Das besondere Rezept Steckrübe - da freut sich nicht nur das Meerschweinchen
Die Rübe, die gar keine Rübe ist, diente früher in erster Linie als Tierfutter. Was für eine Verschwendung! Wer einen Eintopf mit dem Wintergemüse als „Arme-Leute-Essen“ degradiert, der hat keinen Geschmackssinn!
Leer - Der kleine Uwe war schwer beschäftigt. Mit dem stumpfen Messer - aus Sicherheitsgründen hatte er kein anderes Werkzeug bekommen - bearbeitete er die Steckrübe und brach einzelne Stücke heraus. Fridolin quiekte, wahrscheinlich war es die Vorfreude. Das Geschrei des Langhaar-Meerschweinchens wich jedenfalls ganz schnell einer irren Knabberei. Die Fütterung des kleinen Nagers gehört zu den Erinnerungen einer glücklichen Kindheit. Der kleine Uwe wusste damals nicht, dass Mamas Eintopf am Mittag ebenfalls zum Großteil aus diesem Meerschweinchenfutter bestand. Ob er es sonst wohl überhaupt gegessen hätte?
Insbesondere in der norddeutschen Küche ist der Steckrübeneintopf ein Klassiker. Das Rezept darf im Kochbuch „Deftige Eintöpfe und Suppen“ der Uplengener Landfrauen also nicht fehlen. Eins noch vorweg: Wer einen Eintopf mit dem Wintergemüse als „Arme-Leute-Essen“ degradiert, der hat keinen Geschmackssinn!
Zutaten (für vier Personen):
Die ganze Würfelei wird dann zusammen mit der Brühe in einen großen Topf gegeben. Die Landfrauen legen Mettenden und eine Rippe von Schwein oder Rind obendrauf. Mamas Alternative zur Rippe waren Pinkelwürste - die gehen eben nicht nur zu Grünkohl.
Der kleine Uwe war begeistert, der große Uwe ist begeistert. Der Fleischesser kommt durch. Es darf ruhig eine Wurst mehr sein - und zwar ohne schlechtes Kalorien-Gewissen: Steckrüben enthalten viele Proteine und Mineralstoffe, bestehen aber zu fast 90 Prozent aus Wasser.
Das Rezept stammt aus dem Kochbuch „Deftige Eintöpfe und Suppen“ der Uplengener Landfrauen. Es ist bei LV.Buch erschienen (ISBN 978-3-7843-5623-5) und im Buchhandel erhältlich.