„D-Day“-Papier  Chaos bei FDP beschäftigt auch ostfriesische Liberale

| | 02.12.2024 19:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Christian Lindner (links), Bundesvorsitzender der FDP, setzt im Wahlkampf auf den neuen FDP-Generalsekretär Marco Buschmann. Foto: von Jutrczenka/DPA
Christian Lindner (links), Bundesvorsitzender der FDP, setzt im Wahlkampf auf den neuen FDP-Generalsekretär Marco Buschmann. Foto: von Jutrczenka/DPA
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Bundestagskandidat Ferhat Asi rechnet durch den Eklat um das „D-Day“-Papier mit schwerem Wahlkampf. Die Auricherin Sarah Buss sieht kein generelles Glaubwürdigkeitsproblem der Partei.

Berlin/Ostfriesland - Während der FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Christian Dürr, dabei bleibt, dass das viel kritisierte „D-Day“-Papier der Parteiführung nicht bekannt war, würden Sarah Buss, stellvertretende Vorsitzende der Liberalen im Landkreis Aurich und Bezirksvorsitzende der FDP Ems-Jade, und Ferhat Asi, Bundestagskandidat der FDP im Wahlkreis Unterems, die Debatte am liebsten komplett abräumen. „Natürlich fragt man sich, was den Verfasser des Papiers geritten hat, so etwas in der Form niederzuschreiben“, sagte Buss.

Auch sie sei angesichts der Wortwahl erstaunt, räumt die Liberale ein, ein Glaubwürdigkeitsproblem der Partei sieht sie aber nicht. Wenn Parteichef Christian Lindner beteuere, dass ihm das Papier nicht bekannt war, gebe es keinen Grund, ihm das nicht abzunehmen. Konsequenzen seien mit den Rücktritten des Generalsekretärs Bijan Djir-Sarai und des Bundesgeschäftsführers Carsten Reymann gezogen worden. Jetzt sei es an der Zeit, sich wieder auf die für das Land wichtigen Themen zu konzentrieren.

Schockiert vom „Grad der Unredlichkeit“

„Wir brauchen eine Debatte, wie es in Deutschland weitergehen soll“, betonte Buss. Für den anstehenden Wahlkampf sieht sie nicht schwarz. „Natürlich helfen solche Kapriolen nicht. Aber das Feedback der Menschen, das bei mir ankommt, ist bei weiten nicht so schlecht wie die Schlagzeilen.

Bestürzt von den Vorgängen innerhalb der FDP zeigt sich Ferhat Asi. Als Liberaler und als integerer Mensch und Politiker sei er von dem „Grad an Unredlichkeit“ rund um die „D-Day“-Affäre schockiert. „Wir sprechen davon, dass die Öffentlichkeit und auch die restlichen Mitglieder der Partei argwöhnisch getäuscht wurden und dass man Dinge, die man selber getan und gesagt hat, auch dann noch als unwahr und verleumderisch bezeichnete, als sie das erste Mal aufgedeckt wurden.“ Das sei allein schon auf persönlicher Ebene schwer zu verkraften und eine massive Hypothek für den kommenden Wahlkampf.

Wie Lindner sein Glaubwürdigkeitsproblem löse, sei ihm selbst überlassen. Den Rücktritt des Parteichefs erwartet Asi nicht. Es gebe ja keine Alternative. Für Rückenwind im anstehenden Wahlkampf habe Lindner jedenfalls nicht gesorgt. „Für mich als Bundestagskandidat und Wahlkämpfer heißt das, dass wir nun an der Basis den langen und schwierigen Weg gehen müssen, das verloren gegangene Vertrauen wieder aufzubauen und daran mitzuwirken, dass die Freien Demokraten wieder als die verlässliche Kraft wahrgenommen werden“, sagte Asi.

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