadt angekommen sei. Aber: Allgemein gebe es eine „abwartende Haltung“ bei Bauwilligen. Baukosten und Zinsmarkt sorgten weiterhin für eine „große Unsicherheit“. Man versuche nun, die Auswirkungen der VW-Krise auf Baugebiete zu analysieren, sagte sie.

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