Osfriesland Maut macht Züchtern Deutschland madig

Lydia Erfkamp
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Von Lydia Erfkamp
| 04.12.2024 05:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit Speziallastern werden die Brieftauben zu den Auflassorten gefahren. Foto: privat
Mit Speziallastern werden die Brieftauben zu den Auflassorten gefahren. Foto: privat
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Die ostfriesischen Reisetaubenliebhaber haben ihren Flugplan geändert. Um Geld zu sparen, werden ihre Jung- und Alttauben künftig die Südwest-Richtung einschlagen.

Aurich - Um von einem Ort zum anderen zu fliegen, müssen Brieftauben nichts berappen. Zahlen müssen diejenigen, die sie zu den Standorten bringen, von denen die Vögel zu ihren Heimflügen starten, nämlich ihre Besitzer. Und das nicht zu knapp.

Die Fluggemeinschaft Ostfriesland, zu der sich alle 320 ostfriesischen Brieftaubenzüchter zusammengeschlossen haben, unterhält zwei große Spezialfahrzeuge. Mit denen werden von Mitte April bis Mitte September jede Woche die Vögel der Reisetaubenliebhaber-Vereinigungen (RV) Aurich, Leer, Norden, Harlingerland, Friesenland (Schortens) und Landkreis Leer-Ost zu den verschiedenen Auflassplätzen transportiert.

Das kostet – nicht nur Sprit, sondern auch Mautgebühr für die Nutzung von Bundesautobahnen und -straßen. In den vergangen Jahren fuhren die Züchter beispielsweise regelmäßig nach Münster (175 Kilometer) und nach Basel/Weil am Rhein (650). Auf ihrer Herbstversammlung in Walle haben die Mitglieder der Fluggemeinschaft Ostfriesland (FG) nun über eine Änderung der Reiserrouten abgestimmt. Es wurde beschlossen, künftig die Südwest-Richtung einzuschlagen und deshalb zu Auflassorten in den Niederlanden, in Belgien und Frankreich zu fahren.

Mit der Änderung der Flugpläne erwarten die Reisetaubenvereinigungen, Geld zu sparen. Denn nicht nur die zurückgegangenen Mitglieder- und Taubenzahlen und die Spritkosten reißen ein Loch in die Kasse. Weil im Juli die Mautgebühren in Deutschland um rund 80 Prozent gestiegen sind, sei der Transport der Tauben mit den vereinseigenen Lastwagen zu den gewohnten Orten aus finanzieller Sicht nahezu unmöglich, hieß es auf der Versammlung.

Mehrkosten in vierstelliger Höhe

Halte man an den alten Plänen fest, würde das Mehrkosten von rund 6000 Euro im Vergleich zu den Vorjahren verursachen.

Weil die angrenzenden Beneluxländer deutlich weniger Maut erheben, schlug der Vorstand der Fluggemeinschaft Ostfriesland vor, die Reiserichtung zu ändern. In Abstimmung mit dem Regionalverband Ost-Friesland haben sie die Flugpläne angepasst.

Entfernungen bleiben nahezu gleich

„Wir haben die Orte so gewählt, dass sie, was die Entfernungen in Kilometern betrifft, denen entsprechen, die wir sonst angefahren sind“, sagt Detert Feddinga, Vorsitzender der RV Aurich. Eine große Mehrheit der Mitglieder stimmte dem zu.

Die Alttauben steigen in der kommenden Saison am 13., 16. und 20. April in Emmen, Hengelo und Deventer (Niederlande) auf. Dreizehn Preisflüge in der Zeit vom 27. April bis 17. Juli werden ab Arnheim, Rosmalen, Budel, Eijsden (Niederlande), Hannut und Chimay (Belgien) sowie Reims und Sens (Frankreich) gestartet.

Die Jungtauben brechen in Stadskanaal, Emmen, Hardenberg und Hengelo (Niederlande) zum Training auf sowie in Deventer, Arnheim, Rosmalen, Budel, Eijsden und Hannut zu Preisflügen. Wenn es über Distanzen von 300 Kilometer und mehr geht, machen die Ostfriesen mit Reisevereinigungen aus der Wesermarsch, aus Oldenburg, Wilhelmshaven und Südoldenburg-Nord gemeinsame Sache und führen Regionalverbandsflüge durch.

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