Geduld belohnt  Glückseliger Kickers-Torwart nach 19 Spielen Pause

| | 25.11.2024 15:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Isaak Djokovic (Mitte) agierte bei seinen Aktionen in Lohne ruhig und souverän. Foto: Wenzel
Isaak Djokovic (Mitte) agierte bei seinen Aktionen in Lohne ruhig und souverän. Foto: Wenzel
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Isaak Djokovic war in der Oberliga-Meistersaison Stammtorhüter bei Kickers. In dieser Saison saß er nur auf der Bank oder auf der Tribüne. Am Freitag nutzte er seine große Chance.

Emden - 19 Saisonspiele lang geduldete sich Torhüter Isaak Djokovic vom Fußball-Regionalligisten Kickers Emden als Zuschauer. Mal saß er als Nummer zwei auf der Ersatzbank, mal gar als Nummer drei nur auf der Tribüne. „Ein Torwart muss eben manchmal etwas länger auf seine Chance warten als ein Feldspieler“, sagt der 22-Jährige ganz lapidar zu seiner ewigen Geduldsprobe. Am Freitagabend folgte urplötzlich sein großer Tag. Im Spiel bei BW Lohne genoss Djokovic seinen ersten Saisoneinsatz. Die Mannschaft krönte sein Debüt mit einem 2:0-Sieg.

Nach dem Sieg in Lohne strahlte in der Kabine niemand so schön wie Isaak Djokovic (oben Mitte). Foto: van Hove
Nach dem Sieg in Lohne strahlte in der Kabine niemand so schön wie Isaak Djokovic (oben Mitte). Foto: van Hove

„Wir haben gewonnen und zu null gespielt. Besser hätte es für mich nicht laufen können.“ Das sechs Monate lange Warten auf eine Einsatzchance, die Aufregung vor der Partie und die Anspannung während der 90 Minuten entluden sich beim Mann mit der Nummer 24 in der Nachspielzeit. Als Tido Steffens nach toller Vorarbeit von Marten Schmidt mit dem 0:2 für die Entscheidung sorgte, hielt es Djokovic nicht mehr in seinem Tor. Er rannte und rannte und rannte – 100 Meter weit. Dann sprang er überglücklich auf den feiernden Emder Spielerknäuel. „Es musste bei mir einfach alles raus“, erklärt er seinen Sprint übers ganze Feld. „Ich war überglücklich.“ Auch beim obligatorischen Siegerfoto in der Kabine strahlte niemand so herzlich wie der Torwart mit der langen Wartezeit.

Frohe Botschaft am Donnerstag

Er hatte die einsatzlosen Monate ohne Eskapaden und lautstarke Beschwerden ertragen. „Aber jeder, der mich kennt, wusste, wie gerne ich wieder spielen wollte.“ Seinen letzten Pflichtspieleinsatz hatte Isaak Djokovic zuvor im Mai am letzten Oberligaspieltag gegen den SV Ramlingen/Ehlershausen verbucht. In den vorherigen Partien hatte er nach errungener Meisterschaft bereits pausiert, damit seine Ersatzleute zu Einsätzen kamen. „Mein letztes richtiges Spiel war eigentlich in Egestorf“, sagt der Torwart.

Ende April sicherte sich Kickers durch ein Tor von Tido Steffens und etlichen tollen Paraden von Djokovic die Meisterschaft. Seitdem verschwand der in Emden aufgewachsene Torhüter aus dem Kickers-Rampenlicht. Nun kehrte er zurück auf den Platz, weil Stammtorhüter Marcel Bergmann zuletzt einige Male unglücklich agierte. Djokovic erfuhr nach dem Abschlusstraining am Donnerstag von seiner Chance. „Die Trainer haben mich in die Kabine gebeten und dort hat mich Stefan Emmerling über meinen Einsatz in Lohne informiert.“

Wenig gefordert, kein Fehler

Natürlich verließ Djokovic mit ungewohnter Gefühlslage die Kabine. „Ich war etwas aufgeregt, aber die Freude hat ganz klar überwogen.“ Am Spieltag verspürte er natürlich ein besonderes Kribbeln. „Auf der Bank zu sitzen, ist für die Nerven einfacher.“ Doch Djokovic hatte seine Anspannung auf der Torlinie im Griff. Gemeinsam mit seinen Vorderleuten bot er eine souveräne Vorstellung. Isaak Djokovic leistete sich nach langer Torlinien-Abstinenz keinen Fehler. Er musste allerdings selten wirklich eingreifen, weil seine Vorderleute Tim Dietrich und Fabian Herbst souverän agierten wie lange nicht mehr.

Nach dem Spiel freute sich der Torwart über die Gratulationen seiner Mitspieler. Natürlich hofft er nun am Freitag im Derby gegen den VfB Oldenburg auf seine nächste Chance. Ganz sicher ist sich da der Ostfriese aber noch nicht. „Das weiß wohl alleine der Trainer.“ Sollte aber die Nummer 24 wieder im Tor stehen und Kickers das prestigeträchtige Derby gewinnen, dann scheint ein weiterer 100-Meter-Sprint des Tormannes nicht ausgeschlossen.

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