Heizen wird günstiger  EWE senkt die Strom- und Gaspreise

| | 06.12.2024 13:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Gasverbrauch macht in vielen Haushalten einen erheblichen Teil der monatlichen Fixkosten aus. Foto: Picture Alliance/DPA
Der Gasverbrauch macht in vielen Haushalten einen erheblichen Teil der monatlichen Fixkosten aus. Foto: Picture Alliance/DPA
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Passend zum Nikolaustag gibt EWE deutliche Preissenkungen für Strom und Gas bekannt. Auch für ostfriesische Kunden bedeutet das eine jährliche Ersparnis von fast 1000 Euro. Hier sind die Einzelheiten.

Oldenburg/Ostfriesland - Der Oldenburger Energiedienstleister EWE hatte bereits im Oktober angekündigt, die Preise für Strom und Gas zum 1. Februar nächsten Jahres zu senken. Wie hoch die Preissenkungen ausfallen würden, war damals allerdings noch unklar. Nun steht fest: Die Preisnachlässe fallen wesentlich höher aus als gedacht.

Für Stromkunden in der Grundversorgung sinkt der Arbeitspreis, also der Preis pro Kilowattstunde, von aktuell brutto 38,95 Cent auf brutto 31,90 Cent und damit um gut 18 Prozent. Das teilte EWE am Freitag mit. Der jährliche Grundpreis bleibe nahezu gleich. Er verändert sich von derzeit brutto 206,29 Euro auf brutto 209,29 Euro. Insgesamt spare ein Durchschnittshaushalt mit einem Stromverbrauch von 2800 Kilowattstunden durch die Strompreissenkung 194 Euro im Jahr ein.

Wie viel sparen die Kunden beim Gas?

Eine Menge. Erdgaskunden in der Grundversorgung zahlen derzeit laut EWE einen Arbeitspreis von brutto 16,36 Cent pro Kilowattstunde und ab dem 1. Februar brutto 11,76 Cent. Damit sinkt der Preis pro Kilowattstunde um gut 28 Prozent. Der jährliche Grundpreis verändert sich von jetzt brutto 209,37 Euro auf 253,39 Euro brutto. Insgesamt resultiert daraus für einen Durchschnittskunden mit einem Jahres-Gasverbrauch von 17.500 Kilowattstunden eine jährliche Einsparung von 761 Euro.

Von den Preissenkungen in der Grundversorgung profitieren rund 190.000 Strom- und etwa 110.000 Erdgaskunden. Sie erhalten dazu in den kommenden Tagen auch noch Post von EWE. Insgesamt hat EWE 1,4 Millionen Stromkunden und 700.000 Gaskunden.

Profitieren auch die Kunden mit Zeitverträgen?

Ja. Mit der Preissenkung für Strom und Gas in der Grundversorgung folge EWE der Preisentwicklung für Sondervertragsprodukte (mit Preisgarantien), so das Oldenburger Unternehmen. Sondervertragskunden hätten bereits in den letzten Monaten spürbare Entlastungen erfahren. Darüber hinaus seien zu Anfang Dezember erneut die Sondervertragspreise gesenkt worden. Auch werde man im Laufe des kommenden Jahres immer wieder überprüfen, ob auch für diese Kundengruppe weitere Entlastungen möglich seien.

Für den „EWE Zuhause+ Grünstrom“ gilt aktuell für Kunden im EWE-Netzgebiet ein Arbeitspreis von 29,78 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis beträgt laut EWE 17,14 Euro im Monat. Für den „EWE Zuhause+ Gas“ gelte aktuell für Kunden im EWE-Netzgebiet ein Arbeitspreis von 10,59 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis betrage 20,22 Euro im Monat. Die Preise sind jeweils Bruttopreise.

Warum werden Strom und Gas plötzlich so viel günstiger?

Dass EWE Vertrieb in der Grundversorgung trotz steigender Netzentgelte beim Erdgas den Preis für Erdgas zum Februar 2025 senken kann, liegt laut Geschäftsführer Oliver Bolay vornehmlich an den gesunkenen Erdgas-Beschaffungskosten. Diese sind Bolay zufolge auch beim Strom rückläufig.

Im Gegensatz zu den Netzentgelten für Erdgas seien die Stromnetzentgelte ebenfalls gesunken.

Was ändert sich für EWE-Kunden noch?

Erst einmal herrscht ein Jahr Ruhe. Vor der Energiepreiskrise hatte EWE die Preise in der Grundversorgung einmal jährlich angepasst, da es angesichts stabiler Beschaffungsmärkte und gut prognostizierbarer Netzentgelte und Umlagen wenig Überraschungen in der Preisentwicklung gab, so das Unternehmen. Mit Beginn der Energiepreiskrise habe es jedoch deutliche Schwankungen bei Beschaffungskosten sowie Netzentgelten und Umlagen gegeben, die es notwendig gemacht hätten, von einer jährlichen auf eine quartalsweise Preisanpassung umzustellen. Mittlerweile hätten sich die Beschaffungsmärkte aber wieder normalisiert, so dass EWE voraussichtlich den Preisrhythmus wieder auf eine jährliche Preisanpassung umstellen könne. Diese soll laut EWE zukünftig nach Möglichkeit zum 1. Februar erfolgen.

Geschäftsführer Bolay nennt den Grund dafür: „Wir planen, die Preise zukünftig bewusst zum 1. Februar anzupassen, da bis dahin alle Preisbestandteile in der Regel feststehen. Einige Preisbestandteile – wie zum Beispiel die Netzentgelte – liegen uns zunächst nämlich nur vorläufig vor. Ende des Jahres 2023 haben sich diese beim Strom dann noch erheblich erhöht. Wir möchten unsere Preise aber ohne Risikoaufschläge und Unsicherheiten für unsere Kunden bestmöglich kalkulieren.“

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