Osnabrück  Schauspieler Luis Vorbach: „Manchmal wünsche ich mir eine Zeit ohne Social Media zurück“

Dr. Philipp Ebert
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Von Dr. Philipp Ebert
| 01.12.2024 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Luis Vorbach wurde durch Haupt- und Nebenrollen in Spielfilmen wie „Auf Augenhöhe“ und „Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt!“ bekannt. Jetzt ist er mit „Die Schule der magischen Tiere 3“ im Kino. Foto: dpa/Bodo Schackow
Luis Vorbach wurde durch Haupt- und Nebenrollen in Spielfilmen wie „Auf Augenhöhe“ und „Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt!“ bekannt. Jetzt ist er mit „Die Schule der magischen Tiere 3“ im Kino. Foto: dpa/Bodo Schackow
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Er ist erst 19 Jahre alt und schon Vollzeit-Schauspieler. Im Interview spricht Luis Vorbach über seine Kindheit im Allgäu, seinen Umgang mit den sozialen Medien und verrät, wie es für ihn als Schauspieler weitergeht.

Es ist bisher der erfolgreichste deutsche Kinofilm im Jahr 2024: „Die Schule der magischen Tiere 3“. Luis Vorbach spielt darin die Hauptrolle des Silas. Wir haben ihn online zum Interview getroffen. An einem Samstagmorgen zeigt sich der junge Mann freundlich, aufgeschlossen – und gibt ein sehr diszipliniertes Bild von sich ab.

Frage: In diesem Herbst bist du mit „Die Schule der magischen Tiere 3“ im Kino. Dein eigener Abschluss an der Realschule liegt zwei Jahre zurück. Wie ist es seither für dich weitergegangen?

Antwort: Nach der Realschule wollte ich mein Fachabitur machen. Aber es war mir von vornherein klar, dass ich nicht studieren möchte. Nach einem halben Jahr hatte ich durch meine Filmdrehs aber so viele Fehltage, dass mich der Schulleiter vor die Wahl gestellt hat: Schule oder Schauspiel. 

Frage: Dann bist du jetzt also Vollzeit-Schauspieler.

Antwort: Ja, und ich bereue es in keinster Weise. Die Schule zu verlassen, war keine schwierige Entscheidung. Und meinen Realschulabschluss habe ich trotzdem.

Frage: Schon mit sieben Jahren hast du deinen ersten Film gedreht. Willst du denn in Zukunft Schauspiel studieren?

Antwort: Vorerst nicht. Ich möchte mich lieber am Set weiterbilden. Ich drehe seit 11 Jahren und würde für ein Schauspielstudium nicht aufs Drehen verzichten wollen.

Frage: Warum?

Antwort: Ich glaube, es gibt viele verschiedene Wege. Ich lerne lieber am Set und bereite mich dann mit einem Coach vor. Gerade mache ich meinen Motorradführerschein und eigne mir auch immer andere Fähigkeiten an, die mich beim Drehen weiterbringen. Ich denke, das ist momentan für mich am besten.

Frage: Was magst du am Schauspielern?

Antwort: Ich kann in unterschiedliche Rollen hinein schlüpfen: eine einfühlsame Person sein, ein Psychopath, ein Killer – oder eben ein magisches Tier haben. Man kann viel ausprobieren, kommt herum und lernt immer wieder Neues kennen, das finde ich klasse.

Frage: Spielst du auch Theater?

Antwort: Bisher nicht, es ist einfach eine andere Art des Schauspiels. Beim Theater musst du alles sehr groß spielen, damit die Zuschauer es sehen. Im Film hingegen ist es viel detaillierter.

Frage: Im Theater kann man Lampenfieber haben – am Set auch?

Antwort: Auf jeden Fall. Ich setze mich auch immer wieder unter Druck, weil ich meine beste Leistung bringen will. Ich merke, dass mir ein gewisser Druck gut tut und dabei hilft.

Frage: Aufgewachsen bist du in Kaufbeuren im Allgäu. Dort ist man vermutlich nicht von Schauspielern und Agenturen umgeben, oder?

Antwort: Nein, überhaupt nicht. Als ich klein war, hatte ich überhaupt keine Berührungspunkte. Meine Mutter hat eine Modeschmuckfirma. Als ich sieben war, waren dort mal Kunden, die Requisiten für einen Film gekauft haben. Sie haben meinen Bruder und mich beim Spielen gesehen und gefragt, ob wir nicht zu einem Casting kommen wollen. Ein paar Tage später sind wir nach München gefahren. Dort habe ich dann im Casting ziemlich improvisiert, und meine erste Rolle bekommen.

Frage: Wie sah deine Kindheit aus?

Antwort: Ich hatte eine echt schöne Kindheit, wir haben viel unternommen und ich hatte einige Freiheiten. Ich mache, seit ich klein war, sehr viel Sport: Boxen, Schwimmen, Radfahren. Dadurch habe ich Disziplin und Durchhaltevermögen gelernt. Das war für die Schauspielerei auch sehr wichtig.

Frage: Welchen Beruf hättest du ergriffen, wenn es mit der Schauspielerei nichts geworden wäre?

Antwort: Ich bin wirklich total fokussiert auf meinen Job. Die Schauspielerei ist genau das, was ich machen möchte. Ich will auch international bekannt werden. Das ist heute durch Streaming-Portale viel einfacher als noch vor 20 Jahren. Ansonsten: Ich interessiere mich sehr für Autos und Kleidung. Früher wollte ich mal eine Zeit lang Automechaniker werden. 

Frage: Was rätst du Kindern und Jugendlichen, die auch Schauspieler werden wollen?

Antwort: Sich auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln. Ich würde zum Beispiel im Netz nach Castings suchen – und versuchen, in eine Agentur zu kommen. Dafür braucht man meistens ein kleines Vorstellungsvideo. Bei der Suche kann auch Social Media helfen – dafür kann man ja auch Videos produzieren. Ich glaube, es ist heute einfacher als noch vor ein paar Jahren.

Frage: Gibt es etwas, was du deinem früheren Ich raten würdest? 

Antwort: Glücklicherweise habe ich noch nie einen großen Fehler gemacht, den ich stark bereut habe. Aber was ich mir früher und heute vornehme: Sei diszipliniert, mach Sport und zieh Sachen durch!

Frage: Schauen wir in die Zukunft: Du wohnst in Kaufbeuren. Willst du eigentlich nach München ziehen, immerhin die nächste Metropole?

Antwort: München ist doch sehr nah, dafür muss ich nicht umziehen. Ich lebe eigentlich ganz gerne in Kaufbeuren. Aber natürlich kann ich mir vorstellen, für eine gewisse Zeit, mal weiterweg zu ziehen: nach Berlin, London oder Los Angeles. Das steht aber gerade nicht an. 

Frage: Wie siehts eigentlich aus mit Social Media: Bist du da aktiv?

Antwort: Aus beruflichen Gründen, ja. Aber ich bin zum Beispiel nicht auf TikTok aktiv. Bei Instagram schon, aber ich verbringe da nicht viel Zeit. 

Frage: Warum?

Antwort: Ich klinge jetzt ein bisschen altklug, aber manchmal wünsche ich mir eine Zeit ohne Social Media zurück. Ich glaube einfach, dass man nicht zu viel Zeit auf Social Media verbringen sollte, weil ziemlich viel fake ist und man sich dadurch auf die falschen Sachen konzentriert. Neulich sagte mir jemand, er hole sich jetzt wieder ein Tastenhandy. Das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber ich finde es cool. 

Frage: Wie geht es für dich jetzt beruflich weiter?

Antwort: Wir haben kürzlich die Dreharbeiten für den vierten Teil von „Die Schule der magischen Tiere“ abgeschlossen. Ich bin jetzt erst wieder nach Hause gekommen und bin in der Planung für die Projekte, die nächstes Jahr anstehen, mehr darf ich dazu aber aktuell noch nicht sagen.

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