Kriminalität Korruption in Emden? Ermittlungen laufen
Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Korruption gegen sieben Mitarbeiter des BEE, der Stadtwerke und von N-Ports in Emden. Wie ist der aktuelle Stand?
Emden - Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt weiterhin wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme gegen Mitarbeiter von Behörden in Emden. Das bestätigt Sprecher Christian Bagung auf Nachfrage. Es geht um insgesamt sieben Beschäftigte der Emder Stadtwerke, des Bau- und Entsorgungsbetriebs Emden (BEE) und des landeseigenen Hafenbetreibers Niedersachsen-Ports (N-Ports).
Details nennt Christian Bagung zum Ergebnis der Ermittlungen noch nicht. Auch wie lange es noch dauern könnte, ist offen. Im August 2024 hatte der Sprecher auf Nachfrage bereits erklärt, in Fällen von Korruptionsverdacht sei es nichts Ungewöhnliches, dass die Ermittlungen lange dauern. Wenn die Ermittlungen beendet sind, wird entweder Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt. Falls Anklage erhoben wird, kann der Fall vor Gericht landen.
Worum geht es bei dem Fall?
Bereits im April 2024 war bekannt geworden, dass eine zunächst anonyme Anzeige die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die sich auf Korruptionsfälle spezialisiert hat, ausgelöst hatte. Der Anzeigenerstatter wurde der Staatsanwaltschaft später aber bekannt. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich um einen ehemaligen Mitarbeiter eines Emder Straßen- und Tiefbauunternehmens handeln. Er hatte Beschäftigte des BEE, der Stadtwerke und von N-Ports beschuldigt, für die Vergabe von Aufträgen Sachleistungen unentgeltlich angenommen zu haben.
Im Rahmen der Ermittlungen hatte es im Frühjahr umfangreiche Durchsuchungen in den Verwaltungsgebäuden der drei Unternehmen gegeben. Ermittler durchsuchten zudem Privathäuser und -wohnungen sowie das Vereinsheim eines Emder Sportvereins. Die Untersuchungen vor Ort erstreckten sich über drei Tage. Details dazu sind bislang nicht bekannt. Weder die Stadt Emden noch N-Ports wollten sich bislang zu den laufenden Ermittlungen äußern.
Stadtsprecherin Theda Eilers und N-Ports-Sprecherin Dörthe Schmitz sagten dieser Zeitung im April auf Nachfrage, dass zunächst die Unschuldsvermutung gelte. Die aktuellen Ermittlungen zeigten, so Eilers, „dass Anzeigen sehr ernst genommen und ihnen mit aller Konsequenz nachgegangen wird“.